VonNadja Goldhammerschließen
Ich habe den Trailer zur neuen Netflix-Serie „One Piece“ geguckt, damit du nicht musst.
Am 18. Juni fand das große Tudum-Event, ein globales Fan-Event, bei dem die Showhighlights von Netflix bekannt gegeben werden, live in Brasilien statt. Ein paar tolle Dinge, werden uns in der zweiten Hälfte von 2023 erwarten. Unter anderen wird sogar endlich die koreanische Erfolgsserie „Squid Game“ fortgesetzt. Aber besonders eine Sache ist mir in Erinnerung geblieben ...
Vor ungefähr einem Jahr wurden die ersten Bilder der neuen „One Piece“-Verfilmung öffentlich. Schon damals war ich etwas hin- und hergerissen. Es gab Dinge, auf die ich mich als ehemaliger „One Piece“-Fan gefreut habe und Dinge, die mir wirklich Sorgen gemacht haben. Nun ist der neue Trailer draußen und, was soll ich sagen: Ich bin stinksauer.
Warum die Netflix „One Piece“-Serie mehr gewollt wirkt, als gekonnt
Ganz ehrlich? Ich liebe Animes und gucke sie mir gerne an, weil ich einerseits die verrückten, einfallsreichen und fantasievollen Geschichten und andererseits Zeichentrick mag. Und was das ganze mit sich bringt: Zufriedenheit. Darüber, dass ich eine tolle Serie anschaue, die schon in der besten Version ihrer Selbst gezeigt wird. Denn das Anime Genre weist einige Besonderheiten auf, die keine andere Form des filmischen Erzählens so darstellen kann. Hier ein paar Beispiele:
1. Fantasievolle Kulissen und Figuren
Animes führen die Zuschauer:innen meist in Welten, die entweder realistisch, futuristisch oder voller spiritueller Elemente sind. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und diese utopischen Kulissen darzustellen, ist im animierten Stil beeindruckend und passend. Die Outfits sind auf die Charaktere zugeschnitten und werden selten bis gar nicht gewechselt.
Die Kulisse im Trailer kann ich nicht ernst nehmen. Es ist so quietschbunt, dass ich eher einen lilafarbenen Barney dort erwarte, als wirklich krasse Actionszenen. Echte Menschen laufen in Kostümen herum, die aufgesetzt wirken und auch Ruffys Strohhut sieht so aus, wie aus einem Second-Hand-Laden für Kinderkostüme.
2. Waghalsige Actionszenen
In Animes haben Charaktere nicht selten dämonische oder übernatürliche Kräfte. Oft sind krasse Actionszenen und epische Kämpfe die Folge. Diese finden springend, fliegend, fallend oder in allen möglichen denkbaren Positionen statt.
Keine leichte Voraussetzung für einen Live-Action-Dreh. Ich meine, klar CGI ist ein Thema, aber ... es wird niemals an das Original herankommen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
3. Einzigartiger Humor
Durch plötzliche Verzerrungen des Gesichtes, wechselnder Zeichenstil oder überzogene Situationskomik hat sich in Animes eine spezielle Art von Humor entwickelt, die ich so bei keinem anderen Genre gesehen habe.
Auch wenn die besten Gags eingebaut sind oder die besten Dialoge geschrieben wurden. Der typische Humor funktioniert einfach nicht in Live-Action. So sehr man es auch versucht. Es wird einfach nur daneben gehen ...
Einige Dinge sollte man einfach sein lassen. Dinge wie Anime-Realverfilmungen
Es ist kein Geheimnis, dass Realverfilmungen von Animes nicht ganz so gut ankommen wie die Animes selbst. Zurecht. Denn auch wenn es in Japan regelmäßig Realverfilmungen in Form von Live-Action-Serien gibt, kommt es hier in erster Linie auf die Machart an. Eine Interpretation des Ganzen, okay. Ein realistisch gehaltener Anime, okay ... Aber gerade bei Fantasy-Stücken ist es nahezu unmöglich an das Original heranzukommen. Und hier stellt sich die Frage: Muss man das überhaupt?
„One Piece“ ist als Endlos-Anime perfekt so wie er ist. Eine andere Form wird einfach nicht benötigt. Auch wenn viele Fans sich die Realverfilmung wahrscheinlich anschauen werden... eine Enttäuschung ist da schon vorprogrammiert.
Falls du einen Überblick über alle BuzzFeed DE-Artikel möchtest, dann schau gerne auf den Facebook-Seiten BuzzFeed Deutschland und BuzzFeed DE Trending vorbei.
Rubriklistenbild: © Netflix
