- schließen
Florian Schimak
Patrick Mayer
Antonio José Riether
Der FC Bayern überrennt den FC Schalke. Hinterher sind neben dem Meisterduell mit Dortmund die Gerüchte um Thomas Müller das Thema. Die Stimmen.
München - Am drittletzten Spieltag dieser Bundesliga-Saison gewann der FC Bayern 6:0 (2:0) gegen den FC Schalke 04. Rund um das Heimspiel gegen die „Königsblauen“ (hier im Ticker zum Nachlesen) wurde nicht nur viel über den Meisterkampf mit Borussia Dortmund (5:2 gegen Gladbach) gesprochen - sondern auch über die Rolle von Thomas Müller in München. Alle wichtigen Aussagen von Sky sowie aus der Mixed Zone gibt es hier.
Thomas Tuchel (Trainer FC Bayern) nach der Partie bei Sky über ...
...den Meisterkampf: „Es geht jetzt darum weiterzumachen. Die Kunst ist jetzt, fokussiert und im Tunnel zu bleiben und das nächste Spiel wieder mit dem unbedingten Willen gepaart mit einer Leichtigkeit und Freude anzugehen. Wir sind für uns selber verantwortlich. Das ist der Schlüssel.“
Hasan Salihamidzic (FC Bayern) nach der Partie in der Mixed Zone über...
... den klaren Sieg gegen Schalke: „ Wir haben viele Tore gemacht, sechs. Wir haben es wirklich gut gemacht. Wir haben gleich von Anfang an losgelegt, sind ein hohes Tempo gegangen und haben uns viele Chancen herausgespielt. Wir waren immer einen Schritt schneller, genau so, wie man es machen muss. Dann kommen die Zuschauer. Wenn am Anfang ein, zwei Tore fallen, spielt es sich leichter. Wir haben die richtige Einstellung gefunden. Die ersten 35 Minuten waren richtig gut. Dann haben wir es zehn Minuten etwas schleifen lassen, aber in der zweiten Halbzeit gleich Tore nachgelegt. Es war ein richtig gutes Spiel.“
... das Meisterduell mit Borussia Dortmund: „Wir schauen nur auf uns. Wir haben noch zwei Spiele, und die müssen wir beide gewinnen. Wir schauen nicht nach links und rechts, sondern wollen wieder eine richtig gute Trainingswoche haben. Heute haben wir viel Selbstvertrauen getankt. Es ist gut, dass viele verschiedene Spieler Tore geschossen haben. Wir schauen nur auf uns.“
... das kommende Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig: „Wir müssen beide Spiele gewinnen. Ich habe gestern Köln gesehen (beim 5:2 gegen Hertha, d. Red.). Eine richtig gute Mannschaft. Ich weiß, wie schwer jedes Bundesliga-Spiel ist, besonders in solch einer Situation. Da ist natürlich viel Druck drauf. Aber egal, was Dortmund macht, wir müssen beide Spiele gewinnen. Dann ist es egal, ob die gewinnen oder verlieren.“
... die Gerüchte über einen möglichen Abgang von Thomas Müller im Sommer: „Ich habe mit Thomas täglichen Austausch. Wenn das wahr wäre, würde er mir das persönlich sagen. Wir unterhalten uns jeden Tag. Natürlich ist es für ihn nicht schön, wenn er manchmal nicht spielt. Aber: Thomas ist der FC Bayern, der FC Bayern ist Thomas. Deswegen gibt es da überhaupt keine Probleme. Manchmal entscheidet sich der Trainer gegen einen, manchmal für einen. Heute hat er das zurück gezahlt. Wir kennen doch alle Thomas. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wie er sich benimmt. Wie er trainiert. Wie er die Mannschaft pusht, auch wenn er nicht spielt.“
... die Reha von Torwart Manuel Neuer: „Wir besprechen uns jeden Tag, er macht ja hier die Reha. Er macht einen guten Eindruck. Wir freuen uns, dass er auf einem guten Weg ist. Es ist noch ein bisschen zu gehen, aber es wird jeden Tag besser und besser.“
... Doppelpacker Serge Gnabry: „Ich habe ihm in der Halbzeit gesagt: ‚Komm mir nicht in die Kabine, wenn du keine Tore gemacht hast.‘ Er hat gleich zwei gemacht. In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass er Selbstvertrauen hat, dass er in den letzten Wochen davon profitiert. Einen Stürmer tuen Tore gut, das ist auch klar.“
Thomas Müller (FC Bayern) nach dem Spiel in der Mixed Zone über...
... den hohen Sieg gegen Schalke: „Es ist schön, dass wir es heute auch mal höher ausfallen lassen haben. Aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass die Mannschaft nach den letzten beiden Siegen ein schlechtes Gefühl hatte, die wegen des Zeitpunkt des Führungstores knapper waren. Wir haben eine kleine Entwicklung hingelegt, hatten jeweils volle Trainingswochen, konnten es uns bisschen besser zurechtlegen. Wir haben Ergebnisse geliefert. Heute war das Herausspielen der Großchancen besser, es war schon ein kleines Fest heute. So hat es Spaß gemacht. Aber natürlich wird das nächsten Woche ein ganz anderes Spiel.
... die Gerüchte über einen möglichen Abgang aus München: „Wenn Leute irgendwas über mich sagen, das ist alles wunderbar. Da kann drinstehen was will, wir haben ja schließlich Meinungsfreiheit. Ich habe aber Bauchschmerzen, wenn ein Text so verfasst wird, dass das meine Gefühle wären. Meine Denke. Man hat es sich durch die große Auswahl an Optionen wieder selbst verwässert. Da konnte man fast schon erahnen, dass das nicht so ganz stimmen kann. Unabhängig davon: Die Situation ist okay. Der Trainer ist der, der aufstellt. Wir Spieler müssen unsere Rollen akzeptieren und bestmöglich ausfüllen. Im Fußball ist nie was in Stein gemeißelt. Wir wollen beim FC Bayern ja solch eine Offensive, dass wir nicht nur drei Spieler haben und wenn einer ausfällt, müssen wir irgendwo in der Jugendabteilung nachfragen, ob sie noch einen Spieler übrig haben. Wir haben Top-Spieler und dementsprechend muss er (der Trainer, d. Red.) Entscheidungen treffen. Für mich und für die anderen muss gelten, dass wir das akzeptieren. (...) Dass über Thomas Müller beim FC Bayern viel geschrieben und viel diskutiert wird, dass er, wenn er vorn auf der Zeitung ist, Zeitungen verkauft, ist für mich nichts Neues. Da war ich relativ entspannt.“
... seine Verbindung zum FC Bayern: „Dass ich mit dem Verein vielleicht eine etwas engere Verbindung habe als vielleicht ein Spieler, der frisch da ist, ist auch klar. Ich hatte hier schon so viele Erlebnisse. Positiv. Negativ. Emotional. Das geht schon auch in die Tiefe. Alleine heute den Führungstreffer zu erzielen, da ist die Arena hochgekocht. Das ist einfach unbezahlbar.“
... seine Fitness als etwas älterer Spieler (33 Jahre): „Bei meiner Chance in der Neunzigsten habe ich gedacht, dass ich massiv gehalten werde. Dann habe ich nach hinten geschaut und da war kein Gegner. Hinten raus war die Luft schon knapp.“
Thomas Müller (FC Bayern) nach der Partie bei Sky über...
... den Sieg und seinen Treffer: „An sich war es ein guter und lebendiger Beginn von uns. Man muss wissen, Schalke spielt für Offensivspieler, oder zumindest für mich, sehr unangenehm, weil sie fast Mann gegen Mann spielen. Du hast keine Sekunde frei, aber der Nachteil dieser Spielweise ist: wenn du dieses Eins-gegen-Eins durch ein Dribbling oder einen Doppelpass überspielt hat, dann brechen die Dämme und wenn wir das geschafft haben, dann waren die Chancen groß. Wir haben uns oft nicht belohnt, und dann freut es mich heute, den Dosenöffner zu haben. War ein tolles Gefühl, die Arena ist explodiert.“
... sein Coaching: „Das gehört für mich dazu, um auch mich besser zu machen. Wenn ich meine Mitspieler in Positionen bringen kann, wo sie für mich den besseren Pass spielen können, ist es vorteilhaft für mich und unser Spiel.“
... die Debatten über seine Person: „Ja gut, ich bin nicht ganz neu im Geschäft, deswegen hat es mich jetzt nicht sehr beschäftigt. Es war sicherlich übertrieben. Der Trainer stellt auf, verteilt die Rollen und wir haben zu funktionieren. Dass wir gerne auf dem Platz stehen, ist logisch. Aber man hat gesehen, auch andere Spieler, die in den letzten Wochen eingewechselt wurden, haben Energie gebracht. Und das ist es, worum es geht. Die Zeitung mit den vier Buchstaben verkauft mit meiner Nase noch einige Blätter und ihr Sender macht sich das auch relativ einfach, Diskussionen zu entfachen. Wo es ein bisschen kritisch wurde – auch meiner Sicht –, wenn es so geschrieben wird, als ob es meine Meinung ist oder als ob man was weiß, dass ich irgendwelche Gedanken hätte. Das muss ich ins Phantasialand schieben. Ganz ehrlich, ich habe noch ein Jahr Vertrag bei Bayern. Mein Herz ist rot.“
... eine eventuelle Rolle als Reservist: „Der Trainer verteilt die Rollen in so einer Saison variabel, da wird nicht vorher ausgemacht: ‚Du bist jetzt der Bankspieler und der wird so bleiben‘. Die Diskussionen können wir alle in der Zukunft führen, wir haben hier einen Meisterschaftskampf. Ich finde es interessant. Dass man Schlagzeilen produzieren will, ist ganz normal. Aber dieser ganze Käse, den ich angeblich fühle und liebäugle, den hat sich jemand aus den Fingern gesaugt.“
Matthijs de Ligt (FC Bayern) nach dem Spiel in der Mixed Zone über...
... die Fortschritte gegen Schalke: „Dass wir in der ersten Halbzeit gleich zwei Tore gemacht haben. Das ist schön für unsere Mannschaft. Wir haben davor zwei, drei Chancen nicht verwertet. Aber wenn wir unsere Chancen machen, sieht man, dass wir mit mehr Ruhe spielen. Für einen Gegner wie Schalke ist das dann schwierig. Jetzt haben wir seit drei Wochen denselben Rhythmus (ohne Englische Wochen, d. Red.). Wir trainieren jetzt gut und bringen unsere Leistung.“
... die Anspannung im Meisterkampf: „In dieser Phase der Saison, mit diesem Druck im Meisterschaftskampf mit Dortmund, ist 90 Prozent mental. Heute haben wir mit einem freien Kopf gespielt. Man sieht, dass wir dann sehr gut sind.“
... ob das Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag (18.30 Uhr) entscheidend wird: „Nein, wir haben noch zwei sehr wichtige Spiele. Natürlich, Leipzig, zu Hause, das ist sehr schwierig. Aber auch in Köln ist es sehr schwierig. Wir müssen in jedem Spiel fokussiert bleiben.“
... den kommenden Gegner RB Leipzig: „Es ist ein sehr guter Gegner. Im Hinspiel haben wir in Leipzig 1:1 gespielt, damals war Nkunku nicht dabei. Jetzt haben sie ihn dabei. Er ist ein sehr guter Spieler. Sie spielen natürlich auch noch um die Champions League. Sie müssen gewinnen. Und wir müssen bereit sein für dieses Top-Match.“
... das Samstagabendspiel des BVB gegen Gladbach: „Letztes Mal habe ich Dortmund geschaut und da haben sie 6:0 gewonnen. Ich glaube, es ist nicht so gut, wenn ich das mache (lacht). Natürlich. Ich kann ein bisschen am Handy schauen. Dortmund ist zu Hause sehr stark. Hoffentlich kann Borussia Mönchengladbach etwas Schönes erreichen.“
Marius Bülter (FC Schalke 04) nach der Partie bei Sky über ...
... das Spiel: „Wir sind von Anfang an nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben zu viele Chancen zugelassen und dann geht so ein Spiel auch mal 6:0 aus.“
... seine Gelb-Sperre: „Ich war jetzt gefühlt 15 Spiele vorbelastet, aber ja, es war eine klare Gelbe Karte in der Situation. Ich will in dem Moment vielleicht gar nicht foulen, aber ich kreuze den Laufweg, ich konnte nicht mehr weg.“
... den nächsten Rückschlag im Abstiegskampf: „Und war allen bewusst, dass die Chance heute nicht groß war, etwas zu kommen. Es ist natürlich ein Rückschlag, aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Wir haben jedes Mal gezeigt, dass wir aufstehen können. Wir haben das große Ziel vor Augen. Gerade zu Hause haben wir bewiesen, dass wir in den Spielen da sind.“
Thomas Tuchel (Trainer FC Bayern) vor der Partie bei Sky über ...
... seine Startaufstellung: „Der Druck von euch wurde so groß (auf Nachfrage wegen Thomas Müller, Anm.) . Sie ist einen Tick offensiver. Wir wünschen uns eine bisschen bessere Besetzung im Strafraum. Mit Thomas und Jamal (Musiala, Anm.) erhoffen wir uns eine einen Tick offensivere Ausrichtung und mehr Gefahr im Strafraum. (...) Es ist mir schwergefallen, Ryan draußen zu lassen, auch Leon. Sie sind nicht so prädestiniert, im Strafraum durchzulaufen.“
... den Gegner: „Sie spielen Mann gegen Mann über den ganzen Platz. Das ist mutig, so zu spielen. Sie spielen sehr laufintensiv, nehmen ihre Standards sehr ernst und sind da gefährlich.“
... Serge Gnabry: „Serge ist ein super Charakter, super Typ. Er hat Lust auf Training, ist extrem positiv. Er hat sich das verdient und hat in Bremen das Glück zurückbekommen.“
... den Titelkampf: „Nichts ist wichtiger als Siege in Folge. Das hilft, dass wir uns auf uns konzentrieren können. Wir brauchen Selbstvertrauen und das gibt es natürlich am meisten durch Siege.“
Rubriklistenbild: © imago/RHR-FOTO




