Test gegen Spanien in Darmstadt

Knauff, Collins, Brown - Eintracht Frankfurt liefert dem DFB-U21-Team Tempo und Thrill

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Ansgar Knauff, Nnamdi Collins und Nathaniel Brown - Frankfurt liefert die meisten Toptalente für den aktuellen Kader der U21-Nationalmannschaft. Trainer Antonio di Salvo lobt die Eintracht-Profis.

Gleich drei Spieler von Eintracht Frankfurt, so viele, wie von keinem anderen Klub, gehören zum Aufgebot der deutschen U21-Nationalmannschaft. Das Team bereitet sich diese Woche in Frankfurt auf zwei Testspiele am Freitag in der Slowakei und nächsten Dienstag in Darmstadt gegen Spanien vor. Bundestrainer Antonio Di Salvo setzt dabei auch auf den Frankfurter Speed. Ansgar Knauff (35,93 km/h Spitzengeschwindigkeit) und Nnamdi Collins (35,77 km/h) gehören mit ihrem Tempo zu den Top 20 der Bundesliga, Nathaniel Brown (34,27) immerhin zu den Top 80 der mehr als 500 Erstligaprofis.

Gute Entwicklung

„Im modernen Fußball ist Tempo ein ganz großes Kriterium, das man nicht lernen kann“, sagt Di Salvo, „entweder bis du schnell oder nicht. Und wenn du schnell bist, hast du ganz bestimmt Vorteile. Ich glaube, dass das auch ein wichtiges Kriterium für Markus Krösche beim Scouting und in der Ausbildung ist.“ Geschwindigkeit - ein großer Punkt sowohl für den Eintracht-Sportvorstand als auch für den U21-Coach, der sein Team auf die Europameisterschaft im Sommer vorbereitet.

„Eintracht Frankfurt hat seit einigen Jahren eine gute Strategie, junge Spieler zu verpflichten, sie sehr gut weiterzuentwickeln und auch sehr gut zu verkaufen“, sagt Di Salvo. „Frankfurt hat eine sehr spannende Mannschaft. Unsere Jungs Nene Brown, Nadi Collins und Ansgar Knauff sind Spieler, die sich bei uns schon in den Vordergrund gespielt haben. Ich freue mich, dass sie sehr viele Einsatzzeiten bei der Eintracht bekommen.“ Gerade auf diesem Niveau sei das bemerkenswert, denn: „Frankfurt ist ein Topklub in der Bundesliga und europäisch auch erfolgreich. Wenn es die Jungs schaffen, bei einem solchen Klub eine Rolle in der Startelf zu spielen, dann freut mich das natürlich als U21-Trainer.“

2016 arbeitete Di Salvo zunächst als Co-Trainer bei der U21, seit 2021 ist er dort Nachfolger von Stefan Kuntz. Gerade die Entwicklung bei Eintracht Frankfurt spielt dem 45-Jährigen in die Karten. Er erinnert sich: „Als ich bei der U21 angefangen haben, gab es schon einige Bundesligaspieler mit 80 bis 100 Bundesligaspielen, die dennoch kein Bestandteil der U21 waren, weil so viele andere Talente besser waren. Mittlerweile ist es so: Wenn man jung genug ist in der zweiten oder ersten Liga zum Einsatz kommt, spielt man automatisch auch für die U21 eine Rolle. Aber ich finde, dass es in den vergangenen ein, zwei Jahren die Tendenz wieder in die andere Richtung geht. Wir haben viele sehr junge Spieler in der zweiten Liga, die dort regelmäßig spielen, wir haben einige auch in der ersten Liga, die zu ihren Einsatzzeiten kommen.“

Wie Ansgar Knauff (23), Nnamdi Collins (21) und Nathaniel Brown (21). Di Salvo erläutert: „Ansgar ist schon sehr lange bei uns dabei. Man merkt, dass das Spiel von Eintracht Frankfurt ihm zugutekommt, weil er ein Spieler ist, der von Umschaltaktionen profitiert. Bei uns war es öfter so, dass er gerade dann in einigen Spielen, wenn der Gegner tief hinten drinstand, nicht richtig zur Geltung kam. Aber es geht bei ihm in die richtige Richtung. Auch die Frankfurter haben jetzt viele Spiele, wo sie die Gegner hinten reindrücken. Da hat Ansgar sich weiterentwickelt, im Torabschluss, in den Abläufen, beim ersten Kontakt.“

Di Salvo befindet sich in engem Austausch mit Eintracht-Coach Dino Toppmöller über die Frankfurter Jungprofis. Von Collins und Brown ist er besonders beeindruckt: „Nnamdi war erst einmal bei uns dabei. Wir haben direkt gemerkt, dass er für unsere Position als rechter Außenverteidiger, aber auch als rechter Innenverteidiger, richtig wertvoll sein kann. Er ist schnell, er ist stabil, er geht in die Zweikämpfe, er hat Selbstvertrauen.“

Ins Team gespielt

Di Salvo kennt Brown schon länger, der rechte Läufer hat bereits sieben U21-Länderspiele absolviert. „Er besticht durch seine Vielseitigkeit, ist kein klassischer Außenverteidiger, er kommt in die Halbräume, ist torgefährlich und superschnell. Nach den Problemen in der Anfangszeit, als er nicht für den Europapokal nominiert wurde, ist er drangeblieben und hat eindrucksvoll gezeigt, dass er in die Frankfurter Mannschaft gehört.“

Insgesamt sei er „nicht überrascht über die Entwicklung“ von Knauff, Collins und Brown, „aber trotzdem gehört einiges dazu, dass sie es auf den Punkt so gut zeigen. Dass sie das geschafft haben, ist super.“

Schon lange dabei: Ansgar Knauff.
Beeindruckt: Nnamdi Collins.
Alter Hase: Nathaniel Brown.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto

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