Das Lusail-Iconic-Stadion liegt verkehrsgünstig in der neuen Planstadt Lusail City und ist mit über 80.000 Plätzen der größte Neubau zur WM 2022.
Doha – Wie eine goldglänzende, filigran gearbeitete Schale erhebt sich das Lusail-Iconic-Stadion aus dem Wüstensand nördlich der katarischen Metropole Doha. Die bezaubernde Architektur kombiniert den Charme traditioneller orientalischer Fanar-Laternen mit modernster Technik und legt dabei besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Insgesamt zehn Spiele der WM 2022 sollen in diesem prachtvollen Stadion ausgetragen werden, darunter das Finale am 18. Dezember 2022 zwischen Argentinien und Frankreich.
Lusail-Iconic-Stadion: Hintergründe zum Bau
Im Herzen der Kataris nimmt Lusail eine besondere Stellung ein, denn hierhin zog sich Staatsgründer Scheich Jassim bin Mohammed Al Thani zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück und wurde hier beerdigt. Über Jahrzehnte blieb Lusail ein kleines Fischerdorf, ehe die Regierung von Katar 2005 den Bau einer ganz neuen Stadt namens Lusail City ankündigte, in der die alte Siedlung aufgehen würde.
Nachdem die FIFA die WM 2022 an Katar vergeben hatte, wurde Lusail City zum Standort eines neuen Fußballstadions bestimmt, dem über 80.000 Zuschauer fassenden Lusail-Iconic-Stadion. Es sollte die bereits vorhandenen Sportstätten in der Planstadt ergänzen. Auf dem Lusail International Circuit finden Motorrad- und Autorennen statt, darunter 2021 erstmals ein Rennen der Formel 1. Die Lusail Sports Arena mit 15.300 Sitzplätzen wird für Hallenturniere genutzt und war 2015 Schauplatz der Handball-WM der Herren.
Lusail-Iconic-Stadion: Nachhaltigkeit im Mittelpunkt
Nachdem Katar seit Jahren die Liste der Länder mit den höchsten CO2-Emissionen anführte, bemühen sich die Regierenden zur WM 2022 um mehr Nachhaltigkeit. So wurde das Lusail-Iconic-Stadion direkt neben einer Metro-Haltestelle errichtet, um einheimischen Fans und Besuchern die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schmackhaft zu machen. Bei der Bewässerung der das Stadion umgebenden Grünflächen kommt nur recyceltes Wasser zum Einsatz.
Weiterhin wurden die Parkhäuser und andere Einrichtungen rund um das Stadion mit Sonnenkollektoren ausgestattet. Sie erzeugen den Strom für den Betrieb der riesigen Klimaanlagen, die das Lusail-Iconic-Stadion bei den Spielen auf angenehme 27 °C herunterkühlen sollen. Im Alltag soll die gewonnene Sonnenenergie an die Privathäuser, Büros und Geschäfte in der direkten Umgebung weitergeleitet werden.
Lusail-Iconic-Stadion: Kapazität und Sitzplan
Die Angaben zur Kapazität des von der britischen Architekturfirma Foster & Partners entworfenen neuen Stadions variieren. Mal werden rund 80.000 Sitzplätze angeben, mal konkretere 86.250 Sitzplätze genannt. Ein detaillierter Sitzplan ist ebenfalls nicht vorhanden, doch die Angaben zum Ticketverkauf weisen vier verschiedene Preiskategorien auf. Dazu kommen VIP-Logen und Pressebereiche.
Was passiert nach der WM 2022 mit dem Stadion?
Da sich das Interesse am Fußball bei der katarischen Bevölkerung in Grenzen hält, wurde bei den Neubauten zur WM 2022 von Anfang an eine spätere Umgestaltung der Stadien eingeplant. Davon ist auch das Lusail-Iconic-Stadion betroffen. Während der prachtvolle Rahmen erhalten bleiben soll, wird der Innenraum zu kleineren Sportanlagen, Schulen und Geschäftsräumen umgestaltet. Die Sitzschalen des Stadions werden an Sportprojekte in aller Welt gespendet.
Welche Spiele finden im Lusail-Iconic-Stadion statt?
Insgesamt stehen im Lusail-Iconic-Stadion zehn Spiele der WM 2022 auf dem Programm:
- 22. November, 13 Uhr: Argentinien – Saudi-Arabien
- 24. November, 22 Uhr: Brasilien – Serbien
- 26. November, 22 Uhr: Argentinien – Mexiko
- 28. November, 22 Uhr: Portugal – Uruguay
- 30. November, 22 Uhr: Saudi-Arabien – Mexiko
- 2. Dezember, 22 Uhr: Kamerun – Brasilien
- 6. Dezember, 22 Uhr: Achtelfinale
- 9. Dezember, 22 Uhr: Viertelfinale
- 13. Dezember, 22 Uhr: Halbfinale
- 18. Dezember, 18 Uhr: Finale zwischen Argentinien und Frankreich
*Alle Angaben in Ortszeit. In Deutschland ist es jeweils zwei Stunden früher.
Lusail-Iconic-Stadion: Skandale rund um Bauarbeiten
Die Neubauten der WM 2022 in Katar sorgten aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen der aus dem Ausland stammenden Bauarbeiter weltweit für negative Schlagzeilen. Auch das Lusail-Iconic-Stadion war davon betroffen. So mussten die Arbeiter oft bei 50 °C Hitze ohne Pausen arbeiten und wurden in Massenunterkünften mit mangelhafter Hygiene untergebracht.