Zukunft beim FC Bayern? Basler sieht „keine guten Vorzeichen“ für Eberl
VonAdrian Kühnel
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Kommt es zu einem Bosse-Beben beim FC Bayern? Mario Basler legt im exklusiven Interview mit Aussagen zu Max Eberl und Markus Krösche nach.
Mönchengladbach/München – Das Mallorca-Video von Florian Neuhaus hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen und eine harte Strafe von Borussia Mönchengladbach zur Folge gehabt.
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Im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, nimmt Mario Basler kein Blatt vor den Mund – und legt nicht nur mit Kritik an Neuhaus, sondern auch an dessen Verteidiger Toni Kroos nach. Zudem spricht Basler über Max Eberl, Markus Krösche und den FC Bayern.
Mario Basler erneuert Kritik an Florian Neuhaus und Toni Kroos
Herr Basler, zum Start eine steile These: Mario Basler hätte sich auf Mallorca besser benommen als Florian Neuhaus. Richtig oder falsch?
In der heutigen Zeit ist es einfach dumm, wenn man so ein Video macht. Dass das in den Medien auftaucht, damit hätte er rechnen müssen, das hätte er wissen müssen. Von daher muss ich sagen – ich habe es vorher schon mal gesagt –, er hätte schon wegen Dummheit bestraft werden müssen. Letztendlich ist das eine richtige Strafe, die er da auch verdient hat, weil so ein Gespräch kannst du nicht führen, wenn du dabei aufgenommen wirst. Deswegen ist die Bestrafung zu Recht erfolgt und dass er kein Spiel mehr für Gladbach macht, davon können wir jetzt mal ausgehen.
Sie haben Toni Kroos kritisiert und ihn als „Robin Hood“ bezeichnet, weil er Florian Neuhaus verteidigt hat. Warum?
Ich weiß gar nicht, warum sich Toni Kroos immer einmischt. Den hast du über Jahre nie gehört – immer nur beim Fußballspielen, im Interview nach dem Spiel. Und jetzt meldet er sich für jeden, der irgendeinen Mist baut. Er hat ja damals auch Antonio Rüdiger verteidigt. Ich meine, Rüdiger schmeißt eine Taperolle nach dem Schiedsrichter und er verharmlost alles. Kroos macht jetzt so ein bisschen den „Robin Hood“ für die Spieler, die ein Vergehen begangen haben. Da meldet sich Toni Kroos immer zu Wort mit seinem Bruder Felix, der ja auch 450 Länderspiele gemacht hat (Ironie; Anm. d. Red.).
Bei all dem, das Toni Kroos erreicht hat, das lassen wir mal außen vor. Das versteht ganz Fußball-Deutschland nicht mehr. Mich haben viele angeschrieben und angerufen, auch ehemalige Fußballer, die sagen, sie können es nicht mehr hören von Toni Kroos. Und deswegen fand ich die Bezeichnung „Robin Hood“ für ihn ganz gut, weil er sich immer zu Wort meldet und jemanden verteidigt, wenn der etwas verbockt hat. Ich hätte gerne mal gesehen, ob er in der Funktion von Roland Virkus (Gladbachs Sportchef; Anm. d. Red.) ebenfalls so entspannt reagiert hätte.
Nein, das wäre ja peinlich, wenn man Thomas Müller nochmal einen Vertrag gegeben hätte, weil ein anderer Spieler ausfällt. Thomas hat so viel erreicht und ich verstehe auch gar nicht, dass er überhaupt nochmal darüber nachdenkt, jetzt weiterzumachen, ins Ausland zu gehen. Uli Hoeneß hat den richtigen Ansatz gegeben: Es wäre besser, wenn er aufhört.
Ein weiteres Thema, das in den letzten Tagen für Debatten gesorgt hat, ist die Entstehungsweise von Musialas Verletzung im Klub-WM-Viertelfinale. Manuel Neuer hat PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma recht scharf kritisiert. Zu Recht?
Natürlich waren alle geschockt in dem Moment. Man ist vor dem Fernseher erschrocken und zusammengezuckt. Aber ich fand, dass Manuel ein bisschen überzogen hat. Als Torhüter gehen alle drauf. Manuel geht ja auch aus dem Tor raus und nimmt manchmal keine Rücksicht. Es kann immer passieren im Fußball, es war eine sehr unglückliche Situation.
Löst Markus Krösche beim FC Bayern Max Eberl ab?
Beim FC Bayern steht weiterhin Max Eberl in der Kritik. Wie blicken Sie aktuell auf Eberl?
Zuletzt gab es wieder viele Transfer-Absagen für ihn. Max hat ein großes Problem mit diesem Kader. Du kannst so nicht in die neue Champions-League-Saison gehen. Aber gut, ein bisschen Zeit bleibt ja noch auf dem Transfermarkt. Max geht mit jedem Transfer, der nicht passiert, aber medial bereits angekündigt wurde, nach Hause. Das sind keine guten Vorzeichen für ihn.
Klar, weiß ich beim FC Bayern nicht alle Details, aber ich höre sehr viel. Wir werden es nach dieser Saison sehen, ob Markus Krösche zum FC Bayern geht. Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Ich habe Informationen, dass es Gespräche gab, dass man da schon sehr weit ist für die neue Saison.
Würden Sie sagen, Krösche wäre der richtige Mann für den FC Bayern? Wäre er qualifiziert, den Job besser auszuüben als Max Eberl?
Gut, ich möchte nicht sagen, dass Max einen schlechten Job macht. Da muss man Herbert Hainer recht geben. Ich weiß natürlich auch, dass beim FC Bayern alles noch mal ein bisschen schwieriger ist, mit Transfers und so weiter. Aber ich glaube schon, dass Markus Krösche – das hat er in den letzten Jahren bewiesen – immer wieder ein Händchen hat. Er macht Transfers, die erst im letzten Moment, praktisch direkt nach der Unterschrift, rauskommen. Beim FC Bayern kommt alles viel früher raus. Ich muss sagen, Markus Krösche macht schon seit Jahren einen tollen Job. Und nochmal: Ich kann es nur betonen, ich weiß, dass der FC Bayern Interesse an ihm hat.
Mario Basler zweifelt an Woltemade-Transfer zum FC Bayern
Ich glaube, dass es in diesem Sommer nichts wird. Die Ablöseforderungen sind einfach zu hoch. Was hat Woltemade bis jetzt erreicht? Er ist einmal Pokalsieger geworden, hat jetzt ein gutes Jahr hinter sich. Er ist ein toller Spieler, das steht außer Frage, aber er ist im Moment maximal 30, vielleicht 40 Millionen Euro wert, aber keine 80 oder 100 Millionen, wie Lothar Matthäus das auch in den Raum gestellt hat. Ich sage: Für diesen Preis kannst du Woltemade nicht holen. So ein überragender Spieler ist er jetzt noch nicht, dass man für ihn 80 bis 100 Millionen ausgibt.
Wenn ich die abgelaufene Saison in Leipzig betrachte, dann ist er mir nicht besonders großartig aufgefallen, auch wenn er sicherlich ein hervorragender Fußballer ist. Dass er mittlerweile schon in Leipzig mit zwei Bodyguards rumläuft, da lache ich mich kaputt. Das verstehe ich bei Cristiano Ronaldo, Erling Haaland oder Lionel Messi. Aber bei Xavi Simons? Ich weiß nicht, was er sich dabei denkt!
Er wird dem FC Bayern nicht weiterhelfen und das aus einem einfachen Grund: Wenn er in den Zweikämpfen mal ein bisschen berührt wird, fällt er hin und man meint, er fängt gleich an zu weinen. Ich weiß nicht, ob das jetzt ein Verzweiflungstransfer wäre. Klar, er könnte die Position von Musiala spielen. Auf der anderen Seite sehe ich ihn jetzt nicht als Spieler für den FC Bayern.
Interview: Adrian Kühnel
Absolut Fussball hat in Kooperation mit Coincierge.de mit Mario Basler gesprochen
Das Interview mit Mario Basler fand in Kooperation mit Coincierge.de statt. Mario Basler war unter anderem Profi beim 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC, Werder Bremen und FC Bayern. Er bestritt 30 Länderspiele für Deutschland und wurde 1996 Europameister. Er ist regelmäßig als Experte im Sport1-Doppelpass vertreten.