Ski-Legende Büchel gibt beklemmende Einblicke zu tückischer Krankheit
VonAlexander Kaindl
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Marco Büchel zählt zu den beliebtesten Wintersport-Experten im deutschen Fernsehen. Die Ski-Ikone hat schwierige Monate hinter sich – wegen einer Krankheit.
München – Die Wintersport-Saison hat begonnen, die ersten Rennen im Ski alpin sind bereits absolviert. Seit mehr als einem Jahrzehnt sind es die deutschen Fans mittlerweile gewohnt, in den kalten Monaten auch die Stimme von TV-Experte Marco Büchel zu hören. Er geht in seine 14. Saison beim ZDF.
Marco Büchel leidet an Long Covid
Der frühere Top-Skifahrer aus Liechtenstein, der schon zu seiner aktiven Zeit einen Kultstatus erlangte, macht auch am Mikrofon eine gute Figur. Die Anhänger schätzen seine Kommentare und natürlich seine lockere Art. Umso größer war der Schock, als Büchel seine Krankheit öffentlich machte und auch über deren Auswirkungen sprach. Der 52-Jährige leidet an Long Covid.
Damals erklärte er in einem langen Statement: „Über mehrere Monate lang hatte ich das Gefühl, dass etwas mit meiner Gesundheit nicht stimmte. Alles, was ich über meinen Körper gelernt und wusste, ist irgendwie komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Ich konnte mir selbst nicht mehr trauen.“
Marco Büchel
Alter:
52 Jahre (4. November 1971)
Disziplin:
Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Kombination
Größte Erfolge:
18x Weltcup-Podest, Silber bei Weltmeisterschaften
Ski-Ikone Büchel gibt beklemmende Einblicke zu tückischer Krankheit: „Mein Schädel dröhnt“
Nun hat Büchel in einem Interview weitere beklemmende Einblicke zu seiner tückischen Krankheit gegeben.
Gegenüber watson.de sagte er: „Bei einem Crash merke ich, dass der Stecker gezogen ist. Da ist dann nur noch Leere. Ich muss mich hinlegen, am besten in einem dunklen Raum, und zwar ganz schnell. Mein Schädel dröhnt, als hätte ich Migräne, und beim Lesen von Texten kann ich Zusammenhänge nicht mehr erkennen. Teilweise greift das Ganze auch mein Sprachzentrum an. Dann finde ich die Worte nicht und kann mich nicht richtig artikulieren.“
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Einen solchen Crash riskiere er, wenn er nicht mindestens neun Stunden pro Nacht schlafe oder sich mehr als zwei Stunden körperlich betätige. Für einen ehemaligen Spitzensportler natürlich eine massive Einschränkung. Einmal trat sogar das Worst-Case-Szenario ein: Büchel crashte im Live-TV. „Da habe ich Panik bekommen. Ich war Studiogast beim Schweizer Fernsehen und es ging um schwierige Themen wie Nachhaltigkeit und Sportpolitik. Dann hatte ich plötzlich einen Crash, und mir sind die Worte nicht mehr eingefallen.“
Immerhin habe niemand etwas davon bemerkt. Für Büchel war es dennoch „unglaublich frustrierend“ und er „hatte die Schnauze voll“. Im Watson-Interview sagt er weiter: „Ich war dieser Krankheit ausgeliefert. Eigentlich wollte ich nur mein altes Leben zurück. Mein Business ist das Reden. Teilweise hatte ich wirklich Angst, dass Long Covid meinen Beruf tangiert. Umso dankbarer bin ich heute, dass diese schwierige Zeit nun überstanden ist.“
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Die gute Nachricht ist nämlich: Es geht Büchel besser. Mittlerweile kennt er sein Energielevel und damit die Grenze, die er nicht überschreiten darf. Dementsprechend steht seiner ZDF-Tätigkeit auch nichts im Wege. Die Fans können sich also auch in diesem Winter auf die Expertisen der Ski-Ikone freuen.