Plötzliche Vereinstreue

Was die Gründe für die Wendung bei VfB-Star Chris Führich sind

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Chris Führich bleibt aller Voraussicht nach beim VfB Stuttgart. Dass der deutsche Nationalspieler den Schwaben treu bleibt, hat mehrere Gründe.

Stuttgart - Es werde weder einen Ausverkauf noch einen „ultimativen Umbruch“ geben. Das war Vorstandschef Alexander Wehrle bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wichtig, deutlich zu machen. Dabei versprach er den Verbleib von Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller und Chris Führich, die nicht nach Barcelona, Leipzig „oder sonst wo“ hingehen würden.

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Führich hätte sich VfB-Abschied vorstellen können

Im Nachgang relativierte Wehrle dieses Transferversprechen zwar etwas, doch die Wahrscheinlichkeit, dass die genannten Stars bleiben, ist groß. Bei Stiller und Mittelstädt hatte der VfB sowieso von Beginn an das Heft des Handelns in der Hand, da die Profis keine Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen verankert haben. Bezüglich der Personalie Führich sah es anders aus. Bundesligisten hätten den deutschen Nationalspieler für 20 Millionen Euro loseisen können, Klubs aus der Premier League oder Serie A für 25 Millionen.

Einen Wechsel ins Ausland, das hätte sich Führich offenbar durchaus vorstellen können. Wie die Bild berichtet, soll ihn sein Management nämlich nicht nur in Deutschland, sondern darüber hinaus mehreren Klubs angeboten haben. Ernst wurde es allerdings nie, da keiner der Vereine bereit war, die aufgerufene Summe zu bezahlen und inzwischen ist die besagte Ausstiegsklausel ausgelaufen, sodass der VfB über die Ablösesumme frei verhandeln könnte.

Chris Führich bleibt wohl beim VfB Stuttgart.

Warum Führich wohl weiter für den VfB Stuttgart aufläuft

Doch warum war das Interesse an Führich nie so groß, dass ein Wechsel hätte bevorstehen können? Es wirkt beinahe so, als wäre manch Verantwortlicher eines Top-Klubs nicht vollends von seiner Klasse überzeugt, wofür es teilweise nachvollziehbare Gründe gibt. So feierte der Dribbelkünstler, wie viele andere Stuttgarter, erst in der abgelaufenen Spielzeit seinen Durchbruch.

Zuvor war er einer der Gesichter des um den Abstieg kämpfenden VfB und fiel vor allem mit mangelnder Torgefahr und missglückten Dribblings auf. Fakten, die in Anbetracht der zurückliegenden Saison surreal scheinen, in der Führich mit acht Treffern und sieben Assists zu einem der besten Flügelspieler der Bundesliga aufstieg.

In den vergangenen neun Bundesligapartien hatte der Linksaußen jedoch nur noch eine Torbeteiligung, was wiederum für die Zweifler sprechen würde. Und in der deutschen Nationalmannschaft, als deren Teil Führich bei der Heim-EM dabei war, bekam er kaum Einsatzzeit, sodass ihm das ganz große Rampenlicht verwehrt blieb. Auch das dürfte ein Grund sein, weshalb Führich in der kommenden Saison voraussichtlich weiter mit dem Brustring aufläuft.

Rubriklistenbild: © Dwi Anoraganingrum/IMAGO

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