Galatasaray-Interesse an Minjae Kim: Lässt sich der FC Bayern wieder über den Tisch ziehen?
VonPeter Grad
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FCB-Innenverteidiger Minjae Kim soll auf dem Wunschzettel von Galatasaray Istanbul stehen. Laut Medienberichten hat der Türkische Meister ein offizielles Angebot abgegeben.
München / Istanbul – Seit Monaten kursieren Gerüchte um den Innenverteidiger des FC Bayern Minjae Kim. Nun berichtet die türkische Zeitung Akşam, dass sich derzeit Galatasaray Istanbul um den südkoreanischen Nationalspieler des Rekordmeisters bemüht. Demnach soll dem FC Bayern ein Angebot über eine einjährige Leihe vorliegen. Ob die Offerte eine Kaufoption enthält, ist nicht bekannt.
Obwohl sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße kein einziges Mal in diese Richtung geäußert haben, soll ein Verkauf von Minjae Kim grundsätzlich nicht ausgeschlossen sein. Dem 28-Jährigen sollen bei einem passenden Angebot keine Steine in den Weg gelegt werden.
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Türkische Medien: Galatasaray hofft auf FCB-„Schnäppchen“ Minjae
Die dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan nahestehende Boulevardzeitung berichtet weiter, dass der FC Bayern eine Ablöseforderung von rund 35 Millionen Euro für den 69-fachen Nationalspieler fordert. Das wären rund 15 Millionen Euro weniger, als man selbst im Sommer 2023 an den SSC Neapel überwiesen hatte.
Des Weiteren bietet Akşam in seinen Ausführungen etwas abenteuerliche Spekulationen an: Beim Wechsel von Leroy Sané soll es Gespräche zwischen den Vereinen gegeben haben (die grundsätzlich aufgrund des auslaufenden Kontrakts nicht erforderlich gewesen wären) und dabei könnte „möglicherweise“ über Minjae gesprochen worden sein.
Abwehr-„Monster“ wegen Achillessehnen-Problemen außer Gefecht
Der 28-jährige Südkoreaner, der stolz den Kampfnamen „Monster“ trägt, absolvierte seit seinem Wechsel an die Säbener Straße insgesamt 79 Pflichtspiele. Die wenigsten davon leider in wirklich fittem Zustand. Nach einem überzeugenden Start in der vergangenen Spielzeit kämpfte der Innenverteidiger über ein halbes Jahr mit Achillessehnenproblemen, weswegen er auch die Schlussphase in der Bundesliga und die Klub-WM verpasste. Zum Turnier in den USA reiste er zwar mit, kam aber zu keinem Einsatz. Ein solcher wäre wohl nur „im Notfall“ zur Debatte gestanden.
Ein Wechsel – zudem auf Leihbasis – nach Istanbul erscheint mehr als unwahrscheinlich. Die letzten Aussagen von Coach Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl deuteten an, dass man vereinsintern wesentlich zufriedener mit Minjae ist als dies in der Öffentlichkeit größtenteils dargestellt wird. Vor allem mit seinem Willen und seiner Charakterstärke: Obwohl sein Körper längst nach einer längeren Pause verlangt hat, opferte er sich und seine Gesundheit – aufgrund der zahlreichen Ausfälle – für das Team. Loyalität ist keine Einbahnstraße.
Bayern-Kader erlaubt keine weiteren Abgänge
Zudem ist der Kader des FC Bayern derzeit in der Innenverteidigung sowieso schon arg ausgedünnt. Jonathan Tah ist zwar ablösefrei von Bayer Leverkusen gekommen, dafür hat Eric Dier den Verein Richtung Monaco verlassen. Hiroki Ito fällt vermutlich bis zum Jahresende aus, Josip Stanišić ist seit seiner Rückkehr nach München leider verletzungsanfällig und wird außerdem häufig auf den Außenverteidigerpositionen benötigt.
Gibt man Minjae, der eine gute Lösung für das Kompany-System darstellt, ab, benötigt man umgehend einen – mindestens – gleichwertigen Ersatz. Wie schwer das den Verantwortlichen an der Säbener Straße derzeit fällt, sieht man anhand der fast schon verzweifelten Suche nach einem Nachfolger für Leroy Sané. Beim deutschen Nationalspieler wollte man Kosten einsparen, ein Ersatz wird im Gesamtpaket wahrscheinlich sogar noch viel teurer kommen.
Historie: Keine guten FCB-Deals mit Galatasaray
Apropos FC Bayern und Galatasaray Istanbul: Die Deals zwischen dem Bundesliga-Rekordmeister und dem Rekord-Champion der Süper Lig verliefen zuletzt suboptimal für die Münchner. Der in der Winterpause 2024 – ebenfalls aufgrund von Verletzungsnot – verpflichtete Sacha Boey kostete den FC Bayern 30 Millionen Euro – bei einem Marktwert von 22 Millionen Euro. Der ist nun laut transfermarkt.de auf 18 Millionen gesunken – eine Summe, die der FCB für ihn wohl nicht einmal bekommen wird. Galatasaray soll sich bereits um seinen Ex-Spieler bemüht haben – man ahnt es fast: Auf Leihbasis oder zum Dumpingpreis.