Das Khalifa-International-Stadion ist das wichtigste Stadion der Hauptstadt Doha und diente schon vor der WM 2022 als Austragungsort großer Wettkämpfe.
Doha – Das Khalifa-International-Stadion wird nicht umsonst als Nationalstadion von Katar bezeichnet. Seit der Eröffnung 1976 war es Schauplatz zahlreicher großer Sportveranstaltungen und dient der katarischen Nationalmannschaft als Heimspielstätte. Zur WM 2022 präsentiert es sich generalüberholt im neuen Gewand.
Khalifa-International-Stadion: Hintergründe
Als erstes großes Stadion überhaupt wurde das Khalifa-International-Stadion als multifunktionale Sportstätte konzipiert und 1976 feierlich in der katarischen Hauptstadt Doha eröffnet. Es dient der katarischen Fußball-Nationalmannschaft als Heimspielstätte und ist seit 1997 Schauplatz der Doha Diamond League, einem der großen jährlichen Leichtathletik-Wettbewerbe.
Für die Asian Games 2006 wurde das Khalifa-International-Stadion zunächst auf 40.000 Sitzplätze erweitert und später für den Asian Cup 2011 auf 48.000. Als bekannt wurde, dass Katar den Zuschlag für die WM 2022 erhalten hatte, entschieden sich die Veranstalter für einen grundlegenden Umbau. So sank die Kapazität wieder auf 40.000 Plätze und das Stadion erhielt ein neues Dach mit zwei auffälligen Bögen. Darüber hinaus wurde erstmals eine Klimaanlage installiert, die als Vorbild für andere Stadionneubauten diente.
Der Weltöffentlichkeit wurde das umgebaute Khalifa-International-Stadion bei der Leichtathletik-WM 2019 präsentiert. Außerdem fanden Spiele der FIFA Club-Weltmeisterschaft im selben Jahr hier statt, darunter das Finale, dass der FC Liverpool gegen Flamengo Rio 1:0 gewann.
Khalifa-International-Stadion und die Aspire Zone
Das Khalifa-International-Stadion liegt im Zentrum der Doha Sports City, auch Aspire Zone genannt. Dieses rund 250 Hektar große Gebiet im Stadtviertel Baaya ist Heimat der Aspire Academy, in der einheimische Sporttalente gefördert werden. Zudem befinden sich hier mit dem Aspire Dome der größte Hallensport-Komplex weltweit mit 13 verschiedenen Sporthallen, das Hamad Aquatic Center und der Aspire Tower.
Der 300 Meter hohe Turm – The Torch – wurde für die Asian Games 2006 gebaut und bildet ganz bewusst die olympische Fackel nach. Er beherbergt heute ein 5-Sterne-Luxushotel. Bei den Umbauten für die WM 2022 entstand auch das 3-2-1 Qatar Olympic and Sports Museum, das mit dem Khalifa-International-Stadion über eine Fußgängerbrücke verbunden ist.
Wie viele Plätze gibt es im Stadion?
Für die WM 2022 hat das Khalifa-International-Stadion nun wieder eine Kapazität von 40.000 Sitzplätzen. Der Sitzplan ist in vier Kategorien unterteilt. Die günstigsten Plätze befinden sich wie üblich hinter den Toren, während beide Geraden komplett zur ersten Preisklasse gehören. Das gesamte Stadion ist voll klimatisiert, sodass im Innenraum und auf den Tribünen angenehme 27 °C herrschen, selbst wenn die Außentemperaturen weit höher liegen.
Khalifa-International-Stadion: Infos zur WM 2022
Bei der WM 2022 werden acht Spiele im Khalifa-International-Stadion in Doha ausgetragen, darunter auch eines der deutschen Nationalmannschaft. Die Spiele im Überblick (alle Zeiten Ortszeit in Katar):
- 21. November, 16 Uhr: England – Iran
- 23. November, 16 Uhr: Deutschland – Japan
- 25. November, 19 Uhr: Niederlande – Ecuador
- 27. November, 19 Uhr: Kroatien – Kanada
- 29. November, 18 Uhr: Ecuador – Senegal
- 1. Dezember, 22 Uhr: Japan – Spanien
- 3. Dezember, 18 Uhr: Achtelfinale
- 17. Dezember, 18 Uhr: Spiel um Platz 3
Das Khalifa-International-Stadion liegt am Stadtrand von Doha nahe der Grenze zur Nachbarstadt al-Rayyan neben der beliebten Villaggio Mall. Fußballfans können zur umweltfreundlichen Anreise die Doha Metro nutzen (Gold-Linie), die die Haltestellen Sports City und al-Aziziya anfährt.
Khalifa-International-Stadion: Skandale und Kontroversen
Seit der Bekanntgabe von Katar als Gastgeberland der WM 2022 gab es zahlreiche Skandale um die Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Bauarbeiter im Emirat. Menschenrechtsorganisationen beklagten unhygienische Massenunterkünfte, viel zu lange Arbeitszeiten bei Temperaturen bis 50 °C und verspätete (oder ausbleibende) Löhne. Bis heute ist unklar, wie viele Bauarbeiter bei den Bauarbeiten für die neuen Stadien und den Umbau älterer Stadien wie dem Khalifa-International-Stadion ums Leben kamen.