VonRichard Stroblschließen
Portugals Fußballer Diogo Jota ist bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen. Jetzt kommen neue bittere Details ans Licht.
Update, 3. Juli, 18.42 Uhr: Bittere neue Details nach dem tragischen Unfall-Tod von Liverpool-Spieler Diogo Jota. Der Fußballer war nach Angaben von CNN Portugal gerade auf dem Weg zu einem Hafen, um mit einem Boot nach England zu reisen. Wegen einer Operation hatten ihm Ärzte demnach von einem Flug abgeraten. Nur dadurch stieg der 28-Jährige demzufolge in sein Auto und fuhr auf besagter Straße, als es zum Unfall kam.
Berichten der portugiesische Sportzeitung „A Bola“ und der britischen BBC nach hatte Jota zuvor eine kleine Operation an der Lunge gehabt. Wegen der Druckschwankungen hätten ihm die Ärzte dann vom Fliegen abgeraten. Beim Fliegen sinkt der Kabinendruck erst auf ein niedrigeres Niveau und steigt beim Landen dann wieder auf den Normalwert am Boden.
Der 28 Jahre alte portugiesische Nationalspieler vom FC Liverpool und sein Bruder André (25) waren deshalb mit einem nach spanischen Medienberichten gemieteten Sportwagen von Porto zur Hafenstadt Santander an der spanischen Nordküste unterwegs, wo sie eine Fähre nach Portsmouth nehmen wollten. Kurz hinter der portugiesisch-spanischen Grenze kam ihr Fahrzeug dann in der Nacht zu Donnerstag in der spanischen Region Zamora von der Straße ab und ging in Flammen auf.
Diogo Jota tot nach Auto-Unfall: Polizei nennt Details
Erstmeldung: Schock und Trauer in der Fußballwelt: Der FC-Liverpool-Star und portugiesische Nationalspieler Diogo Jota ist nur wenige Tage nach seiner Hochzeit bei einem Autounfall in Spanien ums Leben gekommen. Wie die örtliche Polizei mitteilte, starb mit dem 28-jährigen Stürmer bei dem Unfall in der Nacht zum Donnerstag auch sein Bruder André, ebenfalls ein Profi-Fußballer. Weggefährten von Jota wie Jürgen Klopp und Cristiano Ronaldo reagierten fassungslos.
Jotas Wagen, ein Lamborghini, war nach Angaben der Polizei gegen 00.30 Uhr in der nordwestlichen Provinz Zamora von der Straße abgekommen und schließlich in Brand geraten. „Alles deutet auf einen geplatzten Reifen während eines Überholmanövers“ von Jotas Wagen hin, erklärte die Guardia Civil.
Diogo Jota stirbt bei Autounfall: „geplatzter Reifen“
Der Wagen sei „ausgebrannt und sie starben darin“, sagte der Vertreter der spanischen Regierung in Zamora, Angel Blanco, vor Journalisten. Spanische Medien veröffentlichten Videos von dem ausgebrannten Lamborghini-Wrack am Straßenrand.
Erst vor anderthalb Wochen hatte Jota seine langjährige Freundin Rute Cardoso geheiratet. Wenige Stunden vor seinem Unfalltod veröffentlichten er und seine Frau im Onlinedienst Instagram ein Video von der Hochzeitsfeier. Das Paar hatte drei gemeinsame Kinder.
Über Diogo Jota:
Jota hatte im Laufe seiner Karriere unter anderem bei Atlético Madrid, dem FC Porto und dem englischen Verein Wolverhampton Wanderers gespielt, bevor der damalige deutsche FC-Liverpool-Trainer Jürgen Klopp den Stürmer 2020 zu dem englischen Traditionsverein holte. Der Verein zahlte damals 45 Millionen Pfund (52,2 Millionen Euro) für den Transfer.
Jota entwickelte sich mit seiner Torgefährlichkeit schnell zu einem Liebling der Fans. Er war der erste Liverpool-Spieler, der in seinen ersten vier Heimspielen für den Verein traf. 2022 gewann Jota mit dem FC Liverpool den FA Cup, den Pokalwettbewerb im englischen Fußball.
Vor seiner Hochzeit hatte Jota den Meistertitel der englischen Premier League mit dem FC Liverpool gewonnen. Mit der portugiesischen Nationalmannschaft gewann Jota Anfang Juni die Uefa Nations League. Insgesamt kam Jota auf 49 Einsätze bei der National-Elf, in denen er 14 Tore schoss. Diogo Jotas jüngerer Bruder André war ebenfalls Stürmer und spielte bei dem portugiesischen Zweitligisten FC Penafiel.
Klopp reagierte „untröstlich“ auf Jotas Tod. Diogo sei „nicht nur ein phantastischer Spieler, sondern auch ein großartiger Freund“ gewesen, schrieb Klopp im Onlinedienst X. „Wir werden Dich so sehr vermissen!“
Diogo Jotas Tod schockt auch Cristiano Ronaldo: „Du hast gerade erst geheiratet“
Auch der portugiesische Nationalspieler Cristiano Ronaldo reagierte fassungslos auf den Tod seines Team-Kollegen. „Nichts ergibt Sinn“, erklärte Ronaldo auf X. „Wir waren gerade noch zusammen in der Nationalmannschaft, Du hast gerade erst geheiratet“, schrieb er an den Verstorbenen gerichtet.
US-Basketball-Star LeBron James, der am FC Liverpool beteiligt ist, erklärte, er bete für die Angehörigen. „YNWA Jota!“, fügte er mit Blick auf den Vereinsslogan „You‘ll Never Walk Alone“ hinzu.
Der Präsident des portugiesischen Fußballverbands, Pedro Proença, schrieb in seiner Trauerbotschaft in Online-Netzwerken, Jota sei „ein außergewöhnlicher Mensch, von all seinen Mit- und Gegenspielern geachtet“ gewesen, der „mit einer ansteckenden Fröhlichkeit“ und Bodenständigkeit „gesegnet“ gewesen sei. Der Tod von Diogo und seinem Bruder sei ein „unersetzlicher Verlust für den portugiesischen Fußball“.
Große Trauer nach Tod von Diogo Jota – UEFA und Portugals Regierungschef reagieren
Auch der Deutsche Fußballbund (DFB), der britische Fußballverband, die Premier League und Jotas frühere Vereine bekundeten ihre Trauer. Der FC Liverpool erklärte, der gesamte Verein sei „am Boden zerstört“. Aus Respekt vor der Privatsphäre der Angehörigen wollte der Verein die Todesnachricht nicht weiter kommentieren, sicherte den Hinterbliebenen jedoch seine „volle Unterstützung“ zu. Vor dem Anfield-Stadion legten Fans zum Gedenken an Jota Blumen und Fanschals nieder, wie britische Medien berichteten.
Der europäische Fußballverband Uefa äußerte sich ebenfalls „zutiefst traurig“. Er teilte mit, bei den Spielen der derzeitigen Fußball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz werde es vor allen Partien am Donnerstag und Freitag eine Schweigeminute für Jota und seinen Bruder im Stadion geben.
Portugals Regierungschef Luis Montenegro erklärte im Onlinedienst X, dies sei „ein trauriger Tag für den Fußball und den nationalen und internationalen Sport“. Er sprach den Angehörigen nach diesen „unerwarteten und tragischen“ Todesfällen sein Beileid aus.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, sein Mitgefühl gelte zuallererst Jotas Angehörigen, aber auch den „Millionen“ von Fußball-Fans, die „schockiert“ über die Todesnachricht seien. Die britische Kulturministerin Lisa Nandy kondolierte im Namen des gesamten Unterhauses. (afp)
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