Vier neue Bestwerte möglich

„Lieblingsgegner VfB“: Bayern-Rekordjagd geht in Stuttgart weiter

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Auch wenn die Siege zuletzt nicht mehr so spielerisch leicht wie zum Saisonstart gelangen: Die Bayern sind weiterhin auf Rekordjagd, der VfB Stuttgart scheint dafür der richtige Gegner zu sein.

Stuttgart / München - Wenn der FC Bayern in der MHPArena beim VfB Stuttgart antritt, ist dies aktuell ein Topduell in der Bundesliga, auch wenn die Historie eine einseitige Statistik pro Rekordmeister ausweist. Jeder Sieg der Münchner über den schwäbischen Kontrahenten bedeutet derzeit einen neuen Bundesligarekord.

FCB-Torjubel beim 2:1-Sieg im Franz-Beckenbauer-Supercup in Stuttgart.

In den bisherigen 112 BL-Partien zwischen den beiden Vereinen gewann der FCB satte 71 Mal, keine Paarung im Fußball-Oberhaus wurde häufiger von einem Klub für sich entschieden als der „Süd-Klassiker“. Dahinter folgen die 66 Bayern-Siege gegen den HSV (107 Spiele) und die 64 Erfolge (117 Spiele) gegen Bremen.

Vier neue Bundesliga-Rekorde des FC Bayern in Stuttgart möglich

Der FC Bayern greift am 13. BL-Spieltag 2025/26 jedoch zusätzlich nach weiteren Bundesliga-Rekorden – vor allem, weil der deutsche Rekordmeister offensiv mit einer beeindruckenden Effizienz auftritt. Nach dem 3:1 gegen den FC St. Pauli stehen die Münchner nun – Saison-übergreifend – bei 20 Ligaspielen in Folge, in denen sie mindestens zwei Treffer erzielt haben.

Eine derartige Serie wurde zuletzt ebenfalls vom FCB vor elf Jahren unter Pep Guardiola erreicht. Gelingt es der Mannschaft von Vincent Kompany in Stuttgart erneut, mindestens zweimal zu treffen, wird ein weiterer Bestwert geknackt. Gewinnt der souveräne BL-Tabellenführer (acht Punkte vor RB Leipzig), holt er sich noch einen anderen Rekord aus der Guardiola-Ära: In der Saison 2015/16 lautete die Münchner Bilanz nach 13 Spieltagen 12 Siege und ein Unentschieden bei 40:5 (+35) Toren.

Der rasante Aufstieg von Lennart Karl beim FC Bayern

Karl beim hallenturnier
Bevor Lennart Karl (r.) für den FC Bayern spielt, ist er unter anderem für die Jugend von Eintracht Frankfurt unterwegs. Im Jahr 2022 geht es dann erst zurück zu seinem ersten Klub Vicotria Aschaffenburg, im gleichen Jahr wechselt er in die Jugendabteilung der Bayern.  © Baur/ Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Karl in der U17.
Spätestens in der letzten Saison geht sein Stern endgültig auf. Für die U17 überragt er mit 27 Toren und elf Vorlagen und auch in der U19 kann er im Alter von nur 16 Jahren brillieren.  © IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler
Karl gegen Barcelona.
In der Youth League darf sich Karl schon mit anderen großen Jugendabteilungen messen. Unter anderem gehören der FC Barcelona und Inter Mailand zu den Gegnern von Karl. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Sane und Karl.
Bei den Profis darf sich der Bayern-Youngster immer wieder im Training zeigen. Auch von Leroy Sané (l.) lernt Karl.  © IMAGO/Ulrich Wagner
Müller und Karl.
Und auch bei den letzten Monaten von Thomas Müller (l.) im Bayern-Dress ist das Supertalent hautnah dabei. Einige Male darf Karl sogar Kader-Luft schnappen, ohne dabei allerdings eingesetzt zu werden.  © IMAGO/Markus Ulmer
Sane und Karl bei der Meisterfeier.
Bei der Meisterfeier des FC Bayern darf Karl dann aber mittendrin statt nur dabei sein. Der 17-Jährige traut sich sogar, Sane eine Bierdusche zu verpassen.  © IMAGO/Mladen Lackovic
Karl und Pavlovic.
Auch eine Medaille erhält das große Talent. Zusammen mit Aleksandar Pavlović (r.) bestaunt er die Miniatur-Meisterschale.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl
Karl gegen Auckland.
In der Saisonvorbereitung darf Karl mit in die USA reisen. Beim Club World Cup darf Karl sogar seine ersten Pflichtspielminuten für den FC Bayern bejubeln.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Karl beim Club World Cup.
Große Akzente kann Karl beim 10:0 gegen die überforderten Amateure von Auckland City allerdings nicht setzen. Trotzdem kann er wichtige Spielpraxis sammeln.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Karl gegen Boca Juniors.
Danach kommt aber kein Einsatz in den USA mehr hinzu. Viele Fans und Experten kritisieren Kompany für seine konservativen Aufstellungen und die geringe Einsatzzeit der großen Talente. © IMAGO/Marco Bader
Karl gegen Tottenham.
Ein erstes Ausrufezeichen setzt Karl beim Testspiel gegen Tottenham. Der Youngster trifft zum 3:0 und darf seinen ersten Treffer für den FC Bayern bejubeln.  © IMAGO/David Inderlied
Kompany und Karl.
Karl zeigt sich angesichts seiner Vorbereitung selbstbewusst und ehrgeizig. „Nicht jeder kann immer direkt ein Bayern-Spieler werden. Einige wollen aber direkt spielen. Wir werden ihnen einige Chancen geben“, bremst Vincent Kompany.  © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Karl gegen Stuttgart.
Im Supercup gegen den VfB Stuttgart darf Karl in der Schlussphase zumindest einige Einsatzsekunden sammeln. Ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung.  © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
Karl feiert den Supercup-Sieg.
Am Ende gibt es zwar nicht viel Einsatzzeit, trotzdem darf Karl den nächsten Profi-Titel bejubeln. Doch er will natürlich mehr. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Karl vor Leipzig.
Beim Bundesliga-Saisonauftakt gegen RB Leipzig steht Karl im Kader und darf auf den ersten Einsatz in Deutschlands höchster Spielklasse hoffen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner
Karl gegen Leipzig eingewechselt.
Und den gibt es dann auch. Beim Stand von 4:0 wird der 17-Jährige in der 68. Minute für Serge Gnabry eingewechselt und darf auf dem Platz miterleben, wie Harry Kane noch das 5:0 und 6:0 erzielt. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Karl gegen Wiesbaden.
Im DFB-Pokal folgt dann der erste Startelfeinsatz für Karl. Gegen Wehen Wiesbaden kann allerdings kaum ein Bayern-Star überzeugen und am Ende schafft es der Rekordmeister nur durch einen Last-Minute-Treffer von Kane zum 3:2 in die nächste Runde. Kein optimaler Abend, um Werbung für sich zu machen.  © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images
Kane und Karl jubeln gemeinsam.
Gegen Hoffenheim darf Karl am 4. Spieltag in der Bundesliga auch endlich starten. Auch hier tun sich die Bayern erst einmal extrem schwer. Doch Harry Kane erzielt kurz vor der Pause das 1:0 – nach einer Ecke des Bayern-Talents. Sein erster Scorer-Punkt. © IMAGO/Markus Ulmer
Karl gegen Brügge.
Nach einigen Wochen mit schwankenden Leistungen und wechselhaften Einsatzzeiten darf Karl gegen Brügge seinen ersten Champions-League-Treffer bejubeln. Bereits in der 5. Minute trifft er zum 1:0. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Karl gegen Gladbach.
Am darauffolgenden Wochenende darf der Youngster zwar nicht gegen Gladbach starten, kann nach seiner Einwechslung allerdings überzeugen und erzielt den 3:0-Endstand per Traumtor.  © IMAGO/Heiko Blatterspiel
Karl bei der U21.
Viele fordern Karl danach schon für die A-Nationalmannschaft, allerdings muss er erst einmal zur U21. Dort brilliert er zusammen mit seinem Bayern-Kollegen Tom Bischof.  © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Karl gegen Freiburg.
Gegen den SC Freiburg legte Karl seinen bis dato besten Auftritt im Bayern-Dress hin. Nicht nur aufgrund seines Tores und seines Assists schaffte es das Bayern-Supertalent sogar in die Kicker-Elf des Spieltags. © IMAGO/Mladen Lackovic
Karl sitzt gegen Freiburg.
Sogar Vergleiche mit Lionel Messi werden laut. Doch Karl bleibt am Boden: „Natürlich darf man mich mit Messi vergleichen, das sagen sehr viele. Ich finde aber nicht, dass man mich mit Messi vergleichen kann. Messi ist ganz oben, dahin habe ich noch einen langen Weg. Messi ist mein Vorbild.“ © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Im Verlauf der Saison bekommt Karl regelmäßig Spielzeit, obwohl der zuvor lange verletzte Jamal Musiala zurückkehrt. Der Teenager kann weiter überzeugen, glänzt unter anderem im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo mit einem Tor und einem Assist.
Im Verlauf der Saison bekommt Karl regelmäßig Spielzeit, obwohl der zuvor lange verletzte Jamal Musiala zurückkehrt. Der Teenager kann weiter überzeugen, glänzt unter anderem im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo mit einem Tor und einem Assist. © IMAGO
Grund genug für Julian Nagelsmann, um Karl zum ersten Mal zur Nationalmannschaft einzuladen – wenige Wochen nach dessen 18. Geburtstag. Nagelsmann: „Er soll seine jugendliche Unbekümmertheit mitbringen. Er soll keine Wunderdinge zeigen, einfach das, was er auch bei Bayern zeigt.“
Grund genug für Julian Nagelsmann, um Karl zum ersten Mal zur Nationalmannschaft einzuladen – wenige Wochen nach dessen 18. Geburtstag. Nagelsmann: „Er soll seine jugendliche Unbekümmertheit mitbringen. Er soll keine Wunderdinge zeigen, einfach das, was er auch bei Bayern zeigt.“  © IMAGO/Jürgen Kessler

Vincent Kompanys Mannschaft steht derzeit bei elf Siegen und einem Remis und ebenfalls einem Torverhältnis von plus 35 (44:9). Und es geht weiter: Schon ein einziger Treffer in der Schwabenmetropole würde einen neuen Bestwert in der nun 63-jährigen BL-Geschichte für die erzielten Tore nach 13 Spieltagen bedeuten.

2023/24 (neun Gegentore) und 1976/77 (31! Gegentore) hatten die Bayern zu dem Zeitpunkt 44 Tore auf der Habenseite. So wäre es auch alles andere als eine Überraschung, wenn die Kompany-Bayern zum Saisonfinale endlich die 101 Tore aus der Spielzeit 1971/72 von Gerd Müller, Uli Hoeneß & Co. knacken würden.

Wer genau aufgepasst hat: Wenn die Bayern das BL-Topspiel in Stuttgart gewinnen und dabei mindestens zwei Tore erzielen, holen sie sich in einer einzigen Partie vier neue BL-Rekorde. Allerdings hat auch der VfB, bei dem Nationalspieler Deniz Undav derzeit scheinbar trifft, wie er will, einige Argumente dagegen.

Neben dem FC Bayern und Leipzig ist der aktuelle Tabellen-Sechste (vier Punkte hinter dem Zweiten) das einzige Team, welches in dieser Spielzeit noch keine BL-Heimpunkte abgegeben hat. Allerdings wurde das Franz-Beckenbauer-Supercup-Spiel zum Saisonstart zuhause mit 1:2 gegen den deutschen Rekordmeister verloren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ulrich Hufnagel

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