Viel Chaos

Wollen sich der FC Bayern und Tel wirklich trennen?

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Wie sieht die zukünftige Route von Mathys Tel aus? Alles, von einem Weitermachen beim FC Bayern München bis zu einem Ausstieg, ist vorstellbar. Es wirkt jedoch chaotisch.

München - Mathys Tel beherrscht seit mehreren Tagen die Schlagzeilen im Fußball-Business. Am 5. Januar, kurz vor Beginn der Rückrunde, hatte der 19-Jährige noch ein - Zitat Transferexperte Fabrizio Romano - „sehr positives“ Gespräch mit Trainer Vincent Kompany geführt. Tel sah offenbar eine realistische Perspektive, auf regelmäßige Einsatzminuten beim FC Bayern München zu kommen.

Viele Enttäuschungen bei Tel

Was seitdem folgte? Viele Enttäuschungen! Tel durfte in der Bundesliga einmal in der zweiten Halbzeit gegen die TSG Hoffenheim am letzten Hinrunden-Spieltag mitwirken und eine Vorlage zum 5:0-Erfolg beitragen. Vom 18. bis 25. Januar folgte eine frustrierende Englische Woche, in der er keine (!) Minuten bekam - und das, obwohl der FC Bayern vor allem im Champions League-Duell bei Feyenoord Rotterdam (0:3) schon zur Pause mit 0:2 zurücklag.

Abschied oder nicht? Tels Zukunft ist weiter offen.

Das hat den Frust gesteigert und es folgte die erste große Wende. Am 27. Januar berichtete fussball.news exklusiv erstmals von dem Plan, den FC Bayern zu verlassen - und zwar nicht nur per Leihe, sondern möglicherweise vollständig. Am 28. Januar gab es Gespräche zwischen der Tel-Seite und den Münchnern und seitdem war die Zukunft offen - daran änderte auch der überraschende Startelfeinsatz in der Champions League gegen Slovan Bratislava (3:1) am 29. Januar nichts mehr.

Tottenham-Deal kam nicht zustande

Die Lage spitzte sich am Freitagnachmittag, den 31. Januar, endgültig zu. Laut Transfer-Insider Fabrizio Romano soll Klub-Boss Daniel Levy am Freitag nach München gereist sein, um den Deal in einem persönlichen Gespräch mit dem Youngster und dessen Berater voranzutreiben. Im Gesamtpaket hätte der FC Bayern wohl bis zu 60 (!) Millionen Euro kassieren können. Tel aber senkte den Daumen, konnte sich diesen Wechsel nicht vorstellen.

Anschließend hatten sich die Meldungen rund um einen Abgang zu Manchester United überschlagen. Die Red Devils waren nach Informationen von fussball.news am Freitagabend plötzlich in der Pole und zuversichtlich, den Deal stemmen zu können. Schnell allerdings folgte die Ernüchterung und ein zäher Poker. Am Ende kamen der FC Bayern und United offenbar nicht überein.

Wissen der FC Bayern und Tel überhaupt was sie wollen?

Verlässt Tel die Münchner nicht mehr bis zum Ende der Winter-Transferperiode am 3. Februar? Sportdirektor Christoph Freund sagte bereits am 1. Februar nach dem 4:3-Sieg gegen Holstein Kiel: „Mathys ist Spieler des FC Bayern München. Es gibt viele Interessenten, nachdem er vor einigen Tagen gesagt hat, dass er sich vorstellen kann, woanders Spielpraxis zu sammeln. Aber die Tendenz ist aktuell, dass er bleibt. Wir sind mit keinem Verein im Gespräch.“ Tel stand bewusst nicht im Kader für dieses Duell, er sollte sich ernsthafte Gedanken über seine Situation machen.

Kann sich der FC Bayern einen kurzfristigen Abgang im Winter überhaupt vorstellen? Sportvorstand Max Eberl erklärte am 29. Januar: „Wir haben im Dezember gesprochen, da hat Mathys gesagt, er will sich durchsetzen. Jetzt hat er gesagt, er würde gerne gehen. Jetzt müssen wir überlegen, ob wir’s tun und was wir tun.“ Als möglicher Ersatz wurde zwischenzeitlich Christopher Nkunku gehandelt. Tatsächlich heiß ist diese Personalie nicht geworden. Wissen Tel und der FC Bayern wirklich, was sie wollen? Tel bekundete häufig, wie gerne er beim FC Bayern bleiben will. Auch nach seiner vermeintlichen Abschiedstour vor der Fankurve nach dem Bratislava-Duell ließ er offen, wie es weitergeht. Eine klare Antwort auf diese Frage konnten auch die vergangenen wilden sieben Tage nicht liefern.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler

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