VonChristopher Michelschließen
Elye Wahi wird wahrscheinlich die Rolle von Omar Marmoush bei Eintracht Frankfurt übernehmen. Aber wer ist das „Juwel“ aus Frankreich, das die Lücke füllen soll?
Frankfurt - Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Eintracht Frankfurt die Verpflichtung von Elye Wahi bekannt gibt. Sportvorstand Markus Krösche und Sportdirektor Timmo Hardung sind große Fans des 22-Jährigen, der bei Olympique Marseille keine große Rolle mehr gespielt hat. Doch was ist es, was die Führungscrew am Stürmer, der als Nachfolger des zu Manchester City abgewanderten Omar Marmoush kommt, so begeistert?
Das zeichnet Wahi aus
Matteo Amghar schreibt für die französische L‘Equipe. Er sagte im Gespräch mit fussball.news: „Wahi ist ein vielversprechender Spieler, der in Montpellier schon sehr früh explodiert ist.“ Im Alter von 21 hat er bereits die 40-Tore-Marke in der Ligue 1 überschritten: „Seine Qualitäten sind dabei schnell ins Auge gesprungen: Seine Geschwindigkeit, Effizienz und die Fähigkeit, in die Tiefe zu gehen.“
Wahi hat in seiner Karriere schon häufiger die 35-km/h-Marke geknackt. Krösche hat diesen spannenden Akteur bereits länger auf seiner Liste stehen. Trainer Dino Toppmöller führte beim ersten Versuch, Wahi nach Frankfurt zu holen, im Sommer 2023 sogar erste Gespräche mit dem Profi. Er wird den Stürmer, der bei Marseille unter Trainer Roberto De Zerbi ins zweite Glied gerutscht ist, stärken und ihm Vertrauen schenken müssen.
Stand Wahi sein Temperament in Lens im Weg?
Auch in Sachen „defensive Disziplin“ und „technische Fähigkeiten auf engstem Raum“, sieht Matteo Amghar noch Steigerungsbedarf bei Wahi. Er blickte zudem auf den ersten Wechsel von Montpellier nach Lens zurück: „Er kam damals als Ersatz für Loïs Openda (ging zu RB Leipzig, Anm. d. Red.). Die Idee, Wahi zu verpflichten, war plausibel. Er hat gute Leistungen in Montpellier gezeigt und Lens brauchte einen Torjäger für die Champions League.“
Allerdings kam der Offensivmann trotz seiner 16 Torbeteiligungen nie vollumfänglich in der neuen sportlichen Heimat an. Die Mannschaft sei insgesamt „kompliziert“ gewesen, so Amghar: „Wahi erzielte Tore - insbesondere in der Champions League gegen Arsenal. Aber die Verantwortlichen haben trotzdem nicht versucht, ihn zu halten.“ Sein Temperament soll ihm hier und da im Weg gestanden haben. Daher kam es auch nach zwölf gemeinsamen Monaten zur Trennung.
Frankreich-Experte warnt: „Bin überrascht...“
Betrachtet man nur das reine Potenzial, kann Amghar verstehen, warum die Eintracht Wahi holt und nicht Arnaud Kalimuendo, der bei Stade Rennes stagniere: „Ich bin mir bei ihm auch nicht sicher, ob er in einem besseren Klub erfolgreich sein kann.“ Dennoch gebe es bei Wahi charakterlich Zweifel: „Ich verstehe, dass Krösche seinen Spielstil mag. Aber ich bin überrascht, dass er dieses Risiko mit den Problemen, die der Spieler außerhalb des Fußballs haben könnte, eingeht.“
Sprich: Anghar sieht Wahi sportlich als eine passende Lösung an, stellt aber die Charakterfrage. Toppmöller hatte zuletzt noch betont: „Am Ende setzen wir uns zusammen und prüfen, wer am besten zu uns passt - und zwar nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.“ Es liegt also am Spieler selbst, welchen Verlauf seine weitere Karriere nimmt. Der Werkzeugkoffer jedenfalls ist gut gefüllt.
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