Doch nicht nur für die Franzosen war die WM in Katar am Ende dramatisch. Auch für den FC Bayern bringt das Wüsten-Turnier einen Haufen Rückschläge mit sich – nicht nur sportlich. Es wartet ab dem 3. Januar viel Aufbauarbeit auf Trainer Julian Nagelsmann, denn für den Rekordmeister hätte die WM 2022 fast gar nicht schlechter verlaufen können.
Name: FC Bayern München
Gründung: 27. Februar 1900 (122 Jahre)
Eigentürmer: FC Bayern München AG
Trainer: Julian Nagelsmann
Teuerster Spieler: Jamal Musiala, 100 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)
Drama-WM für FC Bayern: Hernandez-Verletzung macht den Anfang
Es fing an mit der schweren Verletzung von Lucas Hernandez. Keine neun WM-Minuten absolvierte der Franzose, eher er sich bei einer Abwehraktion einen Kreuzbandriss zuzog. Damit ist für den Innenverteidiger, der sich vor dem Turnier wieder in die Startelf gespielt hatte, die Saison beendet.
Und was macht so ein Turnier mit Youngster Jamal Musiala? Es sollte der internationale Durchbruch des 19-jährigen Dribbel-Künstlers werden. Zwar war Musiala der auffälligste DFB-Akteur dieser aus deutscher Sicht missratenen WM, doch hatte auch er kein Glück in seinen Aktionen.
Im WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich hatte der FC Bayern immerhin drei französische Eisen im Feuer. Doch Benjamin Pavard, der beim WM-Auftakt gegen Australien noch in der Startelf gestanden hatte, fand sich anschließend nur noch auf der Bank wieder. Am Ende erlebte der Abwehrspieler die spektakulären 120 Minuten plus Elfmeterschießen im Finale als Reservist.
Von der Bank war auch Kingsley Coman gekommen, als die Équipe Tricolore gegen Argentinien fast schon chancenlos mit 0:2 zurücklag. Auch dank der Einwechslung des Bayern-Stars kam Frankreich am Ende zum Ausgleich. Doch hätte es noch eines weiteren Nackenschlags für die Bayern benötigt, war es Coman, dem im Elfmeterschießen als zweitem Schützen die Nerven versagten. So reckte Lionel Messi letztlich den WM-Pokal in den katarischen Nachthimmel.
WM 2022: Upamecano und Mazraoui aus Bayern-Sicht die einzigen Lichtblicke
Der vermutlich einzige Lichtblick war dabei die Leistung von Dayot Upamecano. Der Innenverteidiger der Münchner hatte das Halbfinale gegen Marokko noch krankheitsbedingt verpasst. Im WM-Finale aber lieferte der 24-Jährige wieder eine überragende Leistung ab. Seine Monster-Grätsche in der Nachspielzeit der Verlängerung gegen den einschussbereiten Lautaro Martinez unterstricht den starken Auftritt von Upamecano.
Selbst Noussair Mazraoui wird etwas lädiert an die Säbener Straße zurückkehren. Zwar erreichte der Rechtsverteidiger, der bei dieser WM links hinten für sein Heimatland auflief, sensationell das Halbfinale. Doch kleinere Verletzungen aus der Vorrunde sorgten dafür, dass Mazraoui in den K.o.-Spielen nicht mehr an seine starken Leistungen anknüpfen konnte.
Sowohl physisch als auch psychisch muss Nagelsmann seine WM-Stars nun aufpäppeln. Vor allem die DFB-Kicker, die sich vor der WM noch in bestechender Form präsentierten, müssen schon bald wieder in die Spur finden. Sonst wird es unmöglich sein, die hohen Ziele des FC Bayern in dieser Saison zu erreichen. (smk)