- VonNiklas Kirkschließen
Beim Hahnenkamm-Rennen war Skirennläufer Julian Schütter nur als Zuschauer zugegen. Am Veranstalter übte das österreische Ski-Ass enorme Kritik.
Kitzbühel – Für viele Fans ist es das Highlight er Skiweltcup-Saison: die Abfahrt auf der legendären „Streif“. Auch dieses Jahr legten Wintersport-Fans ihren Fokus vom 19. bis zum 21. Januar auf die 84. Ausgabe des Hahnenkamm-Rennens.
Dort wurden sie Zeugen des letzten Auftritts von Thomas Dreßen und davon, wie sich der Franzose Cyprien Sarrazin den Doppel-Sieg sicherte. Abseits des Sportlichen meldete sich ÖSV-Athlet Julian Schütter zu Wort und kritisiert die Veranstalter mit harschen Worten. Grund dafür ist einer der Werbepartner.
ÖSV-Athlet Schütter: mit dem Zug zum Weltcup-Rennen
Wegen eines Kreuzbandrisses blieb Schütter in diesem Jahr nur die Rolle als Zuschauer. Dennoch reiste der B-Kader mit dem Zug in die Gamsstadt, um dem Weltcup-Rennen beizuwohnen.
Nach der Veranstaltung meldete sich der Österreicher, der zudem als Klimaaktivist bekannt ist, wegen der aufgestellten Werbebanden mit einer Anklage an die Veranstalter zu Wort.
Julian Schütter kritisiert Werbedeals mit Airlines und Ölkonzernen
Dabei richtete sich der Ärger des 25-Jährigen vor allem gegen die prominente Werbung für Austrian Airlines, die unter anderem am Streckenverlauf und bei der Zieleinfahrt gut zu sehen gewesen ist. Für Schütter ein No-Go, weshalb er sich via Instagram wie folgt zu Wort meldete: „Die Hahnenkamm-Rennen sind eines der wichtigsten und schönsten Events im alpinen Skisport. Gleichzeitig treiben sie heuer den eigenen Untergang voran, indem sie Werbung für eine Airline machen.“
Bei eben diesem Werbepartner ergänzt Schütter seine Kritik mit dem Hinweis, dass die Fluggesellschaft erst vor kurzem wegen Greenwashing verurteilt wurde. Ein schwerer Imageschaden in Zeiten, in dem auch das Spannungsverhältnis zwischen Wintersport und Umweltschutz immer wieder thematisiert wird.
Schütter mit Weckruf an den Wintersport: „Müssen aufhören, für unsere Zerstörung zu werben“
Laut Schütter ginge es für den Sport mehr denn je darum, aufzuhören „für unsere eigene Zerstörung zu werben“ und anzufangen, sie zu bekämpfen. Weiter nennt er mit der Zusammenarbeit zwischen dem norwegischen Skiverband und dem staatlichen Ölkonzern eine weitere kontroverse Partnerschaft. Zum Ende seiner Statements verlinkte Schütter noch den Account des internationalen Skiverbandes FIS.
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So bleibt wenige Tage nach dem Triumph von Sarrazin nicht nur dessen herausragende Leistung in aller Munde, sondern auch der Streit darüber, wie der Ski-Sport in Zukunft gestaltet werden könnte. Dass der in Innsbruck lebende Schütter am Wochenende mit dem Zug nach Kitzbühel anreiste, dürfte als weiteres Zeichen seiner Haltung zu verstehen sein. Gegenüber der österreichischen Heute-Zeitung stellte er jüngst klar, dass er kein Auto besäße. (nki)
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