Es muss Geld in die Kasse

Ja, will denn keiner weg von Eintracht Frankfurt?

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Eintracht Frankfurt setzt voll auf Leeds-Verteidiger Robin Koch und den Kölner Ellyes Skhiri, muss aber dringend Spieler abgeben, um weiter investieren zu können.

Die Kollegen haben abgestimmt, und sie haben mit großer Mehrheit für den Frankfurter Überflieger im Angriffszentrum votiert: Randal Kolo Muani. An der traditionellen Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ beteiligten sich 252 Bundesligaspieler, und für fast ein Viertel von ihnen war der Eintracht-Stürmer der beste Fußballer der abgelaufenen Saison. 24,2 Prozent der Stimmen fielen auf den französischen Nationalspieler, der die deutsche Premiumklasse – im Wortsinne – im Sturm eroberte. Kolo Muani distanzierte die Konkurrenz deutlich, der zukünftige Real-Star Jude Bellingham (17,5 Prozent) und Bremens Niclas Füllkrug (11,9 Prozent) folgen auf den Plätze.

Eintracht Frankfurt: Ehre für Kolo Muani

Kolo Muani erzielte 15 Treffer und bereite noch 16 weitere vor – 31 Scorerpunkte kann kein anderer Akteur aufweisen. Für den 24-Jährigen ist es der verdiente Lohn für eine außergewöhnliche Saison, die er als Nobody begonnen und als Himmelsstürmer beendet hat. Für den französischen Beinahe-Weltmeister, vor Beginn der Spielzeit ablösefrei (!) vom FC Nantes gekommen, ist es die vielleicht schönste Auszeichnung, weil sie nicht von irgendeiner Expertenkommission vergeben wurde, sondern den Berufskollegen, mit denen er sich Woche für Woche auf den Feldern der Republik misst. Ehre, die Kolo Muani gebührt.

So einer, es hat sich herumgesprochen, ist auf dem Markt begehrt, für 100 Millionen Euro würde die Eintracht den guten Mann ziehen lassen. Nur bringt auch ein Verein so viel Kohle auf? Momentan schwer zu sagen. Für die Frankfurter wäre Planungssicherheit natürlich von Vorteil, ein Verkauf des Senkrechtstarters würde die gesamte Transferstrategie auf einen Schlag verändern. Das ist ja klar.

Von Kolo Muanis Zukunft mal ganz abgesehen, wäre es aber für die Eintracht von entscheidender Bedeutung, überhaupt mal einen Spieler abzugeben, um ein bisschen Handlungsspielraum für eigene Aktivitäten zu bekommen. Denn den 35 Millionen Euro Ausgaben stehen keine Einnahmen gegenüber. Das ist nicht das, was sich die Vereinsführung vorstellt, und es ist nicht das, was bilanztechnisch vertretbar ist. Denn der Klub muss dringend Transfereinnahmen erwirtschaften, um selbst aktiv werden zu können. Doch der See ruht still.

Eintracht Frankfurt treibt Kaderplanung voran

Weder bei Jesper Lindström, Djibril Sow, Rafael Borré oder Lucas Alario sind belastbaren Offerten eingegangen. Beim zurzeit wegen einer Knie-OP auf Eis liegenden Alario ist ein Verbleib ohnehin die wahrscheinlichere Variante, Borré indes würde der Klub gerne abgeben. In der südamerikanischen Heimat ist der Angreifer begehrt. Bei Lindström ist alles eine Frage des Preises und bei Sow eine der (geringen) Nachfrage. Andererseits, man kennt es in diesem Geschäft, kann es ganz schnell gehen, wenn ein Klub dann doch ernst macht.

Kostet nun doch Leihgebühr: Robin Koch von Leeds United.

Und so hängt die Eintracht so ein bisschen in der Schwebe, insofern sind auch die stetig wiederkehrenden Meldungen von potenziellen Neuzugängen mit Vorsicht zu betrachten. Interesse besteht zwar an einem Stürmer wie dem Augsburger Ermedin Demirovic (die FR berichtete bereits am 10. Juni) oder Jessic Ngankam von Hertha BSC. Doch beide sind langfristig gebunden, da wären happige Ablösesummen von rund oder mehr als zehn Millionen Euro fällig – das ist momentan einfach nicht drin.

Ähnlich verhält es sich bei Offensivspieler Fares Chaibi vom FC Toulouse. Mit dem 20-Jährigen erzielte die Eintracht, wie die FR bereits im April meldete, weitgehend Einigung, doch der Linksaußen (acht Tore, sieben Vorlagen in 41 Pflichtspielen) wäre ebenfalls kein Schnäppchen, ist in Toulouse noch bis 2025 unter Vertrag. Chaibi ist aber ein heißer Kandidat.

Eintracht Frankfurt will Skhiri

Genauso wie der Kölner Mittelfeldmann Ellyes Skhiri, der sogar ablösefrei zu haben wäre, was ihn für die Eintracht besonders interessant macht. Sie hat zwar vor ein paar Monaten noch Abstand von einer Verpflichtung des 28-Jährigen genommen, doch das Blatt hat sich gewendet. Damals präferierte sie Houssem Aouar von Olympique Lyon. Doch der 24-Jährige schloss sich trotz gegebener Zusage AS Rom an.

Weiter ist die Eintracht bei Robin Koch, den Wunschspieler für die Abwehr. Mit dem Ex-Freiburger ist man handelseinig, er passt perfekt in das Anforderungsprofil, ist als Führungsspieler und Säule in der zuletzt so wackligen Verteidigung eingeplant. Der fast 27-Jährige, Sohn von FCK-Legende Harry Koch, ist mit Leeds United in die zweite Liga abgestiegen, die Eintracht müsste – entgegen erster Meldungen – sehr wohl eine Leihgebühr entrichten, könnte ihn dann aber in einem Jahr ablösefrei unter Vertrag nehmen.

Die erfolgreichsten Trainer von Eintracht Frankfurt

Mit der Eintracht verpasst der Kroate in der Premieren-Saison der Bundesliga den großen Wurf. Während der Spielzeit zum Cheftrainer befördert, wird er mit der Eintracht Vize-Pokalsieger und Tabellendritter.
Ivica Horvat (1964-1965) - Mit der Eintracht verpasst der Kroate in der Premieren-Saison der Bundesliga den großen Wurf. Während der Spielzeit zum Cheftrainer befördert, wird er mit der Eintracht Vize-Pokalsieger und Tabellendritter.  © Picture Alliance/Wilhlem Leuschner
Erich Ribbeck im Jahre 1971 als Trainer von Eintracht Frankfurt
Erich Ribbeck (1968–1973) – blieb abgesehen von einer Qualifikation zum UEFA-Pokal durch einen fünften Platz in der Liga ohne größeren Erfolg. Ein Jahr nach Ribbecks Abgang gewinnt der DFB-Elf mit Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein die Weltmeisterschaft. Mit fünf Jahren hält Ribbeck jedoch gemeinsam mit Friedhelm Funkel den Rekord als Trainer mit der längsten Amtszeit bei der SGE.  © Picture Alliance/Roland Witschel
Trainer Dietrich Weise mit Neuzugängen
Dietrich Weise (1973–1976) – Unter Weise gehört die Eintracht zur nationalen Spitze und gewinnt zweimal den DFB-Pokal. 1975/76 prescht sie gar bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger vor, um dort West Ham United zu unterlegen.  © Picture Alliance / Roland Witschel
Friedel Rausch während seiner zweiten Amtszeit in Frankfurt
Friedel Rausch (1979–1980 und 2001) – In der Saison 1979/80 führt Rausch die Eintracht zum dato größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Finale des UEFA-Cups gegen Borussia Mönchengladbach setzt sich die SGE nach Hin- und Rückspiel durch. Im April 2001 kreuzten sich die Wege abermals, der Abstieg der Eintracht in die 2. Liga war jedoch nicht zu verhindern.  © Picture Alliance / Ralf Hirschberger
Lothar Buchmann (1980–1982) – Wird mit der Eintracht DFB Pokalsieger 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern, zu jener Zeit von Karl-Heinz Feldkamp trainiert. Im Sommer 1982 sollte es für Buchmann über den Main zu Erzrivale Kickers Offenbach gehen.
Lothar Buchmann (1980–1982) – Wird mit der Eintracht DFB Pokalsieger 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern, zu jener Zeit von Karl-Heinz Feldkamp trainiert. Im Sommer 1982 sollte es für Buchmann über den Main zu Erzrivale Kickers Offenbach gehen. © Laci Perenyi/Imago
Karl-Heinz Feldkamp (1987–1988) – Was Feldkamp 1981 durch die Eintracht verwehrt blieb, sollte nun in Erfüllung gehen. 1988 gewinnt er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Kurz danach verabschiedet er sich nach Ägypten, um dort Al-Ahly trainieren zu können.
Karl-Heinz Feldkamp (1987–1988) – Was Feldkamp 1981 durch die Eintracht verwehrt blieb, sollte nun in Erfüllung gehen. 1988 gewinnt er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Kurz danach verabschiedet er sich nach Ägypten, um dort Al-Ahly zu trainieren. © picture alliance / Kai-Uwe Wärner/dpa
Dragoslav Stepanovic (1990–1993) – Bundesligadritter, Europapokalteilnahmen und ein Pokal-Halbfinale. „Stepi“ war neben seiner freundlichen Art auch durch ansprechenden Fußball beliebt. Tragisch und unvergessen bleibt jedoch auch das Saisonfinale 1991/1992 als die Eintracht durch eine Niederlage bei Hansa Rostock in der ersten gesamtdeutschen Bundesligasaison die Meisterschaft verpasst. Auch seine zweite Amtszeit 1996 endet unrühmlich mit dem Bundesligaabstieg.
Dragoslav Stepanovic (1990–1993) – Bundesligadritter, Europapokalteilnahmen und ein Pokal-Halbfinale. „Stepi“ war neben seiner freundlichen Art auch durch ansprechenden Fußball beliebt. Tragisch und unvergessen bleibt jedoch auch das Saisonfinale 1991/1992 als die Eintracht durch eine Niederlage bei Hansa Rostock in der ersten gesamtdeutschen Bundesligasaison die Meisterschaft verpasst. Auch seine zweite Amtszeit 1996 endet unrühmlich mit dem Bundesligaabstieg. © Katja Lenz/picture alliance
Jörg Berger (1988–1990 und 1999) – Wird mit der Eintracht während seiner ersten Amtszeit Bundesligadritter, was jedoch ebenso in Erinnerung bleibt ist das Saisonfinale 1999. Mit einem 5:1-Sieg gegen Süd-West Rivale Kaiserslautern sichert die Eintracht sich auf hochdramatische Weise den Klassenerhalt.
Jörg Berger (1988–1990 und 1999) – Wird mit der Eintracht während seiner ersten Amtszeit Bundesligadritter, was jedoch ebenso in Erinnerung bleibt ist das Saisonfinale 1999. Mit einem 5:1-Sieg gegen Süd-West Rivale Kaiserslautern sichert die Eintracht sich auf hochdramatische Weise den Klassenerhalt. © Ferdinand Ostrop/picture-alliance
Friedhelm Funkel (2004–2009) – Gleichsam mit Erich Ribbeck ein Rekordhalter, was die Beschäftigungsdauer bei der SGE angeht. Unter ihm gelang ein Bundesligaaufstieg und darauffolgend die Etablierung in der ersten Liga. Eine Krönung seiner Tätigkeit durch einen DFB-Pokal Sieg blieb ihm durch die Finalniederlage 2006 verwehrt.
Friedhelm Funkel (2004–2009) – Gleichsam mit Erich Ribbeck ein Rekordhalter, was die Beschäftigungsdauer bei der SGE angeht. Unter ihm gelang ein Bundesligaaufstieg und darauffolgend die Etablierung in der ersten Liga. Eine Krönung seiner Tätigkeit durch einen DFB-Pokal Sieg blieb ihm durch die Finalniederlage 2006 verwehrt. © Uwe Anspach/picture-alliance
Armin Veh (2011–2014 und 2015–2016) – Unter Veh kehrt die Eintracht in die Bundesliga zurück und sollte danach nicht mehr absteigen. Pünktlich zum 50. Bundesligajubiläum erreicht die SGE als Tabellensechster den Europapokal. Bei seinem zweiten Engagement wurde Veh nach nicht mal einem Jahr freigestellt.
Armin Veh (2011–2014 und 2015–2016) – Unter Veh kehrt die Eintracht in die Bundesliga zurück und sollte danach nicht mehr absteigen. Pünktlich zum 50. Bundesligajubiläum erreicht die SGE als Tabellensechster den Europapokal. Bei seinem zweiten Engagement wurde Veh nach nicht mal einem Jahr freigestellt. © Caroline Blumberg / picture alliance
Nico Kovac (2016–2018) – In seine Amtszeit fallen zwei Finalteilnahmen im DFB-Pokal. 2018 sollte er dort niemanden geringeres als seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München besiegen. Unter Kovac avancierte die SGE wieder vom Abstiegskandidat zum Europacup-Teilnehmer. Mitunter wird der Sieg 2018 als Grundstein des heutigen Erfolgs gesehen.
Nico Kovac (2016–2018) – In seine Amtszeit fallen zwei Finalteilnahmen im DFB-Pokal. 2018 sollte er dort niemanden geringeres als seinen künftigen Arbeitgeber Bayern München besiegen. Unter Kovac avancierte die SGE wieder vom Abstiegskandidat zum Europacup-Teilnehmer. Mitunter wird der Sieg 2018 als Grundstein des heutigen Erfolgs gesehen. © Boris Roessler / picture alliance
Adi Hüter (2018–2021) – Europacup-Abende prägen seine Ära, die im Erreichen des Euro-League Halbfinals 2018/2019 ihren Höhepunkt fand. Weiter gelang es der Eintracht unter ihm sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und 2019/2020 das DFB-Pokal Halbfinale zu erreichen. Durch eine Trainer-Rochade zog es ihn weiter nach Mönchengladbach.
Adi Hüter (2018–2021) – Europacup-Abende prägen seine Ära, die im Erreichen des Euro-League Halbfinals 2018/2019 ihren Höhepunkt fand. Weiter gelang es der Eintracht unter ihm sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und 2019/2020 das DFB-Pokal Halbfinale zu erreichen. Durch eine Trainer-Rochade zog es ihn weiter nach Mönchengladbach. © Thomas Frey / picture alliance
Eintracht Frankfurt – Glasgow Rangers
Oliver Glasner (seit 2021) – Trotz einer durchwachsenen ersten Bundesliga-Saison unter dem Österreicher, gewinnt die Frankfurter Eintracht 2021/2022 die Europa League. Nach Krönung einer kontinuierlichen Entwicklung nimmt der Verein erstmals an der Champions-League teil.  © Picture Alliance / Arne Dedert

Aus dem Rennen ist hingegen U-21-Nationalspieler Yann Aurel Bisseck. Der 22-Jährige wird aller Voraussicht für sieben Millionen von Aarhus GF zu Inter Mailand wechseln. (Ingo Durstewitz)

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