Der Joker des FC Bayern bei den schwierigen Upamecano-Verhandlungen
VonPeter Grad
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Der französische Nationalspieler Dayot Upamecano befindet sich derzeit in absoluter Topform und kann sich deswegen seinen künftigen Verein wegen des auflaufenden Vertrags beim FC Bayern aussuchen.
München - Der 27-jährige Vize-Weltmeister ist sich dessen natürlich absolut bewusst, in welch komfortablen Situation er sich derzeit befindet. Upamecanos Kontrakt beim deutschen Rekordmeister läuft 2026 aus, er befindet sich in Top-Form, mit einem taxierten Marktwert von 60 Millionen Euro gehört er zu den wertvollsten Spielern mit dieser Konstellation. Folglich kann sich der wuchtige Innenverteidiger seinen zukünftigen Klub praktisch aussuchen. Im Interview mit L’Équipe weicht er so hinsichtlich seiner Zukunftspläne größtenteils aus, auch wenn es nach wie vor eine klare Tendenz gibt.
„Mein Agent kümmert sich darum. Wir werden die richtige Entscheidung treffen. Ich werde gut beraten. Ich konzentriere mich auf meine Saison, auf die Ziele im Verein und in der Nationalmannschaft. Ich habe keinen Kopf dafür“, so Upamecano. Ob eine Verlängerung bei den Bayern oder ein möglicher neuer Klub bis zur WM im nächsten Jahr feststeht? „Ich hoffe es“, entgegnet der Weltklasse-Verteidiger lediglich.
Upamecano dankt seinen Trainern, aber einem ganz besonders
FCB-Präsident Herbert Hainer gab sich zuletzt „verhalten optimistisch“ bezüglich eines Verbleibs des 27-Jährigen. Doch die Verhandlungen ziehen sich schon seit Beginn des Jahres, unter anderem soll es – Vorbild Alphonso Davies in einer vergleichbaren Verhandlungssituation – um einen hohen Unterschriftsbonus gehen. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich beim FC Bayern wohlfühle, ich habe einen super Trainer. Ich verstehe mich gut mit meinen Mannschaftskollegen“, betont Upamecano auch in diesem Interview.
Nach seiner Weltklasseleistung beim 2:1-Sieg in der Champions League beim Titelverteidiger Paris Saint-Germain soll auch der französische Hauptstadt-Verein ein gesteigertes Interesse an dem Nationalspieler zeigen. Doch gegenüber L’Équipe geht Upamecano auch auf die Frage danach nicht ein: „Ich stehe bei Bayern unter Vertrag. Ich habe Ziele. Ich bin sehr dankbar, wenn Vereine Interesse an mir zeigen.“
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Auch seine Entwicklung in den letzten Jahren vom talentierten Profi, der seine Leistungen durch Konzentrationsfehler hin und wieder selbst torpedierte, zum gestandenen Verteidiger nahm im Gespräch einen größeren Raum ein: „Ich habe versucht, viele Dinge auszuradieren, und das verdanke ich einem großartigen Trainer (Vincent Kompany ist gemeint). Als er ankam, gab er mir Anweisungen. Er hat mir geholfen, mein Stellungsspiel zu verbessern, hat mir gesagt, ich solle keine Angst haben, hoch zu gehen, auch sehr hoch, wie wir es gegen PSG gesehen haben. Ich mag das.“
Der Franzose geht noch weiter in die Vergangenheit zurück: „Schon bei Ralf Rangnick, 2017 in Leipzig, hatte ich diese Art von Unterricht. Hier ist es sogar noch fortschrittlicher. Es ist einfach schön, weil ich ein Spieler bin, der gerne läuft. Auch die Konzentrationsschwächen, die ich in der Vergangenheit erlebt habe, liegen hinter mir“. Sein Spiel sei „reifer“ geworden.
Upamecano schwärmt von Bayern-Coach Kompany
An seiner Weiterentwicklung hatte auch der frühere Bayerntrainer und jetzige Bundestrainer Julian Nagelsmann einen gehörigen Anteil: „Sie alle haben zu meinem Erfolg beigetragen. Ich bin sehr jung nach Deutschland gekommen und Rangnick hat mir das nötige Selbstvertrauen gegeben, um mich in einem fremden Land durchzusetzen. Nagelsmann hat mir die Freiheit im Spiel gegeben, mit dem Ball nach vorne zu gehen. Das hatte ich zwar schon in mir, aber er hat mich weitergebracht.“
Aber besonders dankbar zeigt sich der 27-Jährige gegenüber dem aktuellen Chefcoach an der Säbener Straße: „Bei Kompany merke ich, dass er auf meiner Position gespielt hat. Manchmal nimmt er mich beiseite, sagt: ‚Dayot, komm in mein Büro‘ und dann zeigt er mir Videosequenzen, in denen ich sehen kann, was ich besser machen muss.“ Wer würde nicht gerne bei so einem „perfekten Trainer“ bleiben?