DSV enttäuscht bislang

Deutscher Biathlon-Star nach schwachen WM-Leistungen mit Hasskommentaren überschüttet

  • schließen

Vanessa Voigt vom deutschen Biathlon-Team der Frauen kann bei der WM bis zum Einzel nicht überzeugen und erhält deshalb viele Hasskommentare.

Nove Mesto – Bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto blieb das deutsche Biathlon-Team in den ersten Rennen hinter den Erwartungen zurück. Nach der Mixed-Staffel, dem Sprint und der Verfolgung war der DSV noch ohne eine Medaille. Erst Janina Hettich-Walz konnte mit Silber im Einzel das erste Edelmetall holen. Die Enttäuschung der Fans bekommen die Athleten offenbar zu spüren. Vanessa Voigt berichtet, dass sie zahlreiche Hasskommentare auf Social Media erhielt.

Biathlon-Star mit Hasskommentaren bombardiert

„Man hat doch auch sehr oft Nachrichten gefunden, die echt erschreckend, die persönlich beleidigend waren. Die WM ist bis jetzt noch nicht so toll gelaufen. Ich brauche gerade eigentlich nur eine Umarmung und ein paar nette Worte und auf jeden Fall keine Nachrichten, die mich vielleicht noch mehr auf den Boden der Tatsachen drücken“, sagte Voigt im Podcast der „ARD-Sportschau“.

Sachliche Kritik könne sie sehr gut verstehen, aber „wo Leute, die auf der Couch vor dem Fernseher sitzen und vielleicht selber noch nie auf den Ski gestanden sind, einfach ihre Kritik anbringen, obwohl sie mich persönlich nur beim Biathlon-Rennen sehen und überhaupt gar nicht wissen, wie krass mein Setup drumherum ist und was ich mental mache, finde ich ganz schön schwach“, zeigte sich die Thüringerin verärgert.

Vanessa Voigt erhielt viele Hasskommentare über Social Media.

Voigt schaffte im WM-Sprint von Nove Mesto zunächst nur Platz 18 und in der Verfolgung Rang 15 – das ist nicht der Anspruch der Thüringerin. „Das ist natürlich nicht die Leistung, die man bringen will. Das ist sehr hart. Ich musste da echt mit den Tränen kämpfen, weil man sich das ganze Jahr den Arsch aufreißt - und dann sowas zum Höhepunkt“, sagte Voigt nach der Verfolgung in einem ARD-Interview.

Biathlon-Ass Voigt wünscht sich sachlichere Kritik

„Man macht es ja nicht mit Absicht. Man läuft nicht mit Absicht langsam. Man gibt immer sein Bestes, egal, ob vielleicht das Schießergebnis heute nicht toll war, ob das Material nicht toll war. Es ist eine Startlinie. Es ist eine Ziellinie und zwischen den beiden versucht man, 100 Prozent zu geben“, gab Voigt ihren Kritikern im Podcast der „ARD-Sportschau“ noch mit auf den Weg. Mit Platz fünf im Einzel konnte sich die Deutsche rehabilitieren.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Die 26-Jährige war mit großen Ambitionen zur Weltmeisterschaft gereist, weil die Saison bislang vielversprechend lief. Beim Weltcup in Östersund wurde sie zweimal Dritte und in Antholz feierte sie mit Justus Strelow in der Single-Mixed-Staffel ihren ersten Weltcupsieg. In Nove Mesto hat Voigt noch mehrere Chancen, sich ihren Traum von Edelmetall zu erfüllen. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/PETTER ARVIDSON

Kommentare