Zwei Inter-Stars und ihre brisanten Vorgeschichten mit dem FC Bayern
VonAdrian Kühnel
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Der FC Bayern trifft in der Champions League auf Inter Mailand und damit auf zwei alte Bekannte, für die die Rückkehr nach München speziell wird.
München – Das Viertelfinale in der Champions League wird vor allem für zwei Spieler speziell: Yann Sommer und Benjamin Pavard. Die beiden Profis von Inter Mailand treffen in der Königsklasse mit dem FC Bayern auf ihren Ex-Klub.
Sommer steht seit August 2023 bei den Nerazzurri im Tor, in der laufenden Champions-League-Saison hat er in neun Einsätzen nur zwei Gegentore kassiert. Nun geht es für den Schweizer, der nach der Europameisterschaft 2024 aus der Nationalmannschaft zurücktrat, darum, mit Paraden den Münchner Traum vom „Finale dahoam“ zunichtezumachen.
Sommer spielte nur ein halbes Jahr für den FC Bayern
Nur ein halbes Jahr, nämlich in der Rückrunde der Saison 2022/23, trug Sommer das Trikot des FC Bayern. Der Torhüter wechselte damals als Ersatz für den nach einem Skiunfall am Bein schwerverletzten Manuel Neuer für kolportierte neun Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach nach München und stand in 25 Pflichtspielen zwischen den Pfosten.
Dabei sah sich Sommer, nicht zuletzt aufgrund seiner Körpergröße von 1,83 Metern, Kritik ausgesetzt. „Wir hatten bei Bayern eine extrem wilde Situation. Entlassungen, Wechsel, viel Unruhe und diverse Themen neben dem Sport“, sagte Sommer nach seinem Abgang dem Blick.
Sommer stand beim FC Bayern in der Kritik
„Ich habe gelernt, wie es bei Bayern läuft. Man sucht sich ein, zwei Spieler aus, dann wird medial geschossen. Und dann sucht man sich zwei Neue aus. Und da war halt ich auch an der Reihe“, so der inzwischen 36-Jährige weiter. „Ich hatte keine Lust, mich öffentlich zu wehren. Das Wichtigste war, dass ich versucht habe, meine Leistung zu bringen und der Mannschaft zu helfen, erfolgreich zu sein. Das ist am Schluss zum Glück auch gelungen.“
Sommer gewann mit dem FC Bayern am letzten Spieltag die Meisterschaft, ehe er für circa sieben Millionen Euro an Inter verkauft wurde – das Comeback von Manuel Neuer nahte. „Wir verstehen und respektieren Yann Sommers Wunsch, bei Inter Mailand eine neue Herausforderung zu suchen, weil er langfristig als Nummer 1 im Tor spielen möchte“, so Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen seinerzeit.
Pavard folgte Sommer zu Inter
Auch für Pavard war die Meisterschale im Mai 2023 der letzte Titel in Diensten des deutschen Rekordmeisters. Den Weltmeister von 2018, der ein Jahr nach dem Titelgewinn in Russland für rund 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum FC Bayern gewechselt war, zog es im August 2023 ebenfalls zu Inter.
Die Münchner erhielten damals eine Ablöse knapp über 30 Millionen Euro – Pavards Vertrag an der Isar wäre nur noch ein Jahr gültig gewesen, verlängern wollte der Franzose diesen nicht. Beim FC Bayern spielte Pavard vorwiegend als Rechtsverteidiger, dabei wollte er vor allem in der Innenverteidigung spielen. Eine Bedingung, die er in München als nicht gegeben sah.
Darum verließ Pavard den FC Bayern
„Die Rolle in der Innenverteidigung liegt mir am meisten. Und ich habe genau deshalb Bayern München verlassen, um als Innenverteidiger spielen zu können“, begründete Pavard seinen Wechsel gegenüber Téléfoot. Zudem habe ihn das „sportliche Projekt“ bei Inter gereizt, sagte er zur Gazzetta dello Sport.
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Wie Sommer ist Pavard Leistungsträger bei Inter, der regelmäßig in der Startelf von Trainer Simone Inzaghi steht. Sowohl Sommer als auch Pavard genießen bei den Nerazzurri große Wertschätzung.
Gemeinsam gewann das Duo in der Vorsaison die italienische Meisterschaft, auch aktuell sieht es mit Tabellenplatz eins in der Serie A nach 31 Spielen vielversprechend aus. Und in der Champions League wollen Sommer und Pavard nun ihren Ex-Klub aus dem Wettbewerb werfen.
Am 31. Mai steigt das Finale ausgerechnet in der Münchner Allianz Arena. Für Sommer und Pavard wäre es eine besondere Geschichte, den Henkelpott an ihrer früheren Wirkungsstätte in die Höhe zu stemmen.