Vor dem EM-Viertelfinale

Unterstützung für gesperrten Demiral: DFB-Weltmeister postet Wolfgruß-Bild

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Die Sperre von Merih Demiral gerät weiter zum Politikum. Jetzt bekommt der Abwehrspieler prominente Unterstützung von Mesut Özil.

Frankfurt – Bevor die Mannschaften der Niederlande und der Türkei über den letzten Halbfinalisten bei der Europameisterschaft entscheiden, dreht sich im Vorfeld der Partie vieles um die Sperre von Merih Demiral. Dieser bekommt nach seinem Wolfsgruß unterstützende Worte aus der türkischen Politik und von DFB-Weltmeister Mesut Özil.

Niederlande gegen Türkei: türkische Politiker äußern sich zu UEFA-Sperre, Erdogan in Berlin dabei

Es war eine Ansage, die die politische Komponente der Partie auf ein neues Niveau hob. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan reist kurzfristig nach Berlin, um das Viertelfinalspiel der Türkei gegen die Niederlande am Samstag (6. Juni) um 21 Uhr im Berliner Olympiastadion zu verfolgen. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll Erdogan dafür sogar eine Reise nach Aserbaidschan abgesagt haben.

Auch die Sperre von Demiral lassen Erdogan und sein Sportminister nicht unkommentiert. „Sagt jemand etwas darüber, dass die Deutschen den Adler auf ihren Trikots haben? Sagt jemand, die Franzosen haben einen Hahn auf dem Trikot, warum führen sie sich wie Hähne auf?“, so der Präsident laut der Nachrichtenagentur Anadolu.

Statt eines Symbols, das zweifelsfrei einer rechtsextremistischen Gruppierung zuzuordnen ist, sieht Erdogan hierin offenbar nichts mehr als unbedenkliche Nationalsymbolik und Folklore. Bereits zuvor hatte sich der türkische Sportminister Osman Askin Bak via X zu Wort gemeldet und das Urteil als „unfair“ und „voreingenommen“ bezeichnet.

Stellt sich hinter Merih Demiral: Weltmeister Mesut Özil

DFB-Weltmeister Mesut Özil teilt mehrdeutige Instagram-Story

Am Spieltag selbst schob nun DFB-Weltmeister Mesut Özil eine persönliche Nachricht vor dem Spiel nach. In seiner Instagram-Story teilte der 35-Jährige das Bild, das Demiral beim Wolfsgruß zeigt, übertitelt mit der Nachricht „Hayde Türkiye!“ (dt.: „Auf geht’s Türkei!“).

Der Fall reiht sich dabei in mehrere Vorfälle ein, in denen Özil demonstrativ seine Nähe zu Erdogan und einer autoritären, rechten Gesinnung zur Schau stellt. Den Wahlsieg des Amtsinhabers 2023 bejubelte er mit einem „Gott sei Dank“. Zudem postete er vor kurzem offenherzig eine Tätowierung auf seiner Brust, die einen heulenden Wolf zeigt.

15 Spieler bei der EM: In Deutschland geboren, aber für andere Nation aktiv

Arber Hoxha (Albanien) Geburtsort: Heidelberg; Profi-Stationen in Deutschland: keine
Arber Hoxha (Albanien) Geburtsort: Heidelberg; Profi-Stationen in Deutschland: keine © IMAGO/www.imagephotoagency.it
Ylber Ramadani (Albanien) Geburtsort: Starnberg; Profi-Stationen in Deutschland: keine
Ylber Ramadani (Albanien) Geburtsort: Starnberg; Profi-Stationen in Deutschland: keine © IMAGO/Cristiano Mazzi / SPP
Marco Pasalic (Kroatien) Geburtsort: Karlsruhe; Profi-Stationen in Deutschland: Borussia Dortmund
Marco Pasalic (Kroatien) Geburtsort: Karlsruhe; Profi-Stationen in Deutschland: Borussia Dortmund © IMAGO/M.Bayoumy/SFSI
Mario Pasalic: Geburtsort: Mainz; Profi-Stationen in Deutschland: keine
Mario Pasalic: Geburtsort: Mainz; Profi-Stationen in Deutschland: keine © IMAGO/MB Media
Marin Pongracic; Geburtsort: Landshut; Profi-Stationen in Deutschland: TSV 1860 München, VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund
Marin Pongracic (Kroatien) Geburtsort: Landshut; Profi-Stationen in Deutschland: TSV 1860 München, VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund © IMAGO/M.Bayoumy/SFSI
Josip Stanisic (Kroatien) Geburtsort: München; Profi-Stationen in Deutschland: FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen
Josip Stanisic (Kroatien) Geburtsort: München; Profi-Stationen in Deutschland: FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen © IMAGO/Joaquim Ferreira
Lazar Samardzic (Serbien) Geburtsort: Berlin; Profi-Stationen in Deutschland: Hertha BSC, RB Leipzig
Lazar Samardzic (Serbien) Geburtsort: Berlin; Profi-Stationen in Deutschland: Hertha BSC, RB Leipzig © IMAGO/Mike Kireev
Joselu (Spanien) Geburtsort: Stuttgart; Profi-Stationen in Deutschland: TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, Hannover 96
Joselu (Spanien) Geburtsort: Stuttgart; Profi-Stationen in Deutschland: TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, Hannover 96 © IMAGO/Acero/AlterPhotos/ABACA
Kaan Ayhan (Türkei) Geburtsort: Gelsenkirchen; Profi-Stationen in Deutschland: FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf
Kaan Ayhan (Türkei) Geburtsort: Gelsenkirchen; Profi-Stationen in Deutschland: FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf © IMAGO/Giuseppe Maffia
Läuft Hakan Calhanoglu kommende Saison für den FC Bayern auf?
Hakan Calhanoglu: Geburtsort: Mannheim; Profi-Stationen in Deutschland: Karlsruher SC, Hamburger SV, Bayer 04 Leverkusen © IMAGO/Giuseppe Maffia
Salih Özcan (Türkei) Geburtsort: Köln; Profi-Stationen in Deutschland: 1.FC Köln, Holstein Kiel, Borussia Dortmund
Salih Özcan (Türkei) Geburtsort: Köln; Profi-Stationen in Deutschland: 1.FC Köln, Holstein Kiel, Borussia Dortmund © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Cenk Tosun (Türkei) Geburtsort: Wetzlar; Profi-Stationen in Deutschland: Eintracht Frankfurt
Cenk Tosun (Türkei) Geburtsort: Wetzlar; Profi-Stationen in Deutschland: Eintracht Frankfurt © IMAGO/Seskimphoto
Kenan Yildiz (Türkei) Geburtsort: Regensburg; Profi-Stationen in Deutschland: keine
Kenan Yildiz (Türkei) Geburtsort: Regensburg; Profi-Stationen in Deutschland: keine  © IMAGO/Ulrich Hufnagel
Marton Dardai (Ungarn) Geburtsort: Berlin; Profi-Stationen in Deutschland: Hertha BSC
Marton Dardai (Ungarn) Geburtsort: Berlin; Profi-Stationen in Deutschland: Hertha BSC © IMAGO/Matthias Koch
Willi Orban (Ungarn) Geburtsort: Kaiserslautern; Profi-Stationen in Deutschland: 1. FC Kaiserslautern, RB Leipzig
Willi Orban (Ungarn) Geburtsort: Kaiserslautern; Profi-Stationen in Deutschland: 1. FC Kaiserslautern, RB Leipzig © IMAGO/Christian Schroedter

Dem vorausgegangen war ein schwieriges Verhältnis zwischen dem Spieler und dem DFB im Zuge seines Rücktritts. Damals bemängelte Özil, dass Spieler mit Migrationsgeschichte nur dann als „Deutsche“ akzeptiert würden, wenn sie Erfolg versprechen. (nki)

Rubriklistenbild: © Eigene Montage: links - IMAGO / Sven Simon rechts - Screenshot instagram @m10_official

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