Nationalspielerin von Eintracht Frankfurt

Kritik an Christian Wück

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Christian Wück redet mit Nicole Anyomi.
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Nicole Anyomi als beste Bundesliga-Scorerin bemängelt mangelnde Kommunikation mit dem Bundestrainer

Die erste Nationalspielerin beklagt sich öffentlich über zu wenig Kommunikation mit dem Bundestrainer. Mit Nicole Anyomi von Eintracht Frankfurt kritisiert die beste Scorerin der Bundesliga (14 Tore, neun Vorlagen) fehlenden Rückhalt von Christian Wück. „Es hat zuletzt kein konkreter und direkter Austausch stattgefunden. Im Mai steht noch ein Lehrgang an, ich hoffe, dann dabei zu sein“, sagte die 25-Jährige dem Nachrichtenportal Watson.

Herauszuhören war an anderer Stelle aber auch Frust, die letzten Länderspiele nicht mehr im Aufgebot gestanden zu haben. „Ich kann auch auf der Außenbahn spielen. Am Ende geht es darum, dass man mich als Spielerinnentyp kennt und schätzt.“ Wück betrachtet Anyomi wie seine Co-Trainerinnen Maren Meinert und Saskia Bartusiak offenbar als Wundertüte.

Tatsächlich wechseln bei der dynamischen Angreiferin wiederholt Genie und Wahnsinn. Auch zu besichtigen am Sonntag bei der Eintracht im letzten Saisonspiel bei RB Leipzig. Mit einer tollen Einzelleistung erzielte sie das 2:0, kurz darauf trat sie bei einem Alleingang auf den Ball und stolperte. Ihre Chancenverwertung gilt generell als ausbaufähig. In 27 Länderspielen gelangen ihr erst zwei Tore. Eintracht-Chefcoach  Niko Arnautis und sein Trainerteam sehen in Anyomi eine äußerst sensible Spielerin, die besonders viel Fürsprache benötigt, um Leistung abzurufen. Dafür macht die Frankfurterin mit ihrem Tempo und Durchsetzungsvermögen den Unterschied – gerade in den Topspielen. Bedingungsloses Vertrauen genoss die in Krefeld geborene Fußballerin im Nationalteam allerdings selten.

Unter Martina Voss-Tecklenburg versagten ihr nach der Einwechslung im EM-Endspiel 2022 gegen England die Nerven, wie sie selbst gestand. Bei der WM 2023 in Australien spielte sie kaum eine Rolle. Nach dem Rücktritt von Alexandra Popp (VfL Wolfburg) ist Lea Schüller (FC Bayern) als Mittelstürmerin erste Wahl. Wück hatte mit Amtsantritt zudem auf Giovanna Hoffmann (RB Leipzig) gesetzt, zuletzt war Selina Cerci (TSG Hoffenheim) mit ihrem Dreierpack gegen Schottland und 16 Bundesligatoren im Aufwind.

Wück wird am 20. Mai seinen Kader für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande in Bremen (30. Mai) und Österreich in Wien (3. Juni) berufen. Am 12. Juni wird das endgültige Aufgebot für die EM in der Schweiz mit den 23 Spielerinnen bekanntgegeben. Ein Casting soll es im Trainingslager in Herzogenaurach nicht geben. Allen Anschein nach ist Anyomi nicht dabei.

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