Von Peter Grad
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Lennart Karl und angebliche „Arroganzanfälle“: Der FC Bayern sieht beim 17-jährigen Supertalent trotz verwunderlicher Schlagzeilen keinen Anlass zur Besorgnis.
München - FCB-Sportdirektor Christoph Freund äußert sich im Interview mit Sky über den derzeit riesigen Rummel um das Supertalent Lennart Karl. Laut dem Österreicher achten beim FC Bayern auch die erfahreneren Spieler darauf, dass der deutsche U17-Nationalspieler aufgrund des derzeitigen Trubels nicht die Bodenhaftung verliert.
Lennart Karls riesige Freude über sein Tor zum 3:0-Endstand in der BL-Partie in Mönchengladbach.
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Die Mannschaft sei „gefestigt, viele Jungs kümmern sich um ihn, reden mit ihm. Sie sagen ihm, dass er diese Phase genießen soll, aber auch, dass andere Phasen kommen werden. Er ist gut eingebettet in die Truppe.“
Bayern-Sportdirektor: „Harte Arbeit ist die Basis“ Der derzeitige Hype um das Supertalent des deutschen Rekordmeisters überrascht den 48-Jährigen keineswegs: „Wenn man als so junger Spieler bei Bayern München Einsätze bekommt, performt und Tore schießt – und das auf so spektakuläre Art -, ist der Hype natürlich groß “, schätzt Freund die Lage ein.
Karl, der gegen Brügge und in Mönchengladbach auf überragende Weise seine ersten zwei Pflichtspieltreffer für die Bayern erzielt hatte, könne die aktuelle Situation aber „gut einordnen. Er liebt es einfach, Fußball zu spielen – er hat Spaß, will zocken.“
Finalniederlagen, Titelfluch, Enttäuschungen: Die lange Reise des Harry Kane zum ersten Titel Harry Kane gilt als einer der besten Stürmer seiner Zeit. Auch momentan zeigt er beim FC Bayern München erneut, warum der deutsche Rekordmeister 100 Millionen Euro für den Engländer hinblätterte. Auf den ersten Titel im Herren-Fußball musste der Torjäger allerdings eine ganze Weile warten – und dabei viele Enttäuschungen hinnehmen. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Seinen Weg begann Kane bei Tottenham Hotspur aus dem Norden Londons, nachdem er in der Jugend noch beim Erzrivalen Arsenal auf Torejagd gegangen war. © Back Page Images/Shutterstock via www.imago-images.de In seinen ersten Jahren wurde der gebürtige Londoner oft verliehen, unter anderem an Norwich City und den damaligen Zweitligisten Leicester City. © imago sportfotodienst Zur Saison 2013/14 kam Kane zurück zu den Spurs und schaffte es erstmals in den festen Kader der Nordlondoner. © Greig Cowie/Bpi/Shutterstock via www.imago-images.de Der große Durchbruch in der Premier League gelang dem Torjäger schließlich ein Jahr später. Mit 21 Toren und fünf Vorlagen glänzte Kane bei den Spurs und musste sich in der Torschützenliste nur hinter Manchester-City-Ikone Sergio Agüero anstellen. Der große Durchbruch in der Premier League gelang dem Torjäger schließlich ein Jahr später. Mit 21 Toren und fünf Vorlagen glänzte Kane bei den Spurs und musste sich in der Torschützenliste nur hinter Manchester-City-Ikone Sergio Agüero anstellen. © Ben Queenborough/BPI/Shutterstock via www.imago-images.de In derselben Saison setzte es dann auch die erste Final-Niederlage für den jungen Nachwuchs-Star. Mit 0:2 mussten sich die Spurs im Ligapokal gegen den FC Chelsea geschlagen geben. In derselben Saison setzte es dann auch die erste Final-Niederlage für den jungen Nachwuchs-Star. Mit 0:2 mussten sich die Spurs im Ligapokal gegen den FC Chelsea geschlagen geben. © Rogan Thomson/Jmp/Shutterstock via www.imago-images.de In der Saison 2015/16 schnupperte Tottenham auch in der Premier League am Titel. Dieser ging nach einem langen Meisterschaftsrennen schließlich an das Überraschungsteam und Kanes Ex-Verein Leicester City. In der Saison 2015/16 schnupperte Tottenham auch in der Premier League am Titel. Dieser ging nach einem langen Meisterschaftsrennen schließlich an das Überraschungsteam und Kanes Ex-Verein Leicester City. © Jason Brown/Jmp/Shutterstock via www.imago-images.de Auch ein Jahr später hieß der Sieger im Titelrennen nicht Tottenham. Trotz einer starken Saison reichte es für Harry Kane und die Spurs hinter Chelsea nur für Platz zwei. Auch ein Jahr später hieß der Sieger im Titelrennen nicht Tottenham. Trotz einer starken Saison reichte es für Harry Kane und die Spurs hinter Chelsea nur für Platz zwei. © Salvio Calabrese Im ersten großen Finale seiner Karriere traf Kane mit den Londonern im Finale der UEFA Champions League auf den FC Liverpool... Im ersten großen Finale seiner Karriere traf Kane mit den Londonern im Finale der UEFA Champions League auf den FC Liverpool... © Jan Huebner/Voigt via www.imago-images.de ... und musste sich auch hier nur mit der Silbermedaille abfinden. ... und musste sich auch hier nur mit der Silbermedaille abfinden. © EMPICS Sport via www.imago-images.de In der Nationalmannschaft stieg Kane ebenfalls schnell zum Leistungsträger auf und ist mittlerweile Kapitän und Rekordtorschütze der Three Lions. In der Nationalmannschaft stieg Kane ebenfalls schnell zum Leistungsträger auf und ist mittlerweile Kapitän und Rekordtorschütze der Three Lions. © IMAGO/Grzegorz Wajda / SOPA Images Doch auch in der Nationalmannschaft sollte es nicht mit dem ersten großen Titel klappen. Nach dem bitteren Ausscheiden im Halbfinale der WM 2018 gegen Kroatien... Doch auch in der Nationalmannschaft sollte es nicht mit dem ersten großen Titel klappen. Nach dem bitteren Ausscheiden im Halbfinale der WM 2018 gegen Kroatien... © Michael Zemanek/BPI/Shutterstock via www.imago-images.de ...verlor Kane sein nächstes Endspiel bei der EM 2021 gegen Italien. ...verlor Kane sein nächstes Endspiel bei der EM 2021 gegen Italien. © David Klein via www.imago-images.de Auch 2024 hieß der Sieger der Europameisterschaft am Ende nicht England. Im Finale verloren die Three Lions gegen Spanien. Auch 2024 hieß der Sieger der Europameisterschaft am Ende nicht England. Im Finale verloren die Three Lions gegen Spanien. © IMAGO/Ulrich Hufnagel Um auf Vereinsebene dem ersten Titel einen Schritt näherzukommen, folgte im Sommer 2023 schließlich der Abschied Kanes von den Tottenham Hotspur. Um auf Vereinsebene dem ersten Titel einen Schritt näherzukommen, folgte im Sommer 2023 schließlich der Abschied Kanes von Tottenham Hotspur. © IMAGO/Ken Sparks Für eine Ablöse von 100 Millionen Euro wechselte der Torjäger an die Isar zum FC Bayern München. Für eine Ablöse von 100 Millionen Euro wechselte der Torjäger an die Isar zum FC Bayern München. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert Gleich in seinem ersten Spiel für die Münchner hatte Kane die große Chance, den Titelfluch abzulegen. Gleich in seinem ersten Spiel für die Münchner hatte Kane die große Chance, den Titelfluch abzulegen. © IMAGO/Ulmer Im Super Cup gegen RB Leipzig sollte es aber auch nicht mit einer Trophäe klappen. 0:3 hieß am Ende das Ergebnis gegen die Roten Bullen. Im Super Cup gegen RB Leipzig sollte es aber auch nicht mit einer Trophäe klappen. 0:3 hieß am Ende das Ergebnis gegen die Roten Bullen. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON In der Liga lief es für Kane dagegen überragend. In seiner Premieren-Saison sicherte sich der Engländer mit 36 Toren die Torjäger-Kanone – kein anderer konnte in der Geschichte mehr Treffer in der ersten Bundesliga-Saison verzeichnen. In der Liga lief es für Kane dagegen überragend. In seiner Premieren-Saison sicherte sich der Engländer mit 36 Toren die Torjäger-Kanone – kein anderer konnte in der Geschichte mehr Treffer in der ersten Bundesliga-Saison verzeichnen. © IMAGO/HMB Media Der Titelfluch schien jedoch nicht von seiner Seite zu weichen. Nach elf Meisterschaften in Serie holte sich in Kanes erstem Jahr in München die Werkself aus Leverkusen den ersten Bundesliga-Titel der Vereinsgeschichte. Der Titelfluch schien jedoch nicht von seiner Seite zu weichen. Nach elf Meisterschaften in Serie holte sich in Kanes erstem Jahr in München die Werkself aus Leverkusen den ersten Bundesliga-Titel der Vereinsgeschichte. © IMAGO/osnapix / Hirnschal Von der titellosen Saison angestachelt, blies der Rekordmeister in der Folgesaison zum Angriff. Harry Kane lieferte erneut erstaunliche Statistisken und führte den FCB sogar bereits in seinem zweiten Jahr teilweise als Kapitän auf den Platz. Von der titellosen Saison angestachelt, blies der Rekordmeister in der Folgesaison zum Angriff. Harry Kane lieferte erneut erstaunliche Statistisken und führte den FCB sogar bereits in seinem zweiten Jahr teilweise als Kapitän auf den Platz. © IMAGO/Markus Ulmer Mit 24 Treffern sicherte sich der gebürtige Londoner erneut die Torjägerkanone... Mit 24 Treffern sicherte sich der gebürtige Londoner erneut die Torjägerkanone... © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images ...und konnte am Ende der Saison endlich 15 Jahre nach seinem Profi-Debüt den ersten Titel seiner Karriere sichern. ...und konnte am Ende der Saison endlich 15 Jahre nach seinem Profi-Debüt den ersten Titel seiner Karriere sichern. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S. Mit dem Gewinn der Meisterschale fiel dem Engländer sichtlich die Last von den Schultern, nachdem er so oft an seinem ersten Triumph vorbeigeschrammt war. Mit dem Gewinn der Meisterschale fiel dem Engländer sichtlich die Last von den Schultern, nachdem er so oft an seinem ersten Triumph vorbeigeschrammt war. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S. Auf dem Rathaus-Balkon am Marienplatz durfte Harry Kane seinen Fans endlich die erste Trophäe seiner Karriere präsentieren – natürlich an der Seite der Bayern-Ikone schlechthin, Thomas Müller. Auf dem Rathaus-Balkon am Marienplatz durfte Harry Kane seinen Fans endlich die erste Trophäe seiner Karriere präsentieren – natürlich an der Seite der Bayern-Ikone schlechthin, Thomas Müller. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON Der Sportboss des FC Bayern warnt den Youngster jedoch gleichzeitig vor zu schneller Selbstzufriedenheit: „Es ist eine schöne Geschichte, aber wir alle wissen, dass harte Arbeit die Basis ist“, so Freund, der diese Tendenz beim 17-Jährigen bislang aber keineswegs bestätigen kann, denn „er trainiert sehr fleißig – das ist entscheidend. Alles andere kommt dann von selbst.“
Zuletzt wurde davon berichtet, dass FCB-Chefcoach Vincent Kompany den 17-Jährigen unmittelbar nach dem 3:0-Sieg beim Bundesligaspiel in Mönchengladbach zur Seite genommen hätte, es war gar die Rede von einem „Einlauf“. Dem Belgier sollen ein paar Übersteiger zuviel in einer Szene nicht gefallen haben.
Ob diese Beobachtungen tatsächlich der Wahrheit entsprechen, ist nicht zu 100 Prozent nachvollziehbar. Generell zeigt sich der 39-Jährige ähnlich zufrieden mit Karl wie Freund und öffentliche Kritik an Spielern wird man von ihm sowieso nicht erleben.
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