Ex-Profi im Interview

„Wird eine Saison zum Vergessen“: Babbel äußert vernichtendes BVB-Urteil

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Borussia Dortmund befindet sich in einer sportlichen Misere, zusätzlich herrscht ein Führungschaos. Ex-Profi Markus Babbel kritisiert den BVB scharf.

Dortmund – Nach dem 21. Spieltag steht Borussia Dortmund in der Bundesliga nur auf Tabellenplatz elf. Der BVB droht die Champions League, im schlimmsten Fall sogar die kompletten internationalen Ränge zu verpassen.

Babbel über den BVB: „Nicht gut genug für die Champions League“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sorgte unlängst auf der Spobis in Hamburg für Aufsehen. Denn laut dem BVB-Boss könne der Klub im Notfall auch mal zwei Jahre ohne die Champions League verkraften. Markus Babbel sagt dazu im Interview mit fussball.news/absolutfussball, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA: „Watzke muss jetzt schon mal vorbauen, weil er ja nicht blind ist. Er sieht ja, was da gerade im Moment auf dem Platz abläuft, und das ist nicht gut genug für die Champions League.“

Markus Babbel kritisiert Borussia Dortmund scharf.

Watzke sei „kein Träumer, sondern Realist“, konstatiert Babbel und fügt hinzu: „Er bereitet das Ganze jetzt schon mal vor, wenn die ganz große Unruhe reinkommt, falls man es nicht schafft und dann mehr oder weniger der ganze Verein auseinanderfliegt“. Für den Ex-Profi sei „die aktuelle Krise hausgemacht“, denn: „Du machst mit Nuri Şahin deinen Lehrling auf einmal zum Meister und das sind jetzt alles die Spätfolgen.“

fussball.news/absolutfussball hat in Kooperation mit wette.de mit Markus Babbel gesprochen

Das Interview mit Markus Babbel fand in Kooperation mit wette.de statt. Markus Babbel, geboren in München, spielte für den FC Bayern, den Hamburger SV, den FC Liverpool, Blackburn und den VfB Stuttgart. Mit dem DFB-Team wurde er 1996 Europameister. Später war er Trainer in Stuttgart, bei Hertha BSC, der TSG Hoffenheim sowie dem FC Luzern und bei Western Sydney.

Babbel kritisiert Ex-BVB-Trainer Nuri Şahin

Şahin hatte im Sommer die Nachfolge des zurückgetretenen Edin Terzić übernommen, wurde aber im Januar entlassen. Babbel kritisiert: „Şahin hat es nicht geschafft, eine Achse zu installieren, er hat wahnsinnig viel rotiert, hat wahnsinnig viele Spieler nicht auf ihren besten Positionen spielen lassen.“ Auch jetzt mache der BVB „keinen fitten Eindruck, sie haben viele Verletzte“, konstatiert Babbel, „das Fitnesslevel ist jetzt nicht das herausragendste, sodass man alle drei Tage performen kann“.

Zwar könne Borussia Dortmund „schon mal Gas geben und ein tolles Spiel abliefern, aber danach kannst du dir die Uhr stellen, dass wieder ein Grottenkick rauskommt“, so Babbels vernichtendes Urteil. Das werde „auch Niko Kovač nicht hinbekommen, unter der Saison physische Defizite aufzuarbeiten“, glaubt der Ex-Profi.

Babbel über BVB-Bosse: „Fatale Fehlentscheidungen“

„Dementsprechend wird das in meinen Augen eine Saison zum Vergessen, sie werden wahrscheinlich international kommende Saison gar nicht dabei sein. Aber da haben die Verantwortlichen einen großen Anteil daran, weil sie in meinen Augen fatale Fehlentscheidungen getroffen haben und kein gutes Management an den Tag gelegt haben“, moniert Babbel, der die Ursachen des Dortmunder Misserfolgs auf mehreren Ebenen sieht.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Steinbrenner

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