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Kurs bei den Frauen von Eintracht Frankfurt ist mit viel Risiko verbunden

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Wohin die Eintracht-Frauen steuern, ist nicht ganz klar.
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Die Frauen von Eintracht Frankfurt sind wieder Dritter geworden. Für die Bosse stimmt das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht mehr. Jetzt kommt vieles auf den Prüfstand. Ein Kommentar

Fast vier Monate pausiert nun die Frauen-Bundesliga, bis am 5. September wieder der Ball rollt. Zuerst beim Meister und Pokalsieger FC Bayern in der großen Arena. Gespielt wird dann endlich mit 14 Teams, aber Stand jetzt ist unklar, welche Rolle Eintracht Frankfurt spielen will. Beim „ewigen Dritten“ steht ein Umbruch unbekannten Ausmaßes bevor.

Die Führungsetage hat ein „strukturelles Defizit“ ausgemacht – und will Aufwand und Ertrag in ein besseres Verhältnis bringen. Die Quersubventionierung hat auch in einem der Diversität verpflichteten Lizenzverein ihre Grenzen. Vom Gesamtumsatz der Fußball AG mit 363 Millionen Euro macht das Budget der Frauen rund sechs Millionen Euro aus.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Niko Arnautis hat den Einbruch nach der Herbstmeisterschaft viel zu positiv verkauft. Eine Spur mehr Selbstkritik würde dem Langzeitcoach nicht schaden. Daher ist es legitim, dass die Klubführung alles grundsätzlich hinterfragt. Zu berücksichtigen ist nur, dass dieses Team in der Eintracht-Familie immer besseren Anklang findet.

Weil vieles im Frauenfußball nicht so aufgemotzt und aufgeladen rüberkommt. Gerade jetzt wäre ein Sparkurs der falsche Weg. Im Kader befinden sich (noch) viele spannende deutsche Spielerinnen. Jammerschade, dass etwa eine Carlotta Wamser nicht gehalten wird. Es ist ein Irrglaube, dass analog zu den Männern auch bei den Frauen bedeutende Transfersummen erlöst werden können. Ablösefreie Wechsel sind nämlich die Regel.

Vieles an der neuen Strategie wirkt daher nicht richtig durchdacht. Die Eintracht nimmt sogar in Kauf, den Status als dritte Kraft zu verlieren. Ein fatales Zeichen für einen Standort, der mal den deutschen Frauenfußball geprägt hat.

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