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Linus Straßer erlebt eine perfekte Woche. Der Münchner Ski-Löwe wird zum ersten Mal Vater und rast nur wenige Tage später im Slalom aufs Podest.
Madonna di Campiglio – Zum ersten Mal im Leben Papa, zum ersten Mal in dieser Wintersport-Saison auf dem Podium: Linus Straßer hat sein Baby-Glück mit dem dritten Platz beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio perfekt gemacht. Erst vor wenigen Tagen erblickte seine Tochter das Licht der Welt.
| Linus Straßer |
| Geboren: 6. November 1992 (Alter 30 Jahre), München |
| Größe: 1,83 m |
| WM-Debüt: 27. Oktober 2013 |
| Größte Erfolge: Olympia-Silber im Team Peking 2022, drei Weltcup-Siege |
Erst Baby-Glück, dann Podium: Ski-Löwe Linus Straßer im siebten Himmel
„Herzlich willkommen, kleine Maus“, schrieb Linus Straßer erst Anfang der Woche auf Instagram, dazu postete er ein Herz und den Hashtag „happydad“. Auf dem dazugehörigen Foto ist ein überglücklicher Vater mit seinem Neugeborenen auf dem Arm. Unter den Gratulanten reihten sich die Skirennfahrer Manuel Feller, Clement Noel, Lucas Braathen sowie die DSV-Kollegen Kira Weidle, Andreas Sander, Dominik Schwaiger und Josef Ferstl ein. Erst vor wenigen Wochen hatte Straßer verkündet, dass er Vater wird.
Die Geburt der Tochter hat Straßer in Madonna offensichtlich beflügelt. Fast zwei Wochen zuvor, beim ersten Slalom der Saison im französischen Val d‘Isere, war der Ski-Löwe vom TSV 1860 München lediglich auf Rang 13 gefahren. Allerdings war er da mit dem Kopf, der gerade im Slalom so wichtig ist, nicht so ganz bei der Sache. „Dem Kind geht es sehr, sehr gut“, sagte Straßer der Süddeutschen Zeitung vor dem Rennen in Madonna. Die vergangenen Wochen seien aber „nicht so leicht“ gewesen, da er „immer auf Abruf für die Geburt“ war, „in der Zeit war es nicht leicht, den vollen Fokus aufs Skifahren zu richten.“
Linus Straßer rast aufs Podest – wenige Tage nach Geburt seiner Tochter
Für den 30-Jährigen, der im Januar den zuvor letzten Nachtslalom in Schladming gewonnen hatte, war es der neunte Podiumsplatz bei einem Weltcup-Einzelrennen in seiner Karriere. Im Ziel lag Straßer 0,18 Sekunden hinter dem Schweizer Sieger Daniel Yule. Zweiter wurde der Norweger Henrik Kristoffersen (+0,08 Sekunden). Kristoffersens Landsmann Lucas Braathen, der den ersten Slalom der Saison im französischen Val d‘Isère gewonnen hatte, fiel im zweiten Durchgang noch von Rang eins auf vier zurück.
Die Slalomstrecke in Madonna di Campiglio gilt als eine der anspruchsvollsten des alpinen Weltcup-Kalenders. Die Hangneigung liegt bei bis zu 70 Prozent. Straßer zeigte zwei starke Läufe. Ein „unglaubliches Rennen“ sei es gewesen, sagte er. „Leider hat es nicht ganz zum Sieg gereicht.“ Aber auch der dritte Rang fühle sich „unglaublich schön“ an.
Linus Straßer: Nach dem Nachtslalom schnell heim zur Familie
„Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so stolz auf mich gewesen bin, es ist unglaublich schön“, sagte der Münchner nach seinem Husarenritt zum dritten Platz auf der Miramonti-Piste und ergänzte frohgemut: „Ich freue mich jetzt auf die ruhigen Tage daheim mit Frau und Baby.“
Noch in derselben Nacht fuhr Straßer von Madonna di Campiglio im Trentino gut 300 Kilometer bis nach Kirchberg in Tirol. Der frischgebackene Vater wollte so schnell wie möglich heim zu Frau Maria und dem erst ein paar Tage alten Töchterchen. Der nächste Nachwuchs ist schon unterwegs, ein Wintersport-Traumpaar bekommt ein Kind. (ck)
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