VonChristopher Michelschließen
Mathys Tel ist der Mittelpunkt der Transfergerüchte. Zahlreiche Spitzenteams sind an einer Vereinbarung interessiert. Seine Zukunft ist jedoch unklar.
München – In den letzten Tagen dominiert Mathys Tel die Schlagzeilen im Fußballgeschäft. Am 5. Januar, kurz vor dem Start der Rückrunde, führte der 19-Jährige ein – laut Transferexperte Fabrizio Romano – „sehr positives“ Gespräch mit Trainer Vincent Kompany. Tel sah eine realistische Chance, beim FC Bayern München regelmäßig Spielzeit zu bekommen.
Viele Enttäuschungen für Tel
Doch was geschah danach? Eine Reihe von Enttäuschungen! In der Bundesliga durfte Tel nur einmal in der zweiten Halbzeit gegen die TSG Hoffenheim am letzten Spieltag der Hinrunde mitwirken und leistete eine Vorlage zum 5:0-Sieg. Vom 18. bis 25. Januar erlebte er eine frustrierende Woche mit mehreren Spielen, in der er keine einzige Minute eingesetzt wurde – obwohl der FC Bayern im Champions-League-Spiel gegen Feyenoord Rotterdam (0:3) bereits zur Halbzeit mit 0:2 zurücklag.
Diese Situation verstärkte seinen Frust und führte zur ersten großen Wende. Am 27. Januar berichtete fussball.news exklusiv über Tels Plan, den FC Bayern zu verlassen – möglicherweise nicht nur auf Leihbasis, sondern dauerhaft. Am 28. Januar fanden Gespräche zwischen Tels Vertretern und den Münchnern statt, und seitdem war seine Zukunft ungewiss. Auch der überraschende Startelfeinsatz in der Champions League gegen Slovan Bratislava (3:1) am 29. Januar änderte daran nichts.
Der geplatzte Tottenham-Deal
Am Freitagnachmittag, dem 31. Januar, spitzte sich die Lage endgültig zu. Transfer-Insider Fabrizio Romano berichtete, dass Klub-Boss Daniel Levy nach München gereist sei, um den Transfer in einem persönlichen Gespräch mit dem Youngster und dessen Berater voranzutreiben. Der FC Bayern hätte im Gesamtpaket bis zu 60 Millionen Euro einnehmen können. Doch Tel lehnte ab und konnte sich diesen Wechsel nicht vorstellen.
Daraufhin überschlugen sich die Meldungen über einen möglichen Wechsel zu Manchester United. Laut Informationen von fussball.news waren die Red Devils am Freitagabend plötzlich in der Pole-Position und zuversichtlich, den Transfer zu realisieren. Doch schnell folgte die Ernüchterung und ein zäher Poker begann. Am Ende konnten sich der FC Bayern und United offenbar nicht einigen.
Wissen der FC Bayern und Tel, was sie wollen?
Bleibt Tel bis zum Ende der Winter-Transferperiode am 3. Februar in München? Sportdirektor Christoph Freund äußerte sich bereits am 1. Februar nach dem 4:3-Sieg gegen Holstein Kiel: „Mathys ist Spieler des FC Bayern München. Es gibt viele Interessenten, nachdem er vor einigen Tagen gesagt hat, dass er sich vorstellen kann, woanders Spielpraxis zu sammeln. Aber die Tendenz ist aktuell, dass er bleibt. Wir sind mit keinem Verein im Gespräch.“ Tel wurde bewusst nicht für dieses Spiel nominiert, um über seine Situation nachzudenken.
Kann sich der FC Bayern einen kurzfristigen Abgang im Winter überhaupt vorstellen? Sportvorstand Max Eberl erklärte am 29. Januar: „Wir haben im Dezember gesprochen, da hat Mathys gesagt, er will sich durchsetzen. Jetzt hat er gesagt, er würde gerne gehen. Jetzt müssen wir überlegen, ob wir’s tun und was wir tun.“ Zwischenzeitlich wurde Christopher Nkunku als möglicher Ersatz gehandelt, doch diese Personalie wurde nicht konkret. Wissen Tel und der FC Bayern wirklich, was sie wollen? Tel betonte oft, wie gerne er beim FC Bayern bleiben würde. Auch nach seiner vermeintlichen Abschiedstour vor der Fankurve nach dem Bratislava-Spiel ließ er offen, wie es weitergeht. Eine klare Antwort auf diese Frage lieferten auch die turbulenten letzten sieben Tage nicht.
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