Boss spricht Klartext

Zieht die Konkurrenz am BVB vorbei? Watzke widerspricht deutlich

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Fällt Borussia Dortmund auf den vierten Rang im deutschen Fußball zurück? Hans-Joachim Watzke wehrt sich klar gegen diese Vermutung.

Dortmund – Im Mai 2023 verpasste Borussia Dortmund um Haaresbreite die deutsche Meisterschaft. Im Januar 2025 ist der BVB weit davon entfernt, um den Titel mitzuspielen.

Rutscht der BVB national ab? Watzke wehrt sich gegen Kritik

Schwarzgelb überwintert mit 25 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz, der Spitzenreiter FC Bayern ist bereits elf Zähler entfernt. Als die Münchner in der vergangenen Saison schwächelten, feierte Bayer Leverkusen die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte, während der VfB Stuttgart überraschender Vizemeister wurde und Dortmund auf dem fünften Tabellenplatz landete.

Schon seit geraumer Zeit befürchten BVB-Fans einen Absturz ihres Herzensvereins, der trotz zahlreicher Trainerwechsel und Kaderumbrüche zu keiner Konstanz findet. Leverkusen hat sich hingegen in Windeseile zu einer Spitzenmannschaft entwickelt, während Leipzig seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 um die Champions-League-Plätze mitspielt und Eintracht Frankfurt als Tabellendritter darauf hofft, der Spitzengruppe langfristig Druck zu machen.

Hans-Joachim Watzke (Foto) kontert die Kritik am BVB

Nach dieser Rechnung kann durchaus der Fall eintreten, dass Dortmund in der Bundesliga an Bedeutung verliert. Im Interview mit dem Magazin Sport Bild wehrt sich Klub-Boss Hans-Joachim Watzke entschieden gegen die Frage, ob der BVB auf Rang vier abzurutschen droht. „Was die vergangenen zehn bis 15 Jahre angeht, sind wir nach allen Kriterien die klare Nummer 2 im deutschen Fußball. Und wenn ich mich recht erinnere, waren wir im Sommer im Champions-League-Finale – und kein anderes deutsches Team.“

Top-Verkäufe für den BVB „unabdingbar“

Darüber hinaus habe Dortmund trotz des fünften Tabellenplatzes in der vergangenen Saison die Champions League erreicht. Ausschlaggebend war zwar eine Reform der UEFA, doch „das hätte mit Ausnahme von Leverkusen als Meister jeder andere Klub gern genommen“, betonte Watzke.

Dennoch müsse Schwarzgelb „zumindest wachsam sein“, da die Konkurrenz einerseits erfolgreichen Fußball spielt und andererseits über finanzielle Vorteile verfüge: „Leverkusen und Leipzig sind zwei Vereine mit enorm finanzkräftigen Konzernen im Rücken. Das ist ein Vorteil gegenüber Borussia Dortmund, weil es die Planungssicherheit erleichtert.“

Auch deshalb bleiben die Verantwortlichen ihrer Strategie treu, europäische Top-Talente früh aufzulesen und für hohe Ablösesummen zu verkaufen. „Solche Transfers sind für uns unabdingbar“, sagt Watzke und bemühte einen europäischen Vergleich: „Wir spielen seit zehn Jahren oberhalb jeder Grenze des Möglichen. Jeder, der diese Stadt kennt, weiß, dass Dortmund der Standort ist, der es sicherlich international am schwersten hat. Wir sind momentan auf Platz sieben im UEFA-Ranking und haben nur Riesenmetropolen mit unfassbarer Wirtschaftskraft um uns herum. Wir als kleines gallisches Dorf kämpfen immer wieder dagegen an.“

Möglich sei das nur wegen Transfers, die dem BVB hohe zweistellige oder sogar dreistellige Millionenbeiträge einbringen. „Würden wir das nicht tun“, stellte Watzke klar, „hätten wir überhaupt keine Chance.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Inderlied/Kirchner-Media

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