VonAdrian Rehlingschließen
Noch Mitte März war davon so nicht zu träumen. Dann verletzte sich erst ein BVB-Kollege, ehe der Abwehrspieler wieder selbst zu überzeugen begann.
Dortmund – Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag (22. Mai) seinen Kader für das Final Four in der Nations League bekannt gibt, dann dürfen sich gleich mehrere BVB-Stars große Hoffnungen machen. Und vielleicht sogar die Hände reiben. Bei einem wäre das noch vor wenigen Wochen undenkbar gewesen.
Erst von einem Syndesmosebandriss gekennzeichnet, dann auch unter (Neu-)Trainer Niko Kovac nicht so wirklich mit Einsatzchancen. Die Leidenszeit von Niklas Süle schien keine Ende zu nehmen. Dann allerdings profitierte der 29-Jährige wiederum von einer Verletzung eines BVB-Innenverteidiger-Kollegen, denn Nico Schlotterbeck musste am Knie operiert werden und fiel seitdem aus.
Plötzlich war Süle – auf Grund seines Gewichts bei einigen Experten nahezu dauerhaft in Kritik stehend – wieder von Bedeutung. Und der 1,95 Meter große Abwehrhüne nutzte seine Chance. Ab dem 29. Spieltag stand er in der BVB-Startelf, mit ihm nahm die furiose Aufholjagd auf die Champions-League-Plätze schließlich so richtig Fahrt auf. Sechs Spieltage später hatte Borussia Dortmund fünf Siege und ein Unentschieden eingefahren und tatsächlich noch Rang vier geschafft. Königsklasse perfekt – Rückkehr in die Nationalmannschaft auch?
BVB-Profi Niklas Süle darf sich Hoffnungen auf Nagelsmann-Nominierung machen
Seit dem 18. Oktober 2023 hat Niklas Süle kein Länderspiel mehr bestritten. Bekannt ist aber auch, dass Bundestrainer Nagelsmann ein Fürsprecher des Verteidigers ist. Da dieser gelegentlich eben nicht wie ein solcher auftritt. Beispiel: USA-Reise im Herbst 2023. Nagelsmann feierte Süle damals nach einem Training euphorisch: „Wie ein Zehner“ sei dieser aufgetreten, aus Sicht des Bundestrainers „Wahnsinn.“
Die Begründung lieferte er gleich mit: „Da hat er Dinge gemacht, die er im normalen Spiel nicht machen würde. Aber ist einfach ein sehr, sehr guter Fußballer.“ Ob Süle das wieder unter Beweis stellen darf, wird sich dann am Donnerstag entscheiden. Einer, der die Nominierung wohl nicht mehr abwarten muss, ist hingegen Waldemar Anton. Laut Sky-Informationen winkt mit Anton einem weiteren BVB-Verteidiger die Rückkehr in den DFB-Kader. Anton könne sogar neben Jonathan Tah in der Innenverteidigung gesetzt sein, hieß es weiter.
Acht Tage nach der Nominierung findet sich der DFB-Tross in Herzogenaurach zusammen, um sich ab dem 30. Mai konzentriert auf den ersten Kracher gegen Portugal vorzubereiten. Das Halbfinale steigt am 4. Juni in München. Auch das Endspiel findet in München statt, wird am 8. Juni ausgetragen. Im zweiten Halbfinale treffen Spanien und Frankreich am 5. Juni aufeinander. (rele)
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