Schwaben noch sieglos

VfB Stuttgart unter der Lupe: Die Krise kommt nicht aus dem Nichts

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Die VfB-Profis stellen sich mit großer Enttäuschung den nach Wolfsburg mitgereisten Fans.
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Der VfB Stuttgart steckt nach acht sieglosen Bundesligapartien in einer schlimmen Krise. Die Gründe dafür sind vielschichtig, wie die BW24-Analyse zeigt.

Stuttgart - Die Schwaben haben sich bemüht gezeigt, den Schalter umzulegen. Doch so ganz konnte der VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg seine Blockade nicht lösen und kassierte in der Nachspielzeit mit dem Gegentreffer zum 2:3 den nächsten herben Rückschlag.

Somit verschärften die Wölfe die Krise des VfB erheblich. Immerhin warten die Stuttgarter jetzt schon seit acht Bundesligapartien auf einen Sieg und in Fankreisen wird längst über VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo diskutiert, der nicht mehr unantastbar ist. Dem wird vor allem vorgeworfen, dass die Mannschaft in ihrer Entwicklung stagniert. Lediglich drei Bundesligasiege im Kalenderjahr 2022 sowie immer wiederkehrende Fehler geben den Kritikern diesbezüglich recht. Doch was steckt im Detail hinter der andauernden Schwabenkrise?

VfB Stuttgart: So schlitterten die Schwaben in die Krise

Als Ausgangspunkte für die aktuelle Flaute sind vor allem die Partien zu sehen, in denen der VfB trotz eines starken Auftritts keine drei Punkte einheimsen konnte. So verwies auch Sportdirektor Sven Mislintat zuletzt gerne darauf, dass man mit möglichen Siegen gegen den 1. FC Köln (0:0) oder beim SV Werder Bremen (2:2) deutlich besser dastehen würde. Gerade der Last-Minute-Ausgleich im Weserstadion hängt den Stuttgartern immer noch nach.

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Doch woran liegt es, dass Stuttgart immer wieder späte Tore kassiert?

Bei manch einer Erklärung Mislintats schwang mit, dem VfB hätte es in den engen Spielen lediglich an Glück gefehlt. Doch solche Last-Minute-Nackenschläge wie in Bremen oder gegen Wolfsburg einzig mit Pech zu erklären, wäre zu kurz gedacht. Denn schon in der Rückrunde der vergangenen Saison, als der VfB neunmal infolge sieglos blieb, hatte Trainer Matarazzo mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

VfB-Coach Matarazzo ist nach der Pleite gegen Wolfsburg enttäuscht.

Die Schwierigkeiten des VfB Stuttgart sind nicht neu

Man muss sich nur an die Partien gegen den VfL Bochum (1:1) und die TSG 1899 Hoffenheim (1:2) erinnern, als Stuttgart an zwei Spieltagen infolge in der Nachspielzeit wichtige Punkte liegen ließ. In Hoffenheim war der VfB in der Schlussphase komplett von der Rolle und gab in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit eine 1:0-Führung aus der Hand. Gegen Bochum war es Dinos Mavropanos, der mit einer unnötigen Grätsche im Strafraum den Elfmeter zum späteren 1:1-Ausgleich verursachte.

Unkonzentriertheiten, mit denen sich die VfB-Profis bis heute immer wieder das Leben schwer machen. Ob man dabei von den drei sinnlosen Roten Karten in dieser Saison spricht, von Torwartpatzern, oder von der fehlenden Zuordnung in der Abwehr beim 2:3-Treffer gegen Wolfsburg, bleibt unterm Strich stehen: Die Schwaben leisten sich vermeidbare und folgenschwere Fehler, die sie nicht abgestellt bekommen.

Der Offensivmotor des VfB Stuttgart stottert

Es ist aber nicht nur die Defensive, die Sorgen macht. Gerade hinsichtlich der ausbleibenden Entwicklung steht die Offensive im Fokus, die in dieser Spielzeit mit mangelnder Variabilität auffällt. Denn der VfB konzentriert sich zu sehr aufs Umschaltspiel und setzt dabei auf schnelle Angreifer wie Chris Führich, Tiago Tomas und Silas.

Das Problem dabei: Gegen tief stehende Gegner haben die Schwaben nicht genügend Raum, um die Flitzer in Szene zu setzen und das Spiel wirkt pomadig. In solchen Situationen fehlt ihnen dann häufig ein Kreativer, der mal einen Steckpass spielt. Eine Rolle, in die bislang mit Abstrichen Lilian Egloff schlüpfte, doch der verletzungsanfällige Youngster muss behutsam aufgebaut werden und ist noch lange kein Dauerbrenner.

Sasa Kalajdzic machte den VfB Stuttgart flexibler

So unflexibel wie in dieser Saison performte das Matarazzo-Team aber nicht immer. Besonders in der Spielzeit nach dem Wiederaufstieg kamen dem Stuttgarter Offensivspiel die Flanken von Borna Sosa zugute, die häufig im Kopfballungeheuer Sasa Kalajdzic den passenden Abnehmer fanden.

Doch diese Erfolgsvariante ging dem VfB flöten, da Kalajdzic den Abflug in Richtung Premier League machte. Mit Serhou Guirassy lotste Sportdirektor Mislintat zwar einen geeigneten Ersatz an den Neckar, der sein Können bereits aufblitzen ließ. Dass die Offensivabteilung allerdings noch an der Feinjustierung arbeiten muss, war ebenfalls sichtbar.

VfB Stuttgart: Kader der Saison 2022/23

Torwart Florian Müller pariert im Trainingslager des VfB Stuttgart einen Schuss.
Florian Müller hält den VfB-Kasten gerne sauber.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Fabian Bredlow vom VfB Stuttgart hält im Trainingslager in Weiler-Simmerberg einen Ball.
Gibt als Nummer zwei im VfB-Tor alles: Fabian Bredlow.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Nachwuchstorwart Florian Schock vom VfB Stuttgart ist am Ball.
Den Nachwuchskeeper Florian Schock hat der VfB in der Hinterhand.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Konstantinos „Dinos“ Mavropanos vom VfB Stuttgart zeigt im Testspiel gegen den FC Zürich, wo es lang geht.
Dinos Mavropanos ist das VfB-Kraftpaket in der Abwehr.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Dan-Axel Zagadou (l.) soll die Abwehr des VfB Stuttgart stabilisieren.
Dan-Axel Zagadou (l.) soll die Abwehr des VfB Stuttgart stabilisieren.  © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel/IMAGO
Waldemar Anton vom VfB Stuttgart nimmt im Trainingslager in Weiler-Simmerberg den Ball an.
VfB-Abwehrchef Waldemar Anton hält die Stellung.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Hiroki Ito vom VfB Stuttgart ist im Testspiel gegen den FC Brentford am Ball.
Immer zuverlässig: VfB-Verteidiger Hiroki Ito.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Borna Sosa, der als Wechselkandidat gilt, ist noch für den VfB Stuttgart am Ball.
Borna Sosa gilt als Stuttgarter Flankengott.  © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO/
Pascal Stenzel vom VfB Stuttgart tritt im Freundschaftsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden gegen den Ball.
Pascal „Kalle“ Stenzel ist da, wenn man ihn braucht.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Antonis Aidonis vom VfB Stuttgart tritt beim Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden gegen den Ball.
Gibt alles: VfB-Defensivmann Antonis Aidonis.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Atakan Karazor vom VfB Stuttgart feiert nach dem Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Köln den Klassenerhalt am letzten Bundesligaspieltag.
Atakan Karazor sorgt im VfB-Mittelfeld für Stabilität..  © H. Langer/Imago
Im Testspiel gegen den FC Brentford ist Nikolas Nartey am Ball.
Nikolas Nartey ist beim VfB auf der Sechs eine Alternative.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Tiago Tomas vom VfB Stuttgart zeigt sich beim Training dynamisch.
Wirbelt in der VfB-Offensive: Tiago Tomas.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Naouirou Ahamada vom VfB Stuttgart im Testspiel gegen den FC Brentford am Ball.
Nachwuchs-Sechser beim VfB: Naouirou Ahamada. © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Silas Katompa Mvumpa
Versprüht gute Laune: VfB-Star Silas Katompa Mvumpa.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart agiert beim Testspiel gegen den FC Brentford.
Josha Vagnoman bringt Power auf dem VfB-Flügel mit. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Chris Führich vom VfB Stuttgart ist beim Testspiel gegen den FC Brentford in Friedrichshafen am Ball.
VfB-Offensivmann Chris Führich streichelt den Ball.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Tanguy Coulibaly vom VfB Stuttgart macht eine witzige Geste am Rande des Testspiels gegen den FC Brentford.
Ist für Spaß zuständig: VfB-Jungstar Tanguy Coulibaly.  © nordphoto GmbH / Hafner/IMAGO
Lilian Egloff vom VfB Stuttgart gestikuliert beim Training.
Hat was im Köpfchen: VfB-Eigengewächs Lilian Egloff.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Enzo Millot vom VfB Stuttgart zeigt sich gegen den FC Brentford.
Glänzt im VfB-Mittelfeld: Enzo Millot.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Ömer Beyaz jagt im Trainingslager des VfB Stuttgart dem Ball hinterher.
Ömer Beyaz muss sein Talent beim VfB unter Beweis stellen.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Im Trainingslager in Weiler-Simmerberg dreht Juan José Perea vom VfB Stuttgart einsame Laufrunden.
VfB-Angreifer Juan Jose Perea bringt Wucht in die Offensive.  © IMAGO/Hansjürgen Britsch
Thomas Kastanaras vom VfB Stuttgart steht beim Testspiel gegen den FC Brentford auf dem Platz.
Stuttgarter Sturmtalent: Thomas Kastanaras.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Alou Kuol vom VfB Stuttgart agiert im Testspiel gegen den FC Zürich.
VfB-Talent Alou Kuol hat die Kugel fest im Blick.  © Hansjürgen Britsch/IMAGO
Im Spiel gegen den SC Paderborn bejubelt der damalige Angreifer des SV Darmstadt 98, Luca Pfeiffer, seinen Treffer.
Luca Pfeiffer ist der Backup-Stürmer des VfB Stuttgart.  © Peter Hartenfelser/IMAGO
Serhou Guirassy vom Stade Rennes geht zum VfB Stuttgart.
Serhou Guirassy soll beim VfB Stuttgart für die Tore sorgen.  © Aurelien Morissard/IMAGO

Für diese Probleme muss Trainer Matarazzo jetzt Lösungen finden. Klar ist, dass die Entwicklung der Mannschaft in seinem Verantwortungsbereich liegt und die Schwaben dringend punkten müssen, um den dritten Abstieg innerhalb von sieben Jahren zu verhindern. Noch genießt der Coach die Rückendeckung der Verantwortlichen, doch bei ausbleibendem Erfolg kann sich das im schnelllebigen Fußballgeschäft bald ändern. Inzwischen soll der VfB schon zwei Trainer als mögliche Nachfolger für Matarazzo im Blick haben, wie unter anderem HEIDELBERG24 berichtet.

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