Die Protagonisten beim größten Deal der Vereinsgeschichte
Koa Eberl - Wirtz-Transfer Chefsache von Uli Hoeneß
VonPeter Grad
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Uli Hoeneß liefert bei den Transferbemühungen des FC Bayern um Florian Wirtz in der Öffentlichkeit derzeit ein Verwirrspiel – obwohl er in der Causa offenbar eine zentrale Rolle spielt.
München - Die SportBILD berichtet, dass es bereits Anfang März - noch vor dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen - zu einem erneuten Treffen zwischen Uli Hoeneß und Hans Wirtz, dem Vater von Florian, gekommen sein soll. Dieses hätte im Haus des FCB-Patrons in Bad Wiessee am Tegernsee stattgefunden.
Hoeneß wie zu besten Zeiten als Klubmanager und -Präsident
Anders als der Ehrenpräsident des FC Bayern das Treffen zuletzt öffentlich beschrieben hat, soll dabei ein möglicher Wechsel des 21-jährigen Nationalspielers an die Säbener Straße ein sehr konkretes Thema gewesen sein. Auf Nachfrage wollten sich dazu aber weder der Verein noch Hans Wirtz äußern. Dennoch berichtet das Boulevardblatt, dass der 73-jährige Hoeneß in den Deal so tief wie zu aktiven Zeiten als Manager oder Vereinspräsident involviert sein soll. Es war definitiv nicht das erste Treffen zwischen Hoeneß und der Wirtz-Familie am Tegernsee.
Der Ausnahmespieler des noch amtierenden Meisters Bayer Leverkusen soll nicht nur sportlich in die Fußstapfen von Thomas Müller treten, sondern auch zum neuen Gesicht des Rekordmeisters werden. Laut SportBild soll dafür auch das bisherige Gehalt Müllers von jährlich 17 Millionen Euro in das Wirtz-Paket fließen – inklusive Ablöse und Gehalt könnte der 5-Jahres-Deal bis zu 250 Millionen Euro teuer werden.
Der mächtige Aufsichtsrat hat dem Deal wohl schon zugestimmt
Für dieses gewaltige Projekt sollen die Grundvoraussetzungen bereits geschaffen worden sein: Die Genehmigung durch den Aufsichtsrat gilt laut SportBILD als Formsache. Herbert Hainer, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender, wie Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge unterstützen Hoeneß nach Kräften, um den Supertechniker nach München zu holen.
FCB-CEO und nicht Sportvorstand bei den Gesprächen involviert
Es wird auch berichtet, dass FCB-CEO Jan-Christian Dreesen eine wichtige Rolle in den anstehenden Verhandlungen mit dem Werksverein spielen könnte. Anders als Sportvorstand Max Eberl, dessen Verhältnis zu Bayer-Sportchef Simon Rolfes und Geschäftsführer Fernando Carro nach den schwierigen Verhandlungen um Jonathan Tah als angespannt gilt, ginge der Vorstandsvorsitzende unbelastet in die Gespräche. Eberl könnte damit bei dem geplanten Mega-Deal außen vor bleiben, was ihm vielleicht nach den öffentlichen Beleidigungen durch Carro im letzten Jahr nicht so ganz unrecht ist.
Der nun geschilderte Sachverhalt ist vor dem Hintergrund der jüngsten Medienmeldungen, dass der FC Bayern in Wirtz´ Zukunftsplänen hinter Real Madrid und Manchester City nur die dritte Position einnimmt, durchaus überraschend. Nicht die Tatsache, dass der Ehrenpräsident stark involviert ist, sondern dass die Verhandlungen schon so weit fortgeschritten sein sollen und die Aufgabenteilung so sehr konkretisiert ist.
Die Rolle von FCB-Anteilseigner Adidas
Neben der erwünschten sportlichen Verstärkung geht es dabei nicht zuletzt auch um riesige Marketingeffekte: Bekanntermaßen steht Wirtz – wie Jamal Musiala – beim FCB-Anteilseigner Adidas unter Vertrag, für den Sportartikelhersteller hinsichtlich weltweiter Trikotverkäufe von großem Interesse.
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