Kaderplanung beim FC Bayern

Transfersommer: So sieht Eberls restliche Planung aus

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    Manuel Bonke
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Der FC Bayern erscheint zufrieden mit seinem aktuellen Kader. Gemäß Sportvorstand Max Eberl ist daher aktuell auch ein Wechsel von Nick Woltemade „vom Tisch“.

Max Eberl war die Zufriedenheit anzumerken: „Wir hatten eine Gier, Tore zu erzielen und Tore zu verteidigen. Das war rundum gelungen“, schwärmte der Sportvorstand nach dem 4:0 im „Telekom-Cup“ gegen Tottenham Hotspur am Donnerstag.

Eberl mit Testspielsieg zufrieden

Und auch wenn der Sieg tatsächlich überzeugend war, dürfte Eberls demonstrative Gelassenheit kaum auf einem gewonnenen Testspiel beruhen. Stattdessen zeigte er sich gelöst, weil nach der Verpflichtung von Luis Diaz die Mannschaft für die kommende Saison zu stehen scheint.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Kader, den wir haben. Wenn jemand zu uns kommt und sagt, dass er gehen möchte, dann müssen wir das noch einmal überdenken und vielleicht etwas anderes machen. Aber wie gesagt: Wir sind entspannt und warten ab, was passiert.“

Eberl geht gelassen in den Transferendspurt – ein kleines Hintertürchen hielt er sich jedoch offen: „Wir haben schon vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben. Aber das Zeitfenster ist noch fast vier Wochen offen. Man kann heutzutage nie etwas ausschließen“, sagte Eberl. „Und wir wollen auch nichts ausschließen. Trotzdem sind wir entspannt und können in Ruhe arbeiten.“

Woltemade-Poker vorbei?

Bedeutet das, dass somit auch der wochenlange Poker um Nick Woltemade beendet ist? „Wir haben unseren Standpunkt vertreten, wir haben uns um den Spieler bemüht. Stuttgart hat nicht signalisiert, reden zu wollen“, ließ der Sportvorstand aufhorchen. „Damit ist die Sache für uns vom Tisch. Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen.“

Eberls Aussagen lassen sich aber auf zwei verschiedene Weisen interpretieren: Einerseits ist man beim Rekordmeister mit den bisherigen Verstärkungen in der Tat zufrieden und scheut sich nicht davor, mit dem aktuellen Kader in die Saison zu gehen.

Beim Woltemade-Poker herrscht aktuell Stillstand.

Bis zum Winter dürfte die Mannschaft auch in der aktuellen Besetzung stark genug für die Aufgaben in der Bundesliga und Champions League sein – und bevor es in die heiße Phase im nächsten Frühjahr geht, kommen mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Hiroki Ito drei wichtige Spieler von ihren Langzeitverletzungen zurück.

Aussagen als Verhandlungstaktik

Andererseits darf man Eberls Aussagen zum Kader und Woltemade auch als Verhandlungstaktik verstehen: Je weniger Handlungsdruck der FCB hat (oder zumindest nach außen kommuniziert), desto weniger muss er auf horrende Ablöseforderungen der Stuttgarter eingehen.

Sollte der VfB sich bei Woltemade noch mal gesprächsbereit zeigen, würden sich die Münchner auch trotz des aktuellen Kaders an den Verhandlungstisch setzen.

Upamecano soll verlängern

Passend dazu: Auch das kolportierte Interesse an Chelsea-Stürmer Nicholas Jackson sei eine Ente: „Auf gar keinen Fall, ich habe nie mit ihm gesprochen“, sagte Eberl in Bezug auf ein mögliches Bayern-Angebot und stärkte erneut die aktuelle Bayern-Besetzung.

Stattdessen betonte der Sportvorstand, dass er gerne mit Dayot Upamecano verlängern möchte (“Das ist auf jeden Fall ein Ziel“) – der Innenverteidiger selbst erklärte anschließend: „Ich bin total glücklich hier. Es gibt Gespräche mit Max, Christoph (Freund) und meinem Berater. Mal sehen, was passiert.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

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