Null Diskussion? Bayern-Coach Kompany spricht über Urbigs Rolle bei der Klub-WM
VonPeter Grad
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FCB-Winter-Neuzugang Jonas Urbig vertrat Manuel Neuer in der Rückrunde nach dessen Verletzung zwei Monate lang ausgezeichnet. Seine Rolle bei der Klub-WM ist jedoch eine andere.
Charlotte – Bei seinem Wechsel vom 1. FC Köln zum FC Bayern Ende Januar hatte der 21-jährige deutsche Junioren-Nationaltorwart Jonas Urbig ein überragendes Timing. Der Rekordmeister hatte auf seiner Position Probleme - Daniel Peretz fiel mit einer Nierenquetschung kurzfristig aus, Sven Ulreich aus „privaten Gründen“ regelmäßig. Und dann verletzte sich Stammkeeper Manuel Neuer gerade einmal fünf Wochen später an der Wade.
Urbig ein ausgezeichneter Neuer-Vertreter, der bleibt aber die Nummer 1
So kam Urbig völlig unerwartet sehr früh zu vielen Einsätzen beim deutschen Rekordmeister: In acht Bundesligaspielen und bei vier Partien in der Champions League hütete der Ex-Kölner - meist hervorragend - das Münchner Tor und hatte somit einen beträchtlichen Anteil am Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
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Als der fünffache Welttorhüter Manuel Neuer allerdings wieder fit war, rückte Urbig erwartungsgemäß ins zweite Glied und musste dem FCB-Mannschaftskapitän den Platz zwischen den Pfosten wieder überlassen. Neuer absolvierte die letzten beiden Bundesliga-Spiele, blieb dabei ohne Gegentreffer und steht auch bei der Klub-WM im Tor des Rekordmeisters.
FCB-Coach Kompany mit klarer Ansage zur Torwart-Position bei der Klub-WM
Eine Aufgabenteilung, an der sich laut FCB-Cheftrainer Vincent Kompany während des Turniers, wenn nicht Unvorhergesehenes passiert, auch nichts ändern wird. Vor dem abschließenden Gruppen-Duell gegen Benfica Lissabon, bei dem es um den Gruppensieg geht, stellt der 39-jährige Belgier auf der PK klar, dass Manuel Neuer weiterhin die Nummer 1 bleiben wird, ein Jobsharing bei der WM ist nicht geplant: „Da gibt es eigentlich null Diskussion. Wenn Manu fit ist, dann sind wir alle sehr froh.“
Auch wenn diese Maßnahme nun medial diskutiert wird, dürfte Urbig selbst diese Rolle beim Weltturnier von vorneherein völlig klar gewesen sein. Daran ändert natürlich auch die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale nichts, es geht wie gesagt noch um den Gruppensieg, der für den weiteren Turnierverlauf von entscheidender Bedeutung sein könnte.
Klub-WM größer als eine U21-EM und das „Torwartschicksal“
Urbig hätte alternativ für die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in der Slowakei spielen können. Das Team steht im Halbfinale gegen Frankreich. Dort steht nun der Freiburger Noah Atubolu im Tor, zuletzt auch der deutsche U21-Stammtorhüter. Welche Chancen Urbig gehabt hätte, Atubolu auf die Bank zu verdrängen, ist nicht klar.
Außerdem ist die Klub-WM im neuen Format im Weltfußball eine ganz andere Hausnummer als eine U21-EM. Urbig kann viele Erfahrungswerte mitnehmen - wie auch andere FCB-Nachwuchskräfte, die wohl nicht zum Einsatz kommen werden. Dabei ist die Position des Torwarts bei einem großen Turnier natürlich eine ganz spezielle. Es werden im Normalfall keine Wechsel vorgenommen. Diese Erfahrungen musste auch schon ein Sepp Maier (WM 1966) oder auch ein Oliver Kahn (EM 1996, WM 1998) machen. Bis dann die eigene große Chance wartet und man das gesamte Turnier selbst - erfolgreich - durchspielt.