Das Ras-Abu-Aboud-Stadion für die WM 2022 liegt im gleichnamigen Stadtteil von Katars Hauptstadt Doha. Alle Infos zu Hintergründen, Skandalen und Kapazität.
Doha – Das Ras-Abu-Aboud-Stadion bereichert die Hauptstadt des Emirats mit seiner auffälligen Fassade. Die offizielle Bezeichnung Stadium 974 bezieht sich auf die Anzahl an Schiffscontainern, die für den Aufbau dieses Standorts der WM 2022 verwendet wurden. Der Sportpalast ist ein attraktiver Blickfang und gleichzeitig Symbol für eine gut durchdachte Stadion-Bauweise. Neben dieser hat das Fußballstadion noch einige weitere Besonderheiten zu bieten.
Hintergründe zum Ras-Abu-Aboud-Stadion
Das Ras-Abu-Aboud-Stadion steht in einem Industriepark in Doha und liegt in unmittelbarer Nähe zum Persischen Golf. Es wurde extra für die WM 2022 erbaut und soll danach wieder komplett rückgebaut werden.
Am Konzept dieses Fußballstadions arbeitete ein ganzer Verbund an Architekten. Dazu gehören:
- Fenwick Iribarren Architects
- sbp Schlaich Bergermann Partner
- Hilson Moran
Ein weiterer interessanter Hintergrund: Das Büro Fenwick Iribarren Architects hat mit diesem Bauwerk insgesamt drei der acht Stadien für die WM 2022 entworfen und realisiert. Neben dem Standort in Ras Abu Aboud waren dies das Education-City-Stadion in ar-Rayyan und das al-Thumama-Stadion, das sich ebenfalls in Doha befindet.
Das macht das Ras-Abu-Aboud-Stadion so speziell
Die Besonderheit des Ras-Abu-Aboud-Stadions ist sein Aufbau aus modularen Elementen. Am eindrucksvollsten sind dabei die 974 bunten Schiffscontainer, die dem Stadion den Beinamen „Container-Stadion“ verliehen haben. Offiziell ist es als Stadium 974 bekannt. Übrigens ist 974 gleichzeitig die internationale Vorwahlnummer von Katar, was sicherlich auch zur Wahl dieser Bezeichnung beigetragen hat.
Kapazität und Ausstattung des WM-Stadions
Die WM 2022 in Katar wurde von einigen Skandalen überschattet. Dazu gehören vor allem die von Amnesty International und Human Rights Watch angeprangerten schlechten Arbeitsbedingungen der dort beschäftigten Wanderarbeiter.
Dagegen sticht das Ras-Abu-Aboud-Stadion positiv hervor. In Fachkreisen gilt es als eines der innovativsten Stadien weltweit. Das sind die Highlights:
- Das Stadium 974 ist das erste vollständig demontierbare FIFA Weltmeisterschafts-Stadion.
- Die verwendeten Container beinhalteten die Bauteile des Bauwerks.
- Die Container und andere Baumaterialien bestehen zum Großteil aus recycelten Materialien.
- Eine eigene Metrostation in Doha bringt Besucher direkt dorthin.
Die Sportstätte mit einer Kapazität von 40.000 Sitzplätzen wurde am 20. November 2021 fertiggestellt. Bei der virtuellen Übergabe am selben Tag erhielt das Stadion von Ras Abu Aboud seinen amtlichen Namen Stadium 974.
Infos zu Sitzplan und Spielen während der WM 2022
Das erste Spiel im Ras-Abu-Aboud-Stadion fand am 30. November 2021 statt. Mit der Partie Vereinigte Arabische Emirate – Syrien wurde es offiziell eröffnet.
Bei der WM 2022 werden folgende Gruppenspiele im Stadium 974 ausgetragen:
- 22. November 2022, 17 Uhr: Mexiko – Polen
- 24. November 2022, 17 Uhr: Portugal – Ghana
- 26. November 2022, 17 Uhr: Frankreich – Dänemark
- 28. November 2022, 17 Uhr: Brasilien – Schweiz
- 30. November 2022, 20 Uhr: Polen – Argentinien
- 02. November 2022, 20 Uhr: Serbien – Schweiz
Des Weiteren findet an diesem Austragungsort am 5. Dezember ein Achtelfinalspiel der K.-o.-Runde statt.
Weitere Infos zu Sitzplan, Tickets und Anfahrt zu diesen Sportereignissen liefern die offiziellen Ticket-Verkaufsstellen der FIFA.
Ras-Abu-Aboud-Stadion: So geht es nach der WM 2022 weiter
Nach der WM 2022 wird das Ras-Abu-Aboud-Stadion komplett auseinandergenommen und Einzelteile wie die Sitzelemente oder Dachteile zum Aufbau anderer Sportstätten weiterverwendet.
Auf dem rund 450.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen danach am jetzigen Standort Grünanlagen, ein Einzelhandelszentrum sowie Freizeiteinrichtungen, die der Bevölkerung Dohas zugutekommen sollen.