„Nichts ist größer als der Verein“

Watzke-Konkurrent mit eindeutiger Ansage im BVB-Machtkampf um Präsidentenamt

Wenige Monate vor der Mitgliederversammlung spitzt sich der interne Machtkampf beim BVB zu. Jetzt meldet sich Noch-Präsident Reinhold Lunow zu Wort.

Dortmund – Bei Borussia Dortmund herrscht seit Monaten ein interner Machtkampf zwischen dem aktuellen Präsidenten Reinhold Lunow und seinem möglichen Herausforderer bei der anstehenden Präsidentschaftswahl, Hans-Joachim Watzke. In einem Interview mit schwatzgelb.de hat sich Lunow, der sein Amt seit 2022 innehat, nun erstmals ausführlich zu seiner Kandidatur geäußert.

Machtkampf beim BVB: Watzke-Konkurrent Lunow bezieht klar Stellung

Darin erklärt Lunow, warum er von seinem ursprünglichen Plan, nicht mehr für das Präsidenten-Amt zu kandidieren und Watzke das Feld zu überlassen, abgerückt ist. „Borussia Dortmund braucht eine verlässliche Führung. Eine Führung, die sportlichen Erfolg, wirtschaftliche Stabilität und unseren Grundwertekodex zusammenführt“, begründet der 71-Jährige und ergänzt, dass er die mit seinem Team „begonnenen Projekte konsequent weiterführen und zugleich frische Impulse geben“ wolle.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Darin, dass er plötzlich doch kandidiert, sieht Lunow – anders als die Medien – kein Problem. „Ich bin der gewählte Präsident dieses Vereins und ich trete nochmal an, das ist eigentlich nicht so ungewöhnlich.“ Angesprochen auf die kolportierte Absprache zwischen ihm und Watzke, die Berichten zufolge sogar schriftlich festgehalten worden sein soll, wird Lunow deutlich.

Lunow kandidiert auch wegen kritisiertem Rheinmetall-Deal

„Meine Aufgabe ist es, die bestmögliche Lösung für den Verein zu gewährleisten, und es gab und gibt Entwicklungen, die ich wahrnehme, bewerte und entsprechende Schlussfolgerungen ziehe. Ich werde damit der Verantwortung des Amtes gerecht.“ Anschließend betont Lunow, dass auch der viel kritisierte Deal mit Rheinmetall ein Anreiz gewesen sei, „trotz früherer Überlegungen erneut zu kandidieren.“

Im Sommer 2024 hatte der BVB eine dreijährige Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall abgeschlossen, der dem Verein Millioneneinnahmen beschert. Bei den Fans sorgte das Sponsoring für enorme Kritik, doch insbesondere BVB-Geschäftsführer Watzke verteidigte den Deal. Lunow ist bekanntlich kein Befürworter der Partnerschaft.

Lunow wird wegen gelöster Absprache deutlich

Lunow weiter: „Daran ist ganz und gar nichts ungewöhnlich. Es ist der Auftrag eines BVB-Präsidenten, zum Wohle des Vereins und der BVB-Familie so zu handeln. Und genau das mache ich.“ Als Lunow erneut über die gelöste Absprache befragt wurde, stellt der BVB-Präsident klar, dass er es in seiner „Führungsverantwortung“ liegen würde, „immer und immer wieder dynamisch auf Entwicklungen zu reagieren. Nichts ist größer als der Verein.“

Hans-Joachim Watzke erwägt eine Präsidentschaftskandidatur beim BVB.

Die im November erstmals als hybride Veranstaltung durchgeführte Mitgliederversammlung des BVB wird von Fans und Medien mit Spannung erwartet. Noch ist unklar, ob es dabei zur Kampfabstimmung kommt. Watzke hält sich bislang bedeckt, betonte zuletzt, dass er sich „in den nächsten Wochen Gedanken machen“ muss, ob „ich überhaupt kandidieren und mich dem Druck aussetzen will.“ (dwe)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Harry Langer/DeFodi Images

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