„Alles nur ein Witz“

Zweimalige Langlauf-Weltmeisterin schimpft über lächerlich kleines Preisgeld: „Das ist peinlich“

+
Das Grinsen für den dritten Platz ist der Schwedin Maja Dahlqvist vergangen.
  • schließen

Profisportler leben auch von ihrem Preisgeld. 22 Euro sind dann aber doch etwas wenig für den Aufwand, findet eine zweimalige Weltmeisterin.

Kalix - Nach jeder Wintersport-Saison finden in den jeweiligen Disziplinen noch die landesweiten Wettkämpfe statt. Nach dem anstrengenden Weltcup und meist auch einer WM oder Olympia kommen die Athleten eines Landes zusammen und kämpfen um nationales Gold. Sei es im Ski-Alpin oder auch im Langlauf. Und da gab es jetzt in Schweden einen kleinen Eklat, als eine zweifache Weltmeisterin Dritte wurde.

Maja Dahlqvist (28) weiß, was es heißt, oben auf dem Treppchen zu stehen. Natürlich haben da Weltmeisterschaften oder Olympia Priorität, doch auch im heimischen Schweden misst sie sich gerne mit ihren Langlauf-Kolleginnen. Dahlqvist erreichte im Teamsprint bei den Schweden-Meisterschaften den 3. Platz - Bronze. Die Sprint-Gesamtweltcupsiegerin und zweifache Olympia-Zweite von Peking redete sich aber beim Expressen in Rage.

Wintersport-Legende in Schweden in Rage: „Es ist einfach peinlich“

„Es ist einfach peinlich“, sagte sie über den Preis von 250 Kronen (umgerechnet 22 Euro) und holte aus: „Es ist alles nur ein Witz. Soll ich mit einem Scheck dastehen, der so groß ist, dass er mir bis zu den Knien reicht und 250 Kronen wert ist? Es ist nur peinlich und dumm“. Dahlqvist findet das „absolut unglaublich“. Würde man eine „null hinten anfügen, wäre es in Ordnung gewesen, aber auch kein Glanz oder Glamour“. 220 Euro wären es dann gewesen.

Die beiden Erstplatzierten im Teamsprint bekamen knapp 88 Euro (1000 Kronen), die Silbermedaillengewinner knapp 44 Euro (500 Kronen). „Mit 14 Jahren habe ich noch mehr bei einem Wettbewerb gewonnen“, meint Dahlqvist, die sich zusammen mit Frida Karlsson selbst dafür einsetzt, dass in ihrem Verein die Preisgelder für Langläufer ansteigen. Karlsson schrieb kürzlich selbst Schlagzeilen, da sie sich von ihrem Freund - einem bekannten Langläufer - trennte.

Weltmeisterin Dahlqvist macht nach drittem Platz sogar Verlust: „Ich musste Strafe zahlen“

Und das ist noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Weil sie ihren Wettkampfchip zu Hause vergessen hatte, geht die Drittplatzierte sogar mit Minus aus dem Rennen. „Ich musste eine Strafe zahlen und fahre mit Verlust heim, obwohl ich eine Medaille gewonnen habe“. Der schwedische Skiverband hat auf die Kritik reagiert und sogar angegeben, dass in den letzten Jahren das Preisgeld erhöht worden sei, allerdings nur in manchen Wettbewerben.

Ein schwacher Trost für Dahlqvist, die zwar eine Bronzemedaille umhängen hat, aber ein paar Kronen weniger auf dem Konto. (ank)

Kommentare