Verhandlungen seit vielen Monaten

Uli Hoeneß mit überraschend klaren Worten zur Upamecano-Verlängerung

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Nachdem sich bereits FCB-Sportvorstand Max Eberl am Rande des BL-Spiels gegen den FC St. Pauli klar zur Personalie Upamecano geäußert hat, legt Uli Hoeneß nun nach.

München - Der 73-jährige Ehrenpräsident des FC Bayern ist bekanntermaßen ein Mann der klaren Worte, diese lassen nun im Fall des französischen Vizeweltmeisters Dayot Upamecano wenig Spielraum für Interpretationen zu. Am Rande des Kongresses „Sport Marke Medien“ in München äußerte er sich am Sky-Mikro über den Stand der Verhandlungen mit dem bulligen Innenverteidiger: „Ich denke, er wird seinen Vertrag verlängern.“

Gut gelaunter FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß.

Damit sendet Hoeneß ein klares öffentliches Zeichen, dass man beim deutschen Rekordmeister hinsichtlich des Abwehrchefs sehr optimistisch ist. Der Kontrakt des 27-Jährigen an der Säbener Straße läuft im Sommer 2026 aus, die Verhandlungen ziehen sich bereits seit vielen Monaten hin, wurden zuletzt noch einmal intensiviert, was nun zu einem positiven Ende aus Münchner Sicht führen könnte.

Der Ehrenpräsident bekräftigt die Einschätzung des FCB-Sportvorstands

Am Wochenende hatte schon der FCB-Sportboss Max Eberl verdeutlicht, welche große Bedeutung die Verlängerung mit dem französischen Nationalspieler besitzt: „Wir wollen es unbedingt. Ich glaube, das haben wir hinreichend kommuniziert“, so der 52-Jährige am Sky-Mikrofon. Upamecano fühle sich „sehr, sehr wohl“, doch einen Zeitpunkt für die Entscheidung gebe es jedoch noch nicht.

Eberl betonte dabei, dass das Finanzielle für Upamecano eher eine untergeodnete Rolle spielen würde: „Für ihn ist der generelle Weg entscheidend“, womit vor allem die sportliche Perspektive, die Rolle unter Trainer Vincent Kompany sowie die Entwicklung der gesamten Bayern-Mannschaft zu verstehen sind.

Wieder ein neuer im Vorstand – Der ereignisreiche Bayern-Umbruch der letzten Jahre

Nun ist es also offiziell: Der FC Bayern München bekommt seinen neuen Wunsch-Vorstand. Rouven Kasper hat sich für einen Wechsel vom VfB Stuttgart zum FCB entschieden.
Nun ist es also offiziell: Der FC Bayern München bekommt seinen neuen Wunsch-Vorstand. Rouven Kasper hat sich für einen Wechsel vom VfB Stuttgart zum FCB entschieden. © IMAGO/Julia Rahn
Das gab der Verein am Montag in einer Pressmitteilung bekannt. Ab dem 1. Januar wird der 43-Jährige das Amt als Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern übernehmen.
Das gab der Verein am Montag (29.09) in einer Pressmitteilung bekannt. Ab dem 1. Januar 2026 wird der 43-Jährige das Amt als Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern übernehmen. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Bayern-Präsident Herbert Hainer zeigt sich zufrieden mit der Personalie: „Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Rouven Kasper fachlich und persönlich die richtige Wahl ist, um mit ihm als Vorstand die ambitionierten Ziele des FC Bayern in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu erreichen, zumal er unseren Club schon bestens kennt.“
Bayern-Präsident Herbert Hainer zeigt sich zufrieden mit der Personalie: „Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Rouven Kasper fachlich und persönlich die richtige Wahl ist, um mit ihm als Vorstand die ambitionierten Ziele des FC Bayern in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu erreichen, zumal er unseren Club schon bestens kennt.“ © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
Kasper war bereits von 2016 bis 2021 für den FCB tätig. In sein Hauptaufgabenfeld als „President Asia“ fielen die Markenaktivitäten in Asien. 2021 folgte dann der Wechsel zum VfB Stuttgart. „Unser gemeinsames Ziel ist es, mit voller Kraft an der Weiterentwicklung des FC Bayern zu arbeiten – dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Diese große Aufgabe ist für mich Ehre und Ansporn zugleich“, freut sich Kasper auf seine neue Aufgabe.
Kasper war bereits von 2016 bis 2021 für den FCB tätig. In sein Hauptaufgabenfeld als „President Asia“ fielen die Markenaktivitäten in Asien. 2021 folgte dann der Wechsel zum VfB Stuttgart. „Unser gemeinsames Ziel ist es, mit voller Kraft an der Weiterentwicklung des FC Bayern zu arbeiten – dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Diese große Aufgabe ist für mich Ehre und Ansporn zugleich“, freut sich Kasper auf seine neue Aufgabe. © Julia Rahn via www.imago-images.de
In Stuttgart hatte Kasper, dem ein besonders gutes Verhältnis zu VfB-Boss Alexander Wehrle nachgesagt wird, großen Anteil an der Internationalisierung des Vereins. Ein Grund dafür, weshalb der VfB Kasper den nächsten Schritt nicht verwehren wollte.
In Stuttgart hatte Kasper, dem ein besonders gutes Verhältnis zu VfB-Boss Alexander Wehrle nachgesagt wird, großen Anteil an der Internationalisierung des Vereins. Ein Grund dafür, weshalb der VfB Kasper den nächsten Schritt nicht verwehren wollte. © IMAGO/Hansjürgen Britsch
„Wir haben dem Wunsch Rouven Kaspers, diese neue berufliche Herausforderung anzunehmen, entsprochen, weil er sich in seiner Zeit beim VfB in hohem Maße um unseren Verein verdient gemacht und einen großen Beitrag zu unserem Wiedererstarken geleistet hat“, bedankte sich der Präsident des VfB Stuttgart Dietmar Allgaier.
„Wir haben dem Wunsch Rouven Kaspers, diese neue berufliche Herausforderung anzunehmen, entsprochen, weil er sich in seiner Zeit beim VfB in hohem Maße um unseren Verein verdient gemacht und einen großen Beitrag zu unserem Wiedererstarken geleistet hat“, bedankte sich der Präsident des VfB Stuttgart Dietmar Allgaier. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Ab 2026 übernimmt Kasper also die Aufgaben des scheidenden Finanzvorstands Michael Diederich. Der 60-Jährige wechselt bereits zum 1. Oktober 2025 zur Deutschen Bank. Mit dem 43-jährigen Sportökonom wächst das Vorstandstrio des FC Bayern, dem auch Sportvorstand Max Eberl (52) und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) angehören, wieder auf drei Mitglieder an.
Ab 2026 übernimmt Kasper also die Aufgaben des scheidenden Finanzvorstands Michael Diederich. Der 60-Jährige wechselt bereits zum 1. Oktober 2025 zur Deutschen Bank. Mit dem 43-jährigen Sportökonom wächst das Vorstandstrio des FC Bayern, dem auch Sportvorstand Max Eberl (52) und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58) angehören, wieder auf drei Mitglieder an. © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
Kehrt damit nun auch wieder mehr Kontinuität und Ruhe in die Führungsetage des Rekordmeisters ein? Dort hatte es in den letzten Jahren immer wieder Entlassungen und Umbrüche gegeben, die für Aufsehen gesorgt haben.
Kehrt damit nun auch wieder mehr Kontinuität und Ruhe in die Führungsetage des Rekordmeisters ein? Dort hatte es in den letzten Jahren immer wieder Entlassungen und Umbrüche gegeben, die für Aufsehen gesorgt haben. © IMAGO/Markus Fischer
Das alles begann, als sich Karl-Heinz Rummenigge zum 30.06.2021 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückzog. Seinen Posten übernahm Oliver Kahn, der bereits seit 2020 Mitglied des Vorstands war. Herbert Hainer war bereits 2019 Präsident des FCB geworden.
Das alles begann, als sich Karl-Heinz Rummenigge zum 30.06.2021 von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG zurückzog. Seinen Posten übernahm Oliver Kahn. © FC Bayern
Zu dieser Zeit war auch Hasan Salihamidžić schon eine wichtige Figur beim FCB. Der langjährige Bayern-Spieler war am 1. August 2017 als Sportdirektor zum FC Bayern zurückgekehrt. Zum 1. Juli 2020 wurde er zum Sportvorstand befördert.
Zu dieser Zeit war auch Hasan Salihamidžić schon eine wichtige Figur beim FCB. Der langjährige Bayern-Spieler war am 1. August 2017 als Sportdirektor zum FC Bayern zurückgekehrt. Zum 1. Juli 2020 wurde er zum Sportvorstand befördert. © Alex Beier via www.imago-images.de
Während seiner Zeit als sportlich Verantwortlicher holte der FC Bayern die Champions League, die Klub WM, den europäischen Supercup sowie sechsmal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und fünfmal den DFL-Supercup.
Während seiner Zeit als sportlich Verantwortlicher holte der FC Bayern die Champions League, die Klub WM, den europäischen Supercup sowie sechsmal die Deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und fünfmal den DFL-Supercup. © via www.imago-images.de
Trotz der sportlichen Erfolge gab es aber Unruhe im Umfeld des Klubs. Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen vor allem die üppigen Spielergehälter und die Gesamtentwicklung des Vereins missfallen haben.
Trotz der sportlichen Erfolge gab es Unruhe im Umfeld des Klubs. Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sollen vor allem die üppigen Spielergehälter und die Gesamtentwicklung des Vereins missfallen haben. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Zum endgültigen Verhängnis wurde Kahn und Salihamidzić aber wohl der Umgang mit der Personalie Julian Nagelsmann. Dieser übernahm den FC Bayern zur Saison 2021/22 als Nachfolger von Hansi Flick.
Zum endgültigen Verhängnis wurde Kahn und Salihamidzić aber wohl der Umgang mit der Personalie Julian Nagelsmann. Dieser übernahm den FC Bayern zur Saison 2021/22 als Nachfolger von Hansi Flick. © Marco Donato via www.imago-images.de
Trotz einer Siegesquote von 71,4% (nur Guardiola, Flick und Ancelotti erzielten im Durchschnitt mehr Bundesligapunkte) wurde Nagelsmann im März 2023 von Kahn und Salihamidžić gefeuert. Die Qualität des Kaders habe sich zunehmend seltener gezeigt. Thomas Tuchel folgte auf Julian Nagelsmann.
Trotz einer Siegesquote von 71,4% (nur Guardiola, Flick und Ancelotti erzielten im Durchschnitt mehr Bundesligapunkte) wurde Nagelsmann im März 2023 von Kahn und Salihamidžić gefeuert. Die Qualität des Kaders habe sich zunehmend seltener gezeigt. Thomas Tuchel folgte auf Julian Nagelsmann. © Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Nur einige Wochen später war dann für die Beiden aber selbst Schluss. Ende Mai 2023 wurden Kahn und Salihamidžić von ihren Aufgaben beim Rekordmeister entbunden.
Nur einige Wochen später war dann für die Beiden aber selbst Schluss. Ende Mai 2023 wurden Kahn und Salihamidžić von ihren Aufgaben beim Rekordmeister entbunden. © IMAGO/Ulrich Wagner
Uli Hoeneß nannte später mangelhafte Kommunikation und die Begleitumstände bei der Entlassung von Trainer Julian Nagelsmann Als Grund. Kahn und Salihamidzic hätten diese Entscheidung trotz der großen Tragweite ohne Rücksprache getroffen. „Niemand“ habe davon gewusst, „auch Herbert Hainer wurde als Aufsichtsratsvorsitzender viel zu spät informiert. Und so etwas geht einfach nicht“, sagte Hoeneß.
Uli Hoeneß nannte später mangelhafte Kommunikation und die Begleitumstände bei der Entlassung von Trainer Julian Nagelsmann Als Grund. Kahn und Salihamidzic hätten diese Entscheidung trotz der großen Tragweite ohne Rücksprache getroffen. „Niemand“ habe davon gewusst, „auch Herbert Hainer wurde als Aufsichtsratsvorsitzender viel zu spät informiert. Und so etwas geht einfach nicht“, sagte Hoeneß. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Zum neuen Vorstandsvorsitzenden und Kahn-Ersatz wurde Jan-Christian Dreesen ernannt. Dreesen war in den zehn Jahren davor als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG tätig.
Als neuer Vorstandsvorsitzender und Kahn-Ersatz wurde Jan-Christian Dreesen ernannt. Dreesen war in den zehn Jahren davor als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG tätig. © IMAGO/Ulrich Wagner
Im September 2023 stieß Christoph Freund als Sportdirektor zu den Münchnern. Zuvor war er in derselben Rolle für Red Bull Salzburg tätig.
Im September 2023 stieß Christoph Freund als Sportdirektor zu den Münchnern. Zuvor war er in derselben Rolle für Red Bull Salzburg tätig. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Am 1. März 2024 übernahm Max Eberl das Amt des Sportvorstands beim FC Bayern München. Er folgte damit auf Hasan Salihamidžić. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit stand Eberl vor der Aufgabe, die vakante Trainerposition neu zu besetzen – eine langwierige Suche, die von den Medien zunehmend kritisch begleitet wurde. Mit der Verpflichtung des damals noch vergleichsweise unerfahrenen Vincent Kompany traf er jedoch eine Entscheidung, die sich im Rückblick als gelungen erwies.
Am 1. März 2024 übernahm Max Eberl das Amt des Sportvorstands beim FC Bayern München. Er folgte damit auf Hasan Salihamidžić. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit stand Eberl vor der Aufgabe, die vakante Trainerposition neu zu besetzen – eine langwierige Suche, die von den Medien zunehmend kritisch begleitet wurde. Mit der Verpflichtung des damals noch vergleichsweise unerfahrenen Vincent Kompany traf er jedoch eine Entscheidung, die sich im Rückblick als gelungen erwies. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel
So richtig ruhig geworden ist es um den FC Bayern seither aber trotzdem nicht. Großen Anteil daran hat auch Uli Hoeneß, der immer wieder mit öffentlichen Auftritten für Diskussionen sorgt und dabei auch nicht mit Kritik an Max Eberl spart.
So richtig ruhig geworden ist es um den FC Bayern seither aber trotzdem nicht. Großen Anteil daran hat auch Uli Hoeneß, der immer wieder mit öffentlichen Auftritten für Diskussionen sorgt und dabei auch nicht mit Kritik an Max Eberl spart. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Trotz ihres offiziellen Rückzugs sind Hoeneß und Rummenigge beim FCB weiter allgegenwärtig und scheinen weiterhin großen Einfluss auf die Geschicke des Vereins zu haben.
Trotz ihres offiziellen Rückzugs sind Hoeneß und Rummenigge beim FCB weiter allgegenwärtig und scheinen weiterhin großen Einfluss auf die Geschicke des Vereins zu haben. © IMAGO/Mladen Lackovic

So ist auch der Optimismus von Hoeneß nachvollziehbar, denn Upamecano ist in Kompanys Abwehr der Chef und stellt zusammen mit dem deutschen Nationalspieler Jonathan Tah das Herzstück der Münchner Abwehr dar. Derzeit spielt der französische Nationalspieler eine überragende Saison, und obwohl er bei einigen internationalen Topvereinen auf der Wunschliste steht, darunter nicht zuletzt bei Real Madrid, sieht man beim FC Bayern gute Chancen, ihn zu halten.

Die Aussage von Uli Hoeneß unterstreicht diese Einschätzung der Situation. Es gibt wohl niemanden, der die Mechanismen beim Rekordmeister besser einschätzen kann als der langjährige Manager und Vereinspräsident. So scheinen die Gespräche zwischen dem Klub und der Spielerseite in die richtige Richtung zu laufen, eine Einigung möglicherweise unter dem Christbaum zu liegen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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