DFB-Stars und Franzosen hatten sich mehr erwartet

Drama-WM für FC Bayern: Auf Trainer Nagelsmann wartet nun viel Arbeit

  • schließen

Die WM 2022 ist Geschichte. Für den FC Bayern war es in ganz vielen Belangen ein Katastrophen-Turnier. Auf Julian Nagelsmann wartet nun viel Arbeit.

München – Die WM 2022 ist Vergangenheit! Argentinien hat sich im wohl spektakulärsten Finale der Fußball-Geschichte zum Weltmeister gekrönt. Während Lionel Messi und Co. sich nun freuen werden, stürzt Titelverteidiger Frankreich in das Tal der Tränen.

Doch nicht nur für die Franzosen war die WM in Katar am Ende dramatisch. Auch für den FC Bayern bringt das Wüsten-Turnier einen Haufen Rückschläge mit sich – nicht nur sportlich. Es wartet ab dem 3. Januar viel Aufbauarbeit auf Trainer Julian Nagelsmann, denn für den Rekordmeister hätte die WM 2022 fast gar nicht schlechter verlaufen können.

Name: FC Bayern München
Gründung: 27. Februar 1900 (122 Jahre)
Eigentürmer: FC Bayern München AG
Trainer: Julian Nagelsmann
Teuerster Spieler: Jamal Musiala, 100 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)

Drama-WM für FC Bayern: Hernandez-Verletzung macht den Anfang

Es fing an mit der schweren Verletzung von Lucas Hernandez. Keine neun WM-Minuten absolvierte der Franzose, eher er sich bei einer Abwehraktion einen Kreuzbandriss zuzog. Damit ist für den Innenverteidiger, der sich vor dem Turnier wieder in die Startelf gespielt hatte, die Saison beendet.

Das Vorrunden-Aus für die DFB-Stars wird die Bayern womöglich auch länger beschäftigen. Joshua Kimmich deutete dies kurz nach dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica (4:2) bereits an. Auch Thomas Müller erklärte, dass ihn das vorzeitige Scheitern bei dieser WM dieses Mal mehr beschäftige als jeder anderer Rückschlag in seiner Karriere bislang.

Und was macht so ein Turnier mit Youngster Jamal Musiala? Es sollte der internationale Durchbruch des 19-jährigen Dribbel-Künstlers werden. Zwar war Musiala der auffälligste DFB-Akteur dieser aus deutscher Sicht missratenen WM, doch hatte auch er kein Glück in seinen Aktionen.

Spieler des FC Bayern erlebten keine erfreuliche WM 2022 in Katar.

DFB-Aus trifft auch FC Bayern – dann verletzt sich auch noch Manuel Neuer

Noch schlimmer kam es für Kapitän Manuel Neuer, der sich bei der Verarbeitung des WM-Frusts beim Ski-Touren einen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. Auch für den 36-Jährigen bedeutet dies: Pause von mindestens sechs Monaten und Saison-Aus! Wer weiß, wann der Keeper wieder zurückkommt und ob er danach überhaupt wieder zu gewohnter Form findet. Zudem müssen die Bayern nun Ersatz für Neuer verpflichten.

Im WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich hatte der FC Bayern immerhin drei französische Eisen im Feuer. Doch Benjamin Pavard, der beim WM-Auftakt gegen Australien noch in der Startelf gestanden hatte, fand sich anschließend nur noch auf der Bank wieder. Am Ende erlebte der Abwehrspieler die spektakulären 120 Minuten plus Elfmeterschießen im Finale als Reservist.

Von der Bank war auch Kingsley Coman gekommen, als die Équipe Tricolore gegen Argentinien fast schon chancenlos mit 0:2 zurücklag. Auch dank der Einwechslung des Bayern-Stars kam Frankreich am Ende zum Ausgleich. Doch hätte es noch eines weiteren Nackenschlags für die Bayern benötigt, war es Coman, dem im Elfmeterschießen als zweitem Schützen die Nerven versagten. So reckte Lionel Messi letztlich den WM-Pokal in den katarischen Nachthimmel.

Deutschlands Kader für die WM 2022 in Katar

Manuel Neuer (* 27. März 1986), beim FC Bayern unter Vertrag, wurde 2014 Weltmeister. Er ist seit 2009 fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft.
Tor: Manuel Neuer (* 27. März 1986), beim FC Bayern unter Vertrag, wurde 2014 Weltmeister. Er ist seit 2009 fester Bestandteil der A-Nationalmannschaft. © Mladen Lackovic/IMAGO
Tor: Marc-André ter Stegen (* 30. April 1992) ist beim FC Barcelona unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2012.
Tor: Marc-André ter Stegen (* 30. April 1992) ist beim FC Barcelona unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2012. © Juanjo Martin/IMAGO
Tor: Kevin Trapp (* 8. Juli 1990) steht seit 2018 wieder für Eintracht Frankfurt auf dem Platz. 2017 debütierte er im Kader der A-Nationalmannschaft.
Tor: Kevin Trapp (* 8. Juli 1990) steht seit 2018 wieder für Eintracht Frankfurt auf dem Platz. 2017 debütierte er im Kader der A-Nationalmannschaft. © Jürgen Kessler/IMAGO
Abwehr: Armel Bella-Kotchap (* 11. Dezember 1992) kickt zur Zeit für den FC Southampton. Er ist seit 2022 Teil der deutschen A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Armel Bella-Kotchap (* 11. Dezember 1992) steht zur Zeit bei FC Southampton unter Vertrag. Er gab 2022 sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. © Marc Niemeyer/IMAGO
Abwehr: Matthias Ginter (* 19. Januar 1994) läuft für den SC Freiburg auf. Er gab bereits 2014 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Matthias Ginter (* 19. Januar 1994) steht beim SC Freiburg unter Vertrag. Er gab bereits 2014 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. © Grant Hubbs/IMAGO
Abwehr: Thilo Kehrer (* 21. September 1996) steht bei West Ham United unter Vertrag. 2018 debütierte der Tübinger in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Thilo Kehrer (* 21. September 1996) steht bei West Ham United unter Vertrag. 2018 debütierte der Tübinger in der A-Nationalmannschaft. © Sebastian Frej/IMAGO
Christian Günter (* 28. Februar 1993) ist beim SC Freiburg unter Vertrag. Günter gab sein Länderspiel-Debüt in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2014 bei einem Testspiel.
Abwehr: Christian Günter (* 28. Februar 1993) ist beim SC Freiburg unter Vertrag. Günter gab sein Debüt in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2014. © Gerd Gründl/IMAGO
Abwehr: Lukas Klostermann (* 3. Juni 1996) steht bei RB Leipzig unter Vertrag. 2019 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Lukas Klostermann (* 3. Juni 1996) steht beim RB Leipzig unter Vertrag. 2019 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © IMAGO
Abwehr: David Raum (* 22. April 1998) ist bei RB Leipzig unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2021.
Abwehr: David Raum (* 22. April 1998) ist beim RB Leipzig unter Vertrag. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er 2021. © Robin Rudel/IMAGO
Abwehr: Antonio „Toni“ Rüdiger (* 3. März 1993) spielt zur Zeit für Real Madrid. 2014 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Antonio „Toni“ Rüdiger (* 3. März 1993) spielt zur Zeit für Real Madrid. 2014 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Bert Harzer/IMAGO
Abwehr: Nico Schlotterbeck (* 1. Dezember 1999) spielt bei Borussia Dortmund. 2022 debütierte er in der A-Nationalmannschaft.
Abwehr: Nico Schlotterbeck (* 1. Dezember 1999) spielt für Borussia Dortmund. 2022 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Marco Steinbrenner/IMAGO
Abwehr: Niklas Süle (* 3. September 1995) ist Innenverteidiger bei Borussia Dortmund. Im Jahr 2016 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt.
Abwehr: Niklas Süle (* 3. September 1995) ist Innenverteidiger bei Borussia Dortmund. Im Jahr 2016 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt. © Marco Steinbrenner/IMAGO
Leon Goretzka (* 6. Februar 1995) läuft seit 2018 für den FC Bayern auf. Der Mittelfeldspieler hatte 2014 sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft, flog aber verletzungsbedingt wieder aus dem Kader.
Mittelfeld/Angriff: Leon Goretzka (* 6. Februar 1995) läuft seit 2018 für FC Bayern auf. Der Mittelfeldspieler hatte 2014 sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft, flog aber verletzungsbedingt wieder aus dem Kader. © Philippe Ruiz/IMAGO
Serge Gnabry (* 14. Juli 1995) wechselte von TSG 1899 Hoffenheim zum FC Bayern. 2016 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Serge Gnabry (* 14. Juli 1995) wechselte von TSG 1899 Hoffenheim zu FC Bayern. 2016 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. © IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Ilkay Gündoğan (* 24. Oktober 1990) kickt zur Zeit für Manchester City. Er ist seit 2011 Teil der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Ilkay Gündoğan (* 24. Oktober 1990) spielt zur Zeit für Manchester City. Er debütierte 2011 in der A-Nationalmannschaft. © Ryan Browne/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Kai Havertz (* 11. Juni 1999) läuft seit 2020 für den FC Chelsea auf. 2018 nominierte ihn Jogi Löw erstmals für die A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Kai Havertz (* 11. Juni 1999) läuft seit 2020 für FC Chelsea auf. 2018 debütierte er in der A-Nationalmannschaft. © Conor Molloy/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Jonas Hofmann (* 14. Juli 1992) steht bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Seit 2020 ist er auch Teil der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Jonas Hofmann (* 14. Juli 1992) steht bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. 2020 hatte er seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft. © Norbert Jansen/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Joshua Kimmich (* 8. Februar 1995), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Joshua Kimmich (* 8. Februar 1995), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft. © Martin Hangen/IMAGO
Thomas Müller (* 13. September 1989) ist FC-Bayern-Urgestein. Seit 2010 ist er auch in der Nationalmannschaft fest gesetzt.
Mittelfeld/Angriff: Thomas Müller (* 13. September 1989) ist FC-Bayern-Urgestein. 2010 gab er in der A-Nationalmannschaft sein Debüt. © Jose Breton/IMAGO
Jamal Musiala (* 26. Februar 2003) spielt für den FC Bayern. Als viertjüngster Spieler überhaupt hatte er seinen ersten Nationalmannschafts-Einsatz bei der Qualifikation für die WM 2022.
Mittelfeld/Angriff: Jamal Musiala (* 26. Februar 2003) spielt für FC Bayern. Musiala hatte seinen ersten Einsatz in der A-Nationalmannschaft im Jahr 2021. © IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Leroy Sané (* 11. Januar 1996), zur Zeit bei FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2015 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Leroy Sané (* 11. Januar 1996), zur Zeit beim FC Bayern unter Vertrag, debütierte 2015 in der A-Nationalmannschaft.  © Mladen Lackovic/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (* 2. Mai 1996) läuft für Borussia Dortmund auf. Der Bremer debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (* 2. Mai 1996) läuft für Borussia Dortmund auf. Der Bremer debütierte 2016 in der A-Nationalmannschaft. © Teresa Kroeger/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Niclas Füllkrug (* 9. Februar 1993) steht bei SV Werder Bremen unter Vertrag. Es ist seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft.
Mittelfeld/Angriff: Niclas Füllkrug (* 9. Februar 1993) steht beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Es ist seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft. © Burghard Schreyer/IMAGO
Youssoufa Moukoko (* 20. November 2004) läuft zur Zeit für Borussia Dortmund auf. Der deutsch-kamerunische Stürmer ist zum ersten Mal in der Nationalmannschaft dabei.
Mittelfeld/Angriff: Youssoufa Moukoko (* 20. November 2004) läuft zur Zeit für Borussia Dortmund auf. Der deutsch-kamerunische Stürmer ist zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft dabei. © Dennis Ewert/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Mario Götze (* 3. Juni 1992) läuft für Eintracht Frankfurt auf. 2010 debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde 2014 Weltmeister.
Mittelfeld/Angriff: Mario Götze (* 3. Juni 1992) läuft für Eintracht Frankfurt auf. 2010 debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde 2014 Weltmeister. © Sven Simon/IMAGO
Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi (* 18. Januar 2002) spielt zur Zeit für Borussia Dortmund. Der Münchner wurde 2021 erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen.
Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi (* 18. Januar 2002) spielt zur Zeit für Borussia Dortmund. Der Münchner wurde 2021 erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. © Marco Steinbrenner/IMAGO

WM 2022: Upamecano und Mazraoui aus Bayern-Sicht die einzigen Lichtblicke

Der vermutlich einzige Lichtblick war dabei die Leistung von Dayot Upamecano. Der Innenverteidiger der Münchner hatte das Halbfinale gegen Marokko noch krankheitsbedingt verpasst. Im WM-Finale aber lieferte der 24-Jährige wieder eine überragende Leistung ab. Seine Monster-Grätsche in der Nachspielzeit der Verlängerung gegen den einschussbereiten Lautaro Martinez unterstricht den starken Auftritt von Upamecano.

Selbst Noussair Mazraoui wird etwas lädiert an die Säbener Straße zurückkehren. Zwar erreichte der Rechtsverteidiger, der bei dieser WM links hinten für sein Heimatland auflief, sensationell das Halbfinale. Doch kleinere Verletzungen aus der Vorrunde sorgten dafür, dass Mazraoui in den K.o.-Spielen nicht mehr an seine starken Leistungen anknüpfen konnte.

Sowohl physisch als auch psychisch muss Nagelsmann seine WM-Stars nun aufpäppeln. Vor allem die DFB-Kicker, die sich vor der WM noch in bestechender Form präsentierten, müssen schon bald wieder in die Spur finden. Sonst wird es unmöglich sein, die hohen Ziele des FC Bayern in dieser Saison zu erreichen. (smk)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Ulmer/Teamfoto / Moritz Müller

Kommentare