- VonLuca Hartmannschließen
Beim geglückten Debüt von Julian Nagelsmann als DFB-Trainer überzeugte besonders der Ersatz von Joshua Kimmich – und könnte dem Bayern-Star dauerhaft Konkurrenz machen.
Hartford – Das mit Spannung erwartete Debüt von Julian Nagelsmann als deutscher Bundestrainer nahm einen glücklichen Ausgang. In Hartford besiegte Deutschland die USA nach zwischenzeitlichem Rückstand hochverdient mit 3:1. Exakt acht Monate vor der Heim-EM 2024 zeigte das DFB-Team vor allem in der zweiten Halbzeit seine spielerische Klasse – auch dank eines kompakten deutschen Mittelfelds.
| Pascal Groß | |
|---|---|
| Geboren: | 15. Juni 1991 (Alter: 32 Jahre), in Mannheim |
| Verein: | Brighton & Hove Albion |
| Position: | Zentrales Mittelfeld |
| Länderspiele: | 3 |
Pascal Groß überzeugt beim DFB-Sieg gegen USA
Allen voran Kapitän Ilkay Gündogan, der nicht nur wegen seines Tores zum zwischenzeitlichen 1:1 glänzte, machte eine starke Partie. Eigentlich war Bayern-Star Joshua Kimmich an dessen Seite im zentralen Mittelfeld erwartet worden, eine Erkältung zwang den 28-Jährigen jedoch zur verfrühten Abreise – und ermöglichte einem spät Berufenen sein Startelf-Debüt.
Pascal Groß, der im September noch unter Hansi Flick im DFB-Trikot debütieren durfte, startete an der Seite von Gündogan und zeigte sich 70 Minuten als ernstzunehmende Alternative auf der Sechser-Position. Fast wäre dem 32-Jährigen sogar sein erstes Länderspieltor gelungen, sein Schuss traf jedoch nur den Pfosten. Dennoch machte sein Debüt in der Startelf Lust auf mehr.
Nagelsmann mit Sonderlob für Kimmich-Ersatz
Auch Nagelsmann blieb die ansprechende Leistung von Groß nicht verborgen. „Pascal hat es sehr gut gemacht, er hat in Brighton einen sehr guten Trainer, der ihm viel mitgibt. Er ist sehr schlau im Raum, im Binden von Gegenspielern, ist mutig und hat ein gutes Gegenpressing, kann viele Positionen spielen“, lobte Nagelsmann. Groß sei ein „sehr schlauer und intelligenter Fußballer“.
„Die Chance hat jeder, es gilt das Leistungsprinzip“, kommentierte der Bundestrainer angesprochen auf weitere Spiele in der Startelf. Für Groß, der in England bei Brighton & Hove Albion spielt, war es erst das dritte Länderspiel – unter drei verschiedenen Trainern. Laut Nagelsmann, weil er „seit Jahren ein bisschen unterm Radar“ fliege. Trotzdem habe der Ingolstädter „das Leuchten in den Augen, für ihn ist die Nationalmannschaft was Besonderes, er brennt“, schwärmte Nagelsmann.
Groß vermeidet Kampfansage an Kimmich
Nach seinem verheißungsvollen Debüt vermied Groß selbst jedoch jegliche Ansprüche auf weitere Startelf-Einsätze und eine Kampfansage an Joshua Kimmich um die Position im Mittelfeld-Zentrum. „Ich kenne meine Rolle. Es war schön, heute zu spielen. Ich freue mich, dass wir gewonnen haben.“ Aber ein Duell mit Kimmich? „Nee!“, unterstrich er.
Im Duett mit Gündogan diktierte Groß das Spiel, übernahm im Vergleich jedoch eine eher defensivere Rolle und ließ seinem Kapitän damit bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute mehr Freiheiten im Offensiv-Spiel, die zweifelsohne zu Gündogans großen Stärken zählen. „Ilkay gibt jedem Spieler ein gutes Gefühl, er ist ein absoluter Topspieler, der eine unfassbare Spielintelligenz und Ballsicherheit hat“, lobte Groß seinen Kapitän. Nagelsmann ergänzte: „Pascal und Ilkay haben sich sehr schlau und sehr gut zwischen den Linien bewegt.“
Im Spiel gegen Mexiko winkt Groß ein weiterer Einsatz in der Startelf. Joshua Kimmich dürfte von Zuhause aus besonders genau zuschauen. Unterdessen bekamen Nagelsmann und die DFB-Elf nach ihrem Sieg viel Lob von der internationalen Presse. (LuHa)
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