VonKorbinian Kothnyschließen
Julian Nagelsmann wird wohl neuer Bundestrainer. Beim DFB trifft der 36-Jährige auf seine ehemaligen Bayern-Spieler.
München – Julian Nagelsmann soll es also richten. Der 36-Jährige scheint Deutschland als Fußball-Bundestrainer bis zur Heim-EM 2024 zu übernehmen. Offiziell ist die Sache noch nicht, scheitern werden die Verhandlungen wohl aber auch nicht mehr. Für Nagelsmann ist es nach seiner Station beim FC Bayern die zweite größtmögliche Traineraufgabe in der Bundesrepublik.
Nagelsmann trifft auf sieben FCB-Profis bei Nationalmannschaft
Und auch ein Wiedersehen mit einigen Spielern aus seiner Zeit in München. Sieben Stück sind es an der Zahl, die unter normalen Umständen wohl zum festen Kreis der Nationalmannschaft gehören. Manuel Neuer, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Leroy Sané, Serge Gnabry und Thomas Müller.
Stellt sich die Frage: Was halten die Bayern-Stars vom Wiedersehen mit ihrem Ex-Coach? Immerhin machten nach seiner Freistellung schnell Gerüchte die Runde, Nagelsmann hätte – wie es im Fußball so schön heißt – die Kabine verloren.
Kimmich und Goretzka als große Fürsprecher von Nagelsmann
Ex-FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte damals vielsagend betont: „Die Konstellation zwischen Julian Nagelsmann und der Mannschaft hat nicht mehr gepasst.“ Dass dies nicht für alle Spieler galt, bewiesen Joshua Kimmich und Leon Goretzka am eindrucksvollsten.
Kimmich sprach im Anschluss an die Nagelsmann-Entlassung von „wenig Herz, wenig Liebe“, während die Entscheidung für Goretzka ein echter „Schock“ war. Die beiden Mittelfeldspieler galten als die größten Fürsprecher des 36-Jährigen während seiner Zeit in München und dürften sich am meisten auf das Wiedersehen freuen.
Sané freut sich auf Wiedersehen mit Nagelsmann
Auch Leroy Sané und Serge Gnabry dürften keine Vorbehalte gegenüber ihrem Ex-Trainer haben. Gnabry arbeitete schon zu Hoffenheim-Zeiten mit dem neuen Bundestrainer zusammen und war auch in München die meiste Zeit gesetzt. „Ich habe mit Julian ein sehr gutes Verhältnis“, betonte Sané im April und bekräftigte schon während der letzten Länderspiele, dass er sich auf ein Wiedersehen freuen würde.
Nicht ganz so herausragend soll hingegen das Verhältnis zwischen Nagelsmann und Youngster Jamal Musiala gewesen sein. Laut der Sport Bild war der Kontakt zwischen den beiden „nicht immer einfach“. Belegt sind diese Aussagen allerdings nicht. Fakt ist aber auch, dass Musiala unter Nagelsmann zwar stets gesetzt war, gerade in den Monaten nach der WM in Katar aber nicht immer seine besten Leistungen brachte. Das gilt aber auch für die Fürsprecher Goretzka, Kimmich, Gnabry und Sané.
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Neuer und Nagelsmann mit angespanntem Verhätnis
Bleiben noch die beiden Routiniers Thomas Müller und Manuel Neuer. Müller war unter Nagelsmann kein unangefochtener Stammspieler und reagierte auf dessen Entlassung gewohnt professionell. Von einem belasteten Verhältnis zwischen den beiden kann aber wohl nicht gesprochen werden.
Anders sieht es bei Neuer aus. Der Tapalovic-Knall traf Neuer nach seiner Verletzung hart und wurde damals von Nagelsmann angezettelt. Im viel beachteten SZ-Interview antwortete Neuer, nach seinem Verhältnis zu Nagelsmann gefragt: „Ich tausche mich mit Julian aus und arbeite professionell mit ihm.“ Dass es zwischenmenschlich zwischen den beiden aber gewaltig hakt, ist ein offenes Geheimnis.
Für Neuer kommt die Nagelsmann-Berufung kurz vor seinem Comeback wohl am ungünstigsten. Der Rest der Bayern-Stars dürfte auch unter Nagelsmann eine wichtige Rolle in der Nationalmannschaft spielen. (kk)
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