Deutliche Worte

Hoeneß zeigt auf Beckenbauer-Trauerfeier klare Kante gegen die AfD

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Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß verabschiedete sich von seinem Freund Franz Beckenbauer – und fand deutliche Worte für die AfD.

München – Uli Hoeneß hat einen Freund verloren. Bei der Gedenkfeier für Franz Beckenbauer am Freitag (19. Januar) fand der Ehrenpräsident des FC Bayern rührende Worte und brachte seine Trauer über den Verlust des Freundes zum Ausdruck: „Lieber Franz, jetzt bist du zwölf Tage tot. Um ehrlich zu sein, du fehlst mir sehr. Ruhe in Frieden.“ Doch Hoeneß teilte nicht nur schöne Erinnerungen, sondern zeigte auch klare Kante gegen die AfD.

Uli Hoeneß positioniert sich klar gegen Rechts

Der 72 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern zog dabei einen Vergleich zur WM 2006 in Deutschland: „Als das Sommermärchen begann, hätte Herbert Grönemeyer gesungen: ‚Franz, du hast unserem Land die Sonne gebracht.‘ Franz, du hast mit dazu beigetragen, dass viele ausländische Mitbürger einen anderen Blick auf unser Land bekommen haben.“

Wie offen und freundlich Deutschland sein könne, habe die WM 2006 bewiesen. Beckenbauer habe damals „einen Prozess angestoßen.“ Dieser sei auch in Zukunft wünschenswert. „Und wer weiß noch, wie viele Tausende mit der schwarz-rot-goldenen Fahne durchs Land gefahren sind. Weil sie stolz waren auf unser Land. Meine sehr verehrten Damen und Herren, da müssen wir wieder hinkommen in unserem Land, dass alle Stolz sind“, sagte Hoeneß. Dann wurde er deutlich: „Die AfD möchte ich aber nicht dabei haben.“

In der Allianz Arena kam nach den deutlichen Worten von Uli Hoeneß tosender Applaus auf.

Uli Hoeneß zeigte bei der Gedenkfeier für Franz Beckenbauer klare Kante gegen die AfD.

Bayern-Trainer Thomas Tuchel wird deutlich

Einen Tag später positionierte sich auch Bayern-Trainer Thomas Tuchel deutlich. Bei diesem Thema müsse man „natürlich ganz klar sagen, dass da nicht genug aufstehen können. Da stehen wir 1000 Prozent dagegen auf. Da gibt es keine Zweifel gegen jede Art von Extremismus – insbesondere aktuell in der Diskussion und bei unserer Geschichte. Da kann es keine Stimme zu viel geben“, sagte Tuchel vor dem Bundesligaspiel des deutschen Rekordmeisters am Sonntag (21. Januar, 15.30 Uhr, live im TV) gegen Werder Bremen.

Die Bundesliga hatte bereits in den vergangenen Tagen mobil gemacht gegen Rechtsextremismus. Viele Klubs setzten Zeichen gegen Rechts, insbesondere Freiburgs Trainer Christian Streich hielt einen flammenden Appell gegen die politische Rechte um die AfD. (msb/dpa)

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