VonPhilipp Kuserauschließen
Trotz eines unterlegenen Autos triumphiert Verstappen in der Formel 1. Seine Aussagen nach dem Sieg sorgen für Aufsehen.
Las Vegas – Anfänglich dominant, doch zum Schluss ging ein wenig die Luft aus.
Beim Grand Prix in Las Vegas holte sich Max Verstappen seinen insgesamt vierten WM-Titel – und das mit einem Auto, das wahrscheinlich nur das drittbeste war. Für den Niederländer war dies ein guter Grund, seinen Konkurrenten nach seinem Triumph in der amerikanischen Casino-Stadt ein wenig Salz in die Wunden zu streuen. Die Konkurrenz reagierte jedoch eher verärgert auf bestimmte Aussagen von Verstappen.
Zu Beginn der Saison treten Verstappen und Red Bull dominant auf – dann holt die Konkurrenz plötzlich auf
Zu Beginn der Saison schien es, als ob Verstappen und Red Bull erneut durchmarschieren würden. Die Überlegenheit des 27-Jährigen in den ersten Rennen der Saison war offensichtlich. Doch im Mai wendete sich plötzlich das Blatt. Ferrari und insbesondere McLaren hatten Boden gut gemacht und Red Bull hatte plötzlich nicht mehr das stärkste Auto.
Dies wird auch deutlich, wenn man sich die Rennsiege in der zweiten Hälfte des Jahres ansieht. Von den letzten zwölf Rennen konnte Verstappen tatsächlich nur eines gewinnen – den Grand Prix in Brasilien. Da der Red-Bull-Fahrer jedoch bereits ein kleines Punktepolster aufgebaut hatte und trotz eines unterlegenen Autos weiterhin konstant Punkte sammelte, konnte ihm sein vierter WM-Titel in Las Vegas zwei Rennen vor Saisonende nicht mehr genommen werden.
Verstappen provoziert Konkurrenz bei McLaren und Ferrari nach viertem Titelgewinn
Nach seinem vierten WM-Triumph in Las Vegas erklärte Verstappen mit einem gewissen Anflug an Hochmut, dass seine Titelverteidigung im McLaren noch einfacher gewesen wäre. „Früher sogar, ich hätte noch weiter vorne gelegen“, betonte er. Für den Ferrari würde „so ziemlich dasselbe“ gelten, so der Niederländer – nur im Mercedes „wäre es komplizierter geworden“.
Seine durchaus kühne Behauptung kam bei seinen Konkurrenten Lando Norris (McLaren) und Charles Leclerc (Ferrari) nicht besonders gut an. „Er sollte Comedian werden oder so“, konterte Norris trotzig, als er mit der Aussage von Verstappen konfrontiert wurde. „Er kann sagen, was er will, ich bin komplett anderer Meinung. Er ist gut, aber das ist einfach nicht wahr.“
McLaren, Ferrari und Mercedes wollen 2025 Dominanz von Red Bull brechen
Ferrari-Fahrer Leclerc wählte einen etwas diplomatischeren Ansatz: „Max ist ein sehr besonderer Fahrer“, begann der gebürtige Monegasse: „Und sein Selbstvertrauen ist auch besonders. Aber es ist schwierig, so etwas zu sagen, ohne das Auto wirklich zu kennen. Das geht etwas zu weit.“
Eines ist sicher: Verstappens Aussagen dürften den Wettbewerb in der kommenden Saison nur noch weiter anheizen. 2025 soll die Dominanz von Red Bull endlich gebrochen werden. „Niemand ist unschlagbar“, betonte Mercedes-Fahrer George Russell. „Ich denke, wir sind bereit, diese Herausforderung jetzt anzunehmen.“
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Verstappen zeigt sich von Kritik unbeeindruckt: „Niemand muss dazu irgendwas sagen“
Verstappen selbst kommentierte die Reaktionen seiner Konkurrenten nur knapp. „Niemand muss dazu irgendwas sagen. Ich weiß ganz genau selbst, was ich schaffen kann und was ich nicht schaffen kann“, sagte er in Katar, wo am 1. Advent das vorletzte Rennen der Saison stattfindet. „Wir müssen gar nicht groß darüber reden. Die WM ist entschieden. Versuchen wir es nächstes Jahr wieder.“ Norris und Leclerc dürften dem zustimmen. (kus)
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