Transfermarkt-Sorgen beim BVB? Drohendes Drama um einen Unverzichtbaren
VonLars Pollmann
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Der BVB steht vor komplexen Transfermarkt-Aufgaben. Die sich verdichtenden Gerüchte um einen Leistungsträger belasten Borussia Dortmund zusätzlich.
Dortmund – Widersprüchliche Aussagen, Berater-Manöver und ein Mega-Angebot aus Saudi-Arabien: Eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt sorgt Serhou Guirassy unverhofft für Schlagzeilen beim BVB. Dabei ist die Ausgangslage klar: Borussia Dortmund hält alle Trümpfe in der Hand, der Stürmer wird deshalb wahrscheinlich beim BVB bleiben.
Was sich um den Torjäger abspielt, ist ein Schauspiel, das niemand braucht. Der Stürmer schwört Treue zum BVB, weiß angeblich nichts von einem Top-Angebot aus Saudi-Arabien. Das soll er laut dem TV-Sender Sky selbst abgelehnt haben. Jetzt heißt es bei Bild jedoch, dass Dortmund die Offerte postwendend abgelehnt und damit die Spielerseite verärgert habe.
Transfer-Drama um den wichtigsten BVB-Spieler?
Demnach bietet Guirassys Bruder und Berater ihn auf dem Markt bei allerlei Klubs an. Die Strategie wirkt durchschaubar und folgt sozusagen dem Klischee ‚Good Cop, Bad Cop‘: Guirassy zeigt sich als loyaler Profi, während sein Bruder die Drecksarbeit macht. Die Agentur ‚Karamba Guirassy Sport Management International‘ wird bei Transfermarkt.de derzeit mit Serhou Guirassy als einzigem Klienten geführt.
Die Arbeitsteilung ermöglicht es dem Spielerlager, die Marktlage zu sondieren und gleichzeitig Guirassys Image zu schützen. Sollte kein Transfer zustande kommen, sind auch keine Brücken verbrannt. Dass es zu einem Wechsel kommt, scheint unrealistisch. Eine kolportierte Ausstiegsklausel für eine Auswahl europäischer Topklubs ist inzwischen Geschichte, damit diktiert allein der BVB die Bedingungen.
Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund
Nach 38 Pflichtspieltoren in der vergangenen Saison und einer Ballon d‘Or-Nominierung ist der Guineer schlicht unersetzlich – auch mit einer Mega-Ablöse wäre ein adäquater Ersatz kaum zu finden. Trainer Niko Kovač bezeichnet Guirassy nicht von ungefähr wiederholt als „unsere Lebensversicherung“.
Hinter den Manövern der Spielerseite steht wohl ein simples Kalkül. Guirassy wird im Laufe der Saison 30 Jahre alt und möchte nach den beiden besten Saisons seiner Karriere für den VfB Stuttgart und beim BVB, auf dem Höhepunkt seiner internationalen Anerkennung, einen vielleicht letzten großen Zahltag erleben.
Trotz eines Gehalts von kolportierten neun Millionen Euro beim BVB wäre noch deutlich mehr herauszuholen – Al-Hilal bot offenbar eine Verdopplung auf 18 Millionen Euro. Das Spielerlager wolle sich wenigstens alle Möglichkeiten offenhalten, heißt es bei Bild. Einen akuten Wechselwunsch soll Guirassy nicht verfolgen.
Ärgerlich für den BVB ist in jedem Fall, dass das Theater zum ungünstigen Zeitpunkt kommt. Nicht nur wegen des Saisonstarts, sondern auch, weil alle Aufmerksamkeit anderen Themen auf dem Transfermarkt gelten müsste. Besonders akut ist der Notstand in der Abwehr, nachdem nun auch noch Niklas Süle für zwei Monate ausfällt. Jegliches Drama um Guirassy scheint da unnötig, ablenkend und zum falschen Zeitpunkt.