Testspiel

DFB-Kapitän Gündogan trifft auf Türkei: Völler sieht kein Problem

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DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußert sich im Vorfeld des Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und der Türkei zur Brisanz der Begegnung.

Frankfurt – Für die deutsche Nationalmannschaft und den neuen Bundestrainer Julian Nagelsmann steht nach der USA-Reise nun der dritte Test bevor. Im Berliner Olympiastadion trifft die DFB-Elf am Samstag (18. November) auf die Türkei. Sportdirektor Rudi Völler äußert sich vor dem Aufeinandertreffen in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des BR zu diesem besonderen Duell.

Ilkay Gündogan
Geboren:24. Oktober 1990 (Alter 33 Jahre), Gelsenkirchen
Aktueller Verein:FC Barcelona
Position:Zentrales Mittelfeld

Völler sieht keine Brisanz im Aufeinandertreffen mit der Türkei

DFB-Kapitän Ilkay Gündogan hat aufgrund seiner Familiengeschichte einen besonderen Bezug zu der Türkei. Rudi Völler macht sich um den Weltklasse-Mittelfeldspieler aber keine Sorgen: „Natürlich ist es heutzutage so, das ist der Zeitgeist, dass viele andere Wurzeln, andere Familienbande haben. Das ist ganz normal in unserer Zeit. Da wird Illy ganz wunderbar mit umgehen können.“

Gündogans Eltern stammen aus Dursunbey, einer Kreisstadt der Provinz Balıkesir in der Türkei. Der DFB-Kapitän hält bis heute engen Kontakt zur Heimatstadt seiner Eltern und ist dort als Mäzen tätig. Unter anderem hat der 33-Jährige dort das neue Stadion des ortsansässigen Fußballvereins mitfinanziert. Zudem geriet Gündogan im Vorfeld der WM 2018 in Russland in Kritik, als er sich dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach einem Treffen auf einem gemeinsamen Foto ablichten ließ.

Eine spezielle Brisanz sieht der 63-Jährige im anstehenden Testländerspiel grundsätzlich nicht: „Wir spielen gegen die Türkei. Das ist ein normales Länderspiel.“ Gegen die Türkei wird Gündogans höchstwahrscheinlich sein 72. Länderspiel bestreiten. Auch unter Neu-Trainer Nagelsmann bleibt der gebürtige Gelsenkirchener der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Sollte Keeper Manuel Neuer vom FC Bayern München jedoch im März wieder zum Aufgebot gehören, könnte sich die Rolle für den 33-Jährigen wieder ändern.

Das Spiel von Deutschland gegen die Türkei wird für Ilkay Gündogan besonders. Nach dem DFB-Pokalfinale 2012 zeigte sich der damalige Spieler von Borussia Dortmund freudestrahlend und eingehüllt in die türkische und deutsche Flagge.

Völler erkennt gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs

Außerdem äußerte sich DFB-Funktionär Rudi Völler zur gesellschaftlichen Rolle des Fußballs und einer Positionierung zu den wichtigen Themen der Zeit. Völler meint: „Der Sport kann sich nicht verstecken.“ Die Akteure sollen bei entsprechenden Äußerungen aber nicht mit „Halbwissen glänzen.“ Der DFB selbst schweigt aktuell zu den Bestrebungen der FIFA die WM 2034 in Saudi-Arabien auszutragen.

Für Völler geht es vor allem darum, „mit der Marke Fußball Freude bereiten zu können, auch wenn die Zeiten schwieriger geworden sind.“ Die Nationalmannschaft blickt indes weiter in Richtung der Heim-EM 2024. Völler gab außerdem bekannt, wo die DFB-Elf ihr Quartier beziehen wird. (jsk)

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