Hoeneß‘ Wunschspieler

Wirtz zum FC Bayern: Finanzielle Herausforderung oder simple Kalkulation?

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Uli Hoeneß äußert offen seinen Wunsch nach Florian Wirtz. Aber ist der Leverkusen-Star für den FC Bayern überhaupt bezahlbar? Eine mögliche Kalkulation.

München – „Wenn ich einen Traum haben darf, dann würde ich sagen, dass Florian Wirtz zum FC Bayern muss. Das ist aber nur meine private Meinung“, sagte Uli Hoeneß im Interview mit t-online. Wirtz sei „ein überragender Fußballspieler mit unglaublichen Fähigkeiten, der auch vom Image her dem FC Bayern sehr guttut“, so der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters.

Wäre eine Verpflichtung von Wirtz ein finanzieller Kraftakt oder doch eine einfache Rechnung für den FC Bayern?

Wirtz-Ablöse liegt bei kolportierten 150 Millionen Euro

Der 21-Jährige besitzt laut dem Online-Portal transfermarkt.de einen Marktwert von 140 Millionen Euro. Im April 2024 sagte Bayer 04 Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro dem spanischen Radiosender Radio Marca: „Ich würde Wirtz nicht für weniger als 150 Millionen Euro verkaufen.“

Florian Wirtz (r.) ist vertraglich noch bis 2027 an Bayer 04 Leverkusen gebunden.

Kurz darauf revidierte Carro seine Aussage. „Da habe ich einen Fehler gemacht. Eigentlich hat Florian Wirtz kein Preisschild“, so Carro im aktuellen Sportstudio des ZDF. Wie Hoeneß im April 2024 in einem Gespräch mit der FAZ betonte, könne der FC Bayern „einmal 100 Millionen Euro für einen Harry Kane ausgeben, vielleicht noch einmal für einen deutschen Spieler“.

Es darf angenommen werden, dass die Ablöse für Wirtz über 100 Millionen Euro beträgt, sich womöglich in der Region von 150 Millionen Euro bewegt. Könnte sich der FC Bayern Wirtz leisten, wenn er rund 50 Millionen Euro teurer wäre als von Hoeneß im letzten Jahr veranschlagt?

Reichen dem FC Bayern 100 Millionen Euro + Tel-Millionen?

Basierend auf Hoeneß‘ Aussage aus dem April 2024 scheint der FC Bayern die Ablöse von 100 Millionen Euro auf dem viel zitierten Festgeldkonto parat zu haben. Finanziell steht der Verein jedenfalls solide da: Der deutsche Rekordmeister hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das zweitbeste Jahresergebnis seiner Klubgeschichte erzielt und mit 951,5 Millionen Euro erneut einen Rekord-Gesamtumsatz erreicht, der Konzerngewinn vor Steuern stieg um 15 Prozent auf 62,7 Millionen Euro.

Im Sommer 2025 winken dem FC Bayern außerdem 60 Millionen Euro für Mathys Tel, so die taxierte Höhe der Kaufoption, die sich Tottenham Hotspur im Zuge der Leihvereinbarung gesichert hat, wobei es für die Aktivierung Tels Zustimmung bräuchte. Mit Leon Goretzka und Kingsley Coman gibt es indes weitere Verkaufskandidaten, die – gemessen an ihren jetzigen kolportierten Marktwerten – zusammen rund 60 Millionen Euro in die Münchner Vereinskasse spülen könnten.

So könnte Bayern Wirtz holen und die Gehaltsausgaben senken

Ein wichtiger Punkt bei Wirtz ist auch das Gehalt. Laut Bild hat Sportvorstand Max Eberl den Auftrag, die Gehaltsausgaben des Klubs von jährlich 320 bis 340 Millionen Euro auf unter 300 Millionen Euro zu senken. Um dies trotz des möglichen Transfers von Wirtz zu realisieren, müsste zum Saisonende nicht nur ein Großverdiener den Verein verlassen, sondern eher zwei, eigentlich drei müssten gehen.

Allein Goretzka und Coman sollen gemeinsam bis zu 40 Millionen Euro brutto inklusive Boni pro Jahr kassieren. Zudem soll ein Karriereende von Thomas Müller immer wahrscheinlicher werden. Der Kontrakt des 35-Jährigen läuft Ende Juni aus, womöglich hängt er seine Fußballschuhe an den Nagel und schafft damit in puncto Gehalt einen Freiraum von knapp unter 20 Millionen Euro pro Jahr.

Würden Goretzka, Coman und Müller im Sommer von der Gehaltsliste des FC Bayern verschwinden, könnte Wirtz hinzukommen und Eberl die Gehaltsausgaben insgesamt gesenkt haben. So einfach wird es vermutlich nicht sein. Goretzka und Coman besitzen noch Verträge bis 2026, das letzte Wort liegt also bei ihnen.

Wirtz zögert mit einer Entscheidung

Alternative Abgangskandidaten sind Joshua Kimmich und Leroy Sané, die ein ebenso hohes Salär beziehen sollen wie ihre genannten Kollegen und deren Verträge Ende Juni auslaufen. Mit Kimmich will der FC Bayern verlängern, eine finale Entscheidung bei Sané scheinen die Klubverantwortlichen indes noch nicht getroffen zu haben.

Wirtz‘ Vertrag in Leverkusen läuft derweil noch bis 2027, die Werkself würde diesen gerne verlängern – doch Wirtz zögert, wohl wissend, dass der FC Bayern ihn am liebsten so schnell wie möglich verpflichten würde.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Norbert Schmidt

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