Das neu erbaute Lusail-Iconic-Stadion gilt als wichtigster Neubau der WM 2022. Am 18. Dezember soll hier das Finale vor über 80.000 Zuschauern stattfinden.
Doha – Der prächtige Neubau des britischen Architekturbüros Foster + Partners thront im Herzen der neuen Planstadt Lusail City und will arabische Tradition mit modernster Technik verbinden. Das Lusail-Iconic-Stadion erinnert mit seiner filigranen goldfarbenen Fassade an die klassischen Fanar-Laternen des Orients und wird am 18. Dezember als Austragungsort des Finales der WM 2022 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit weltweit stehen.
Lusail-Iconic-Stadion: Hintergründe zum Bau
Über viele Jahrzehnte war Lusail lediglich ein kleines Dorf, in dem vor allem Perlenfischer lebten. 2005 gab die Regierung von Katar bekannt, an dieser Stelle eine hochmoderne neue Reißbrettstadt namens Lusail City aus dem Wüstenboden zu stampfen. Nachdem Katar als Gastgeber der WM 2022 ausgewählt wurde, entstand der Plan, ein großes Fußballstadion in Lusail zu errichten, das Lusail-Iconic-Stadion mit über 80.000 Sitzplätzen.
In der Nachbarschaft befinden sich außerdem die Lusail Sports Arena mit 15.300 Sitzplätzen, in der 2015 die Handball-WM der Herren ausgetragen wurde, und der Losail International Circuit. 2021 fand hier erstmals der Qatar Grand Prix der Formel 1 als Ersatz für den gestrichenen Australian Grand Prix statt.
Ein nachhaltiges Stadion
Für die gesamte Planstadt Lusail City hat sich Katar Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. So sollen die Grünflächen ausschließlich mit recyceltem Wasser bewässert werden. Das Lusail-Iconic-Stadion befindet sich direkt neben einer Haltestelle der Doha Metro und ist somit leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Wie alle Stadien der WM 2022 ist es klimatisiert, damit die um diese Jahreszeit rund 40 °C warme Außenluft auf 27 °C heruntergekühlt wird. Rund um das Stadion wurden Sonnenkollektoren auf den Dächern der Parkhäuser und anderer Einrichtungen installiert, die die Klimaanlagen mit nachhaltiger Sonnenenergie versorgen. Finden keine Veranstaltungen statt, wird der erzeugte Strom an die Häuser in der näheren Umgebung weitergeleitet.
Wie viele Zuschauer passen ins Lusail-Iconic-Stadion?
Die Kapazität wird mit 80.000 und manchmal auch mit 86.250 Sitzplätzen angegeben. Da es erst Anfang 2022 fertiggestellt wurde, konnte der Betrieb, anders als bei den anderen Stadien in Katar, nicht beim FIFA Arabic Cup 2021 getestet werden. Für die WM 2022 sind 80.000 Plätze vorgesehen.
Welche Spiele finden im Lusail-Iconic-Stadion statt?
Im Lusail-Iconic-Stadion finden insgesamt zehn Spiele der WM 2022 statt:
- 22. November, 13 Uhr*: Argentinien – Saudi-Arabien
- 24. November, 22 Uhr: Brasilien – Serbien
- 26. November, 22 Uhr: Argentinien – Mexiko
- 28. November, 22 Uhr: Portugal – Uruguay
- 30. November, 22 Uhr: Saudi-Arabien – Mexiko
- 2. Dezember, 22 Uhr: Kamerun – Brasilien
- 6. Dezember, 22 Uhr: Achtelfinale
- 9. Dezember, 22 Uhr: Viertelfinale
- 13. Dezember, 22 Uhr: Halbfinale
- 18. Dezember, 18 Uhr: Finale
*Alle Zeiten sind Ortszeiten. In Deutschland ist es jeweils zwei Stunden früher.
Was passiert mit dem Lusail-Iconic-Stadion nach der WM?
Da den Verantwortlichen bereits bei der Planung klar war, dass Katar keinen dauerhaften Bedarf an einem 80.000 Zuschauer fassenden Fußballstadion hat, wurde das Lusail-Iconic-Stadion von Anfang an als zeitweilige Struktur konzipiert. Nach dem Ende der WM 2022 wird der Innenraum in eine Mischung aus kleineren Sportanlagen, Schulen, Geschäften und Kliniken umgewandelt. Die Sitze sollen an Sportprojekte in aller Welt gespendet werden.
Lusail-Iconic-Stadion: Skandale bei den Bauarbeiten
Die Bauarbeiten für die Stadien der WM 2022 standen wegen der schlechten Arbeitssituation der ausländischen Bauarbeiter lange in der Kritik. Den Arbeitern wurde bei der Ankunft in Katar häufig der Reisepass weggenommen, Löhne wurden monatelang nicht ausbezahlt. Weitere Kritikpunkte waren die Unterkünfte, mangelnde Sicherheit und pausenloses Arbeiten bei bis zu 50 °C. Auch das Lusail-Iconic-Stadion war von diesen Skandalen betroffen.