Hoffen auf schnelle Einigung: DFB muss Gehalt von Flick weiter zahlen
VonJan Christian Müller
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Christoph Klaucke
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Hansi Flick wurde als Bundestrainer freigestellt. Der DFB will den noch laufenden Vertrag auflösen, muss bis dahin aber weiter das Gehalt zahlen.
Frankfurt – Die Tage von Hansi Flick als Bundestrainer sind gezählt. Der DFB hat den 58-Jährigen am Sonntagabend von seinen Aufgaben entbunden. Allerdings wurde der Vertrag noch nicht aufgelöst. Flick kassiert also weiterhin sein üppiges Gehalt, eine komplizierte Gemengelage für den größten Sportverband der Welt.
DFB muss Gehalt zahlen: Flick verdient wohl sechs Millionen Euro Jahresgehalt
Hansi Flick sah sich bis zuletzt auch nach dem 1:4-Debakel gegen Japan als richtigen Trainer für die deutsche Nationalmannschaft. Der Weltmeister-Co-Trainer von 2014 war felsenfest davon überzeugt, ein völlig verunsichertes Team zu einer erfolgreichen Heim-EM in Deutschland im kommenden Jahr zu führen – einen Rücktritt schloss er kategorisch aus.
Dieser Ansicht war der DFB nicht mehr und zog noch vor dem Länderspiel am Dienstag gegen Frankreich die Reißleine. Erstmals in der 113-jährigen Verbandsgeschichte wurde mit Flick ein Bundestrainer vorzeitig aus seinem Amt entfernt. Denn Flick wurde freigestellt. Was bedeutet, dass sein bis 2024 geltender Vertrag zunächst weiterläuft. Eine Einigung dürfte für den klammen Verband zur teuren Angelegenheit werden.
Hoffen auf schnelle Einigung: DFB muss Gehalt von Flick weiter zahlen
Das Gehalt von Flick beträgt nach fr-Informationen rund sechs Millionen Euro. Der Betrag, der bereits seit Wochen aus der Verbandszentrale an der Otto-Fleck-Schneise zu vernehmen ist, wurde zwar nicht bestätigt, jedoch auch nicht dementiert. Dazu muss man wissen, dass der DFB in der Regel etwaige Zahlen schnell ins Reich der Fabel verweist.
Was in diesem Fall nicht passiert ist und dementsprechend eindeutig für die sechs Millionen Euro Jahresgehalt sprechen würde. Es gibt derzeit zudem keinerlei Hinweise, dass der Vertrag aufgelöst wäre, somit dürften in den kommenden Tagen Verhandlungen über eine Abfindung stattfinden.
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DFB blühen harte Verhandlungen mit Flick-Anwalt Schickhardt
Dem DFB um Präsident Bernd Neuendorf stehen nun wohl Gespräche mit Flicks renommiertem Anwalt Christoph Schickhardt ins Haus. Beide Parteien müssen sich über eine Auflösung des bis 2024 laufenden Vertrags, den einst noch Oliver Bierhoff ausverhandelt hatte, einigen.
Gelingt dies nicht, würde Flick bis Vertragsende weiter Gehalt beziehen. Auch aufgrund dieser Konstellation hat der DFB um Sportdirektor Rudi Völler wohl lange an Flick festgehalten, nach dem Japan-Debakel war die Trennung dann unvermeidbar geworden.
DFB nach Flick-Aus in der finanziellen Klemme
Denn der DFB muss pro Jahr laut fr-Informationen rund 19,5 Millionen Euro einsparen, um im operativen Geschäft auf eine schwarze Null zu kommen. Zwar wurden durch eine interne Revision immerhin schon 14,5 Millionen Euro erreicht, allerdings fehlen eben noch einige Millionen. Entsprechend ist die sich anbahnende Flick-Entlassung zusätzlich seiner beiden Co-Trainer eine riesige Belastung.