Berater bietet ihn angeblich an

Transfermarkt-Sorgen beim BVB? Drohendes Drama um einen Unverzichtbaren

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Der BVB steht vor komplexen Transfermarkt-Aufgaben. Die sich verdichtenden Gerüchte um einen Leistungsträger belasten Borussia Dortmund zusätzlich.

Dortmund – Widersprüchliche Aussagen, Berater-Manöver und ein Mega-Angebot aus Saudi-Arabien: Eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt sorgt Serhou Guirassy unverhofft für Schlagzeilen beim BVB. Dabei ist die Ausgangslage klar: Borussia Dortmund hält alle Trümpfe in der Hand, der Stürmer wird deshalb wahrscheinlich beim BVB bleiben.

Serhou Guirassy genießt beim BVB als Torjäger einen Sonderstatus.

Was sich um den Torjäger abspielt, ist ein Schauspiel, das niemand braucht. Der Stürmer schwört Treue zum BVB, weiß angeblich nichts von einem Top-Angebot aus Saudi-Arabien. Das soll er laut dem TV-Sender Sky selbst abgelehnt haben. Jetzt heißt es bei Bild jedoch, dass Dortmund die Offerte postwendend abgelehnt und damit die Spielerseite verärgert habe.

Transfer-Drama um den wichtigsten BVB-Spieler?

Demnach bietet Guirassys Bruder und Berater ihn auf dem Markt bei allerlei Klubs an. Die Strategie wirkt durchschaubar und folgt sozusagen dem Klischee ‚Good Cop, Bad Cop‘: Guirassy zeigt sich als loyaler Profi, während sein Bruder die Drecksarbeit macht. Die Agentur ‚Karamba Guirassy Sport Management International‘ wird bei Transfermarkt.de derzeit mit Serhou Guirassy als einzigem Klienten geführt.

Die Arbeitsteilung ermöglicht es dem Spielerlager, die Marktlage zu sondieren und gleichzeitig Guirassys Image zu schützen. Sollte kein Transfer zustande kommen, sind auch keine Brücken verbrannt. Dass es zu einem Wechsel kommt, scheint unrealistisch. Eine kolportierte Ausstiegsklausel für eine Auswahl europäischer Topklubs ist inzwischen Geschichte, damit diktiert allein der BVB die Bedingungen.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Nach 38 Pflichtspieltoren in der vergangenen Saison und einer Ballon d‘Or-Nominierung ist der Guineer schlicht unersetzlich – auch mit einer Mega-Ablöse wäre ein adäquater Ersatz kaum zu finden. Trainer Niko Kovač bezeichnet Guirassy nicht von ungefähr wiederholt als „unsere Lebensversicherung“.

Hinter den Manövern der Spielerseite steht wohl ein simples Kalkül. Guirassy wird im Laufe der Saison 30 Jahre alt und möchte nach den beiden besten Saisons seiner Karriere für den VfB Stuttgart und beim BVB, auf dem Höhepunkt seiner internationalen Anerkennung, einen vielleicht letzten großen Zahltag erleben.

Trotz eines Gehalts von kolportierten neun Millionen Euro beim BVB wäre noch deutlich mehr herauszuholen – Al-Hilal bot offenbar eine Verdopplung auf 18 Millionen Euro. Das Spielerlager wolle sich wenigstens alle Möglichkeiten offenhalten, heißt es bei Bild. Einen akuten Wechselwunsch soll Guirassy nicht verfolgen.

Ärgerlich für den BVB ist in jedem Fall, dass das Theater zum ungünstigen Zeitpunkt kommt. Nicht nur wegen des Saisonstarts, sondern auch, weil alle Aufmerksamkeit anderen Themen auf dem Transfermarkt gelten müsste. Besonders akut ist der Notstand in der Abwehr, nachdem nun auch noch Niklas Süle für zwei Monate ausfällt. Jegliches Drama um Guirassy scheint da unnötig, ablenkend und zum falschen Zeitpunkt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

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