Der FC Bayern muss nach wie vor auf Joshua Kimmich verzichten. Wieso schirmte der Verein ihn am Trainingsgelände ab?
München – Trainieren bei Eis und Schnee? Kein Problem für Joshua Kimmich, Hauptsache, er kommt seinem Comeback für den FC Bayern näher. Zuletzt schuftete der Mittelfeldstar im Münchner Schneetreiben sogar in kurzer Hose für seine Rückkehr . Eigentlich scheint klar: Für das Bundesligaspiel des FCB gegen den 1. FC Köln am 14. Januar (alle TV-Infos hier) ist Kimmich noch keine Option.
Joshua Kimmich steht dem FC Bayern bald wieder zur Verfügung.
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Die Probleme am Sprunggelenk sollen erst vollständig auskuriert werden, ehe sich der deutsche Nationalspieler zurück in die Arbeit stürzt. Nach der individuellen Einheit zu Beginn der Woche bestätigte Trainer Vincent Kompany auf der Pressekonferenz vor der Abfahrt nach Köln: Kimmich ist nicht mit dabei. „Er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Ich hoffe aber, dass sich das in den nächsten zwei, drei Tagen ändert.“
Bayern schirmt Kimmich ab – winkt ein Blitz-Comeback? Kurios: Wenig später setzte der deutsche Rekordmeister zum Abschlusstraining an – und zwar mit Joshua Kimmich. Der Bild liegen exklusive Fotos vor, die den 30-Jährigen zeigen, wie er gemeinsam mit seinen Teamkollegen hochmotiviert den Trainingsplatz betritt. Die Ordner an der Säbener Straße bemerkten plötzlich, dass der Vorhang einen Spalt offenstand – angesetzt war eine Einheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
In Sekundenschnelle war der Vorhang wieder zu. Sollte etwa niemand sehen, dass Joshua Kimmich längst wieder fit ist und womöglich auch mit nach Köln reisen kann? Ein paar Wehwehchen herrschen im Bayernkader derzeit durchaus. Serge Gnabry ist erkältet, Alphonso Davies plagt ein Magen-Darm-Virus. Josip Stanisic wird im Januar gar nicht mehr zum Einsatz kommen können.
Vom Unbekannten zum Robben-Erben – Die Geschichte von Bayern-Star Olise Schon nach anderthalb Jahren im Bayern-Trikot zählt Michael Olise zu den besten Spielern der Welt. Dass der Franzose so eine Entwicklung nehmen würde, war vor wenigen Jahren aber noch nicht abzusehen. © IMAGO/Markus Ulmer Sowohl beim FC Arsenal, dem FC Chelsea und Manchester City, seinen drei Jugendvereinen, wusste man seine Qualitäten nicht richtig einzuschätzen. © Phil Westlake/News Images/Shutterstock via www.imago-images.de Also ging es 2017 in die U18 des FC Reading, wo Olise anfangs Probleme hatte, sich durchzusetzen. © John Patrick Fletcher via www.imago-images.de Erst nach zweieinhalb Jahren durfte er dauerhaft in die erste Mannschaft aufrücken – und wusste nach sechs weiteren Monaten plötzlich zu überzeugen. © JASONPIX/Shutterstock via www.imago-images.de Michael Olise im Trikot des FC Reading. In seiner ersten vollen Saison für den damaligen englischen Zweitligisten brillierte Olise mit sieben Toren und zwölf Vorlagen. © Paul Jenkins via www.imago-images.de Michael Olise mit der Rückennummer 7 im Trikot von Crystal Palace. Das reichte aus, damit Crystal Palace 9,3 Millionen Euro für den Flügelspieler zahlte. Olise war also in der Premier League angekommen. © IMAGO/Sebastian Frej Michael Olise bei Crystal Palace. Dort angekommen musste er sich aber zunächst an das Niveau der englischen Elite-Liga gewöhnen. Seine erste Saison beendete Olise mit knapp 1600 Einsatzminuten, war letztlich aber immerhin an 13 Toren direkt beteiligt. © Carlton Myrie/News Images via www.imago-images.de Michael Olise jubelt nach einem Treffer. In seinem zweiten Jahr Premier League war Olise dann endlich unumstrittener Stammspieler, nur mit dem Toreschießen wollte es noch nicht so laufen wie erhofft. Letztlich standen zwei Treffer zu Buche, dafür aber immerhin elf Vorlagen. © Sebastian Frej via www.imago-images.de Michael Olise hat sich eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Seine dritte Saison im Palace-Trikot wurde von zwei Oberschenkelverletzungen überschattet. Insgesamt verpasste Olise 29 Pflichtspiele. Es waren die ersten schwerwiegenderen Verletzungen seiner Karriere. © IMAGO/MDI/Shutterstock Michael Olise wird von seinen Teamkollegen bejubelt. Obwohl er nur 1278 Minuten auf dem Platz stand, spielte Olise mit zehn Toren und sechs Vorlagen seine bisher beste Saison und war längst der Starspieler von Crystal Palace. © IMAGO/Alan Stanford Michael Olise jubelt nach einem Doppelpack gegen Manchester United. Crystal Palace bemühte sich lange um eine Verlängerung, doch Olise entschied sich dazu, den nächsten Schritt zu gehen. Mehrere Premier-League-Klubs, darunter auch seine ehemaligen Jugendvereine, buhlten um ihn. © IMAGO/Micah Crook/PPAUK Michael Olise wurde beim FC Bayern als Neuzugang vorgestellt. Den Zuschlag bekam letztlich aber der FC Bayern, der im Sommer 2024 53 Millionen Euro für Olise auf den Tisch legte und ihn mit der Trikotnummer 17 ausstattete. © IMAGO/Photo by FC Bayern München/Pool Michael Olise bei seiner Bayern-Vorstellung neben Max Eberl. Direkt bei seiner Vorstellung wurde Olise, der kurz zuvor Olympia-Silber mit Frankreich gewonnen hatte, auf seinen französischen Vorgänger Franck Ribéry angesprochen. „Ich mag ihn sehr“, schwärmte Olise. © IMAGO/Photo by FC Bayern München/Pool Michael Olise (von li.), Kingsley Coman und Joao Palhinha auf der Auswechselbank. In seinem ersten Pflichtspiel für den FC Bayern musste Olise zunächst auf der Bank Platz nehmen. © IMAGO/Michaela Merk Thomas Müller zusammen mit Michael Olise (r.). Doch genau wie Ribéry 2007 gelang ihm in der ersten DFB-Pokal-Runde direkt eine Vorlage. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images Michael Olise im Zweikampf mit Riccardo Calafiori. Kurioserweise hatte Olise zum Zeitpunkt seines Bayern-Transfers noch kein einziges Länderspiel bestritten, was seinen kometenhaften Aufstieg unterstreicht. Erst im Nations-League-Spiel gegen Italien (6. September 2024) feierte er sein Debüt für „Les Bleus“. © IMAGO/ Matthieu Mirville Michael Olise hat gegen Holstein Kiel getroffen. Auf seinen ersten Treffer im Bayern-Trikot musste Olise unterdessen bis zum dritten Bundesliga-Spieltag warten. Beim Kantersieg gegen Holstein Kiel (6:1) war er erstmals selbst erfolgreich. © IMAGO/Henning Rohlfs Michael Olise wird von seinen Bayern-Kollegen umjubelt. Bis zu seiner ersten Gala-Vorstellung dauerte es anschließend nicht mehr lang. Nach einem Doppelpack in der Champions League war Olise beim 5:0-Sieg gegen Werder Bremen gleich an vier Toren direkt beteiligt. © IMAGO/Laci Perenyi Michael Olise jubelt im Bayern-Trikot. Die anfänglichen Ribéry-Vergleiche hatten zu dem Zeitpunkt längst aufgehört. Stattdessen sahen die Fans in Olise den verspäteten Erben von Arjen Robben, der genau wie der Franzose häufig von der rechten Seite ins Zentrum gezogen ist. © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER Michael Olise im Bayern-Trikot. Unabhängig davon, wem von beiden er vom Spielstil her ähnlicher ist, hat Olise sowohl Ribéry als auch Robben statistisch mit 43 Torbeteiligungen in seiner ersten Saison beim FC Bayern in den Schatten gestellt – Ribéry kam damals auf 39 Torbeteiligungen, Robben auf 31. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images Michael Olise im Sondertrikot des FC Bayern. Inzwischen war er längst nicht mehr der unbekannte Franzose von der Insel. Seinen Marktwert konnte Olise nach nur einem Jahr in München bereits von 55 auf 100 Millionen Euro steigern und zählte somit zu den teuersten Spielern der Welt. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur Michael Olise mit der Meisterschale. Am Ende der Saison 2024/25 feierte Olise mit dem FC Bayern den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Es war der erste Titel seiner Profi-Karriere. © Screenshot Michael Olise Instagram Michael Olise (r.) jubelt mit Raphael Guerreiro. In seinem zweiten Bayern-Jahr hat Olise dann erneut eine Leistungssteigerung hingelegt. Schon nach 26 Pflichtspielen steht der 24-Jährige bei zwölf Toren und 16 Vorlagen. Macht er so weiter und holt mit den Münchnern noch dazu den Champions-League-Titel, könnte er sogar heißer Kandidat für den Gewinn des Ballon d’Or werden. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON Michael Olise (r.) jubelt im Frankreich-Trikot mit Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké. Mittlerweile ist Olise nicht mehr aus der französischen Nationalmannschaft wegzudenken. Dass der Bayern-Star mit der „Équipe Tricolore“ zur WM 2026 fährt, ist so gut wie sicher. © IMAGO/Joly Victor/ABACA Michael Olise im Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Sein Vertrag beim FC Bayern ist noch bis 2029 gültig, doch schon jetzt gibt es zahlreiche Gerüchte um Interesse aus der Premier League. Ob Olise also eine ähnlich lange Karriere beim deutschen Rekordmeister haben wird wie Robben, bleibt abzuwarten. © IMAGO/Steffie Wunderl Jamal Musiala stand am Dienstag übrigens auch mit seinen Kollegen auf dem Feld. Schon seit einem Monat nimmt die Nummer 10 wieder am Mannschaftstraining teil, noch aber steht nicht fest, wann er sein Comeback feiern darf. „Vielleicht habe ich in der nächsten Pressekonferenz schon etwas Neues zu erzählen“, verriet Kompany. Was es aber mit dem plötzlichen Erscheinen von Joshua Kimmich auf sich hat, bleibt offen. Zumindest vorerst. (is)
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