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Es wird über die Zukunft von Nick Woltemade beim VfB Stuttgart spekuliert. Weshalb es dabei zur Verwirrung kommt.
Stuttgart – Bloß nicht zu viel sagen und erst recht keine falschen Versprechungen machen. Zwei Regeln, die Profifußballer von ihren Beratern oftmals eingeimpft bekommen. Und somit ist die Phase des offenen Transferfensters auch die Hochzeit der Floskeln. Jüngst zu beobachten bei Nick Woltemade, der auf der Pressekonferenz der deutschen U21-Nationalmannschaft nach seiner Zukunft gefragt wurde und danach, ob er den VfB-Fans die Angst vor einem möglichen Wechsel nehmen könne.
Nick Woltemade fühlt sich beim VfB Stuttgart wohl
Nein, kann er nicht. Und Woltemade antwortete anschließend so, als habe er selbst auf seine Karriereplanung gar keinen Einfluss: Fußball sei zu wild und zu schnelllebig. Um die Stuttgarter Anhänger doch noch ein wenig zu beruhigen, kommt dann der Satz, der immer folgt, wenn man sich alles offen halten möchte: „Was ich sagen kann, ist, dass ich mich sehr wohl in Stuttgart fühle.“
Balsam für die schwäbische Seele, aber eben kein Bekenntnis. Dass Woltemade eine gute Zeit beim VfB hat, steht derweil außer Frage. Immerhin entwickelte sich der Stürmer zum deutschen A-Nationalspieler und führte die Schwaben als Leistungsträger mit zum Pokalsieg.
Doch ein Vereinswechsel steht derzeit trotzdem nicht zur Debatte. Zuletzt machte VfB-Vorstandsboss Alexander Wehrle deutlich, dass beispielsweise die Verantwortlichen des FC Bayern München, der Interesse haben soll, die Fühler „ausstrecken“ könnten, „wie sie wollen“. Denn: „Nick ist unser Spieler und der wird auch nächste Saison mit uns Fußball spielen.“
Nick Woltemade wartet auf Gespräche bezüglich einer Gehaltserhöhung
Das Heft des Handelns hat der VfB sowieso in der Hand, weil Woltemade einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis 2028 in Stuttgart hat. Weshalb er durch solche vagen Worte wie bei der Pressekonferenz trotzdem für Verwirrung sorgt? Eine Möglichkeit wäre, dass der Stürmer sanften Druck auf die Stuttgarter zwecks einer Gehaltserhöhung ausüben möchte. Wie der kicker berichtet, soll der VfB bislang nämlich nicht das Gespräch mit Woltemade gesucht haben. Das soll sich bald jedoch ändern.
Sollte Woltemade in der Zwischenzeit bei der U21-EM glänzen, könnte die Gehaltserhöhung für die Stuttgarter teurer werden oder sie müssen sich letztlich doch mit möglichen Interessenten für Woltemade herumschlagen. Ein Risiko, das der VfB eingeht. Sollte ein Klub den Senkrechtstarter tatsächlich verpflichten wollen, müsste er allerdings sehr tief in die Tasche greifen. Ein unwahrscheinliches Szenario, das zum Hickhack eines Transfersommers aber dazugehört.
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