„Glatte 1“ bis „Zumutung“: Wacken-Tatort spaltet die ARD-Zuschauer
Der neue „Tatort“ überzeugte nicht alle ARD-Zuschauer. In den sozialen Medien gehen die Meinungen über Borowskis Wacken-Einsatz auseinander.
Kiel – Seit 2002 hat Kriminalhauptkommissar Klaus Borowski, gespielt von Axel Milberg (67), bereits mehr als 40 Fälle gelöst. Der Kieler „Tatort“ ist seine Einsatzstelle und sein neuester Fall führte ihn ausgerechnet zum Heavy-Metal-Festival Wacken. Für einige Zuschauer die perfekte Kombination, für andere ein absoluter TV-Reinfall.
ARD-Publikum gespalten: Wacken-Tatort überzeugt nicht alle
Die Handlung von „Tatort – Borowski und das unschuldige Kind von Wacken“, der am 26. November in der ARD ausgestrahlt wurde: Als eine Babyleiche bei Kiel gefunden wird, führt die Spur die Ermittler über Umwege zum Wacken-Festival. Hier mieten sich Klaus Borowski und seine Kollegin Mila Sahin, gespielt von Almila Bagriacik (33), in einer Pension ein und mischen sich unter das Heavy-Metal-Volk. Die 2.000 Dorfbewohner im Kreis Steinburg an der Westküste kommen ihnen irgendwie alle verdächtig vor und das Ermitteln auf dem Festival zwischen 70.000 Besuchern stellt sich dabei ebenfalls nicht als leicht heraus.
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Eine „Tatort“-Folge mit dem Wacken-Festival zu kombinieren, war aber nicht jedermanns Sache. Auf X (ehemals Twitter), Instagram und Facebook sind die Kommentare zwiegespalten. „Das Ermittlerteam einfach grausam. Die Dialoge grausam“, wettert ein X-Nutzer. Ein anderer findet: „Bescheiden. Grottenschlechte Schauspieler. Insgesamt Szenario wie aus den 80ern.“
Das Phänomen „Tatort“
Seit der Ausstrahlung der ersten „Tatort“-Folge „Taxi nach Leipzig“ am 29. November 1970, hat sich das wöchentliche Krimi-Format zu einem wahren TV-Phänomen entwickelt und beschert der ARD mit jeder neuen Folge ein Millionenpublikum. Bis heute sind stolze 102 Ermittler in der Erfolgssendung zu sehen gewesen – die meisten Einsätze kann dabei das Münchner Duo Ivo Batic (Miroslav Nemec, 68) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, 64) verzeichnen. Von den 22 stetig wechselnden Schauplätzen und Teams – darunter Ludwigshafen, Wien, Stuttgart, Hamburg, Zürich und Bremen – gelten Frank Thiel (Axel Prahl, 62) und Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, 58) aus Münster als die am beliebtesten, wie eine Umfrage von t-online aus dem Jahr 2022 ergeben hat.
(Quellen: daserste.de, t-online.de)
Ein weiterer geht sogar so weit zu sagen: „Der neue Borowski-‚Tatort‘ war spannungsfrei, langweilig und im Ganzen eine Zumutung!“ Und ein anderer Fan urteilt derweil: „Ich hätte mir die Story abgekoppelt von Wacken gewünscht. Wer, zum Henker, denkt sich sowas aus?“
Trotz harter Kritik: Wacken-Tatort von vielen ARD-Zuschauern gelobt
Zum Glück sind Geschmäcker aber verschieden und so gibt es auch zahlreiche ARD-Zuschauer, die die ungewöhnliche Handlung feiern. „Tränen am Schluss“, „Sehr spannend, gute Story“ oder „Trauriger, guter Tatort“, heißt es in den Kommentaren bei X. „Dieser Tatort war grandios: Glatte 1“, schreibt ein weiterer Fan.
Den einzigen Makel, den echte Wacken-Kenner finden: das Wetter. Speziell, wenn es um 2023 geht, wurde das Festival eindeutig zu trocken und ohne die obligatorischen Matsch-Mengen dargestellt. Ein Zuschauer schreibt: „Hat mir gut gefallen, allerdings waren die Wetterverhältnisse in Wacken völlig unrealistisch dargestellt.“