Nach Aus von „Anne Will“: Nachfolgerin verrät erste Pläne für ARD-Show

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Moderatorin Caren Miosga tritt in die Fußstapfen von Anne Will und übernimmt die Moderation des Polit-Talks am Sonntag Abend.
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Caren Miosga wird Polittalkerin und löst Anne Will ab. Nun hat sie erste Details verraten, was Zuschauer erwarten können.

Dortmund – Die Journalistin und Moderatorin Caren Miosga (54) tritt in die Fußstapfen von Anne Will (57) und gestaltet das ARD-Talkformat neu. In einem Interview mit dem Spiegel gibt sie nicht nur Einblick in ihre Pläne, sondern macht auch klare Ansagen zu Themen wie AfD-Einladungen, Budget-Transparenz und Publikumsbeteiligung.

Nach Aus von „Anne Will“: Nachfolgerin verrät erste Pläne für ARD-Show

Caren Miosga bekräftigt die Entscheidung, auch Vertreter der AfD in ihre Sendung einzuladen, vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Doch sie zieht klare Grenzen und spricht von Politikern, die „Meister im Errichten von Lügengebäuden“ sind. Damit betont sie, dass nicht jeder aus der AfD einen Platz in ihrer Runde bekommt.

Die erfahrene Moderatorin erklärt, dass es ihr darum ginge, vielfältige Gespräche zu führen, auch innerhalb der AfD. Dabei soll insbesondere der Umgang mit populistischen Versprechen kritisch beleuchtet werden. Ein Beispiel hierfür sei der erste AfD-Bürgermeister in Raguhn-Jeßnitz, Sachsen-Anhalt, der im Wahlkampf Kitagebühren abschaffen wollte, nach der Wahl jedoch Erhöhungen durchsetzte.

Caren Miosga kassiert 19.000 Euro pro Moderation der Talkshow im ARD

Auf die Diskussion um die Kosten ihrer Sendung reagiert Caren Miosga gelassen. Das Budget der Sendung beträgt 5,8 Millionen Euro, davon 580.000 für Ihre Moderation, also 19.000 Euro pro Ausgabe. Trotzdem verteidigt sie die Transparenz in Bezug auf das Budget und findet es in Ordnung, dass die Zahlen publik sind. „Wir arbeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wir finanzieren uns durch Beiträge, dazu gehört Transparenz.“ (mehr TV-News bei RUHR24 lesen).

Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Anne Will setzt Caren Miosga auf Studiopublikum. „Wir holen die Zuschauer wieder in den Saal zurück. Sie sind auch ein Resonanzraum für das, was auf der Bühne gesagt wird. Und ein Zeichen für Offenheit.“

Video: ARD und ZDF – die Grundpfeiler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

„Wir wollen keinen Krawall inszenieren“- Erste Einzelheiten zur Ausrichtungen des Talks

Allerdings möchte sie politische Einflussnahme durch von Politikern im Publikum platzierten Verfechtern verhindern. „Bei uns bleiben die Claqueure draußen. Wir werden ihnen gemütliche Plätze im Backstage-Bereich anbieten, dort können sie die Sendung auf dem Bildschirm verfolgen, bei Snacks und Getränken.“

Caren Miosga hebt hervor, dass ihre Runde nicht auf Konfrontation, sondern auf konstruktive Diskussion setzt. „Wir möchten die Runde nicht so besetzen, dass alle einander die Köpfe einhauen. Diese Form der Orchestrierung passt nach unserem Empfinden nicht in diese ohnehin unruhige Zeit.“ Damit signalisiert sie eine klare Absage an dramatische Inszenierungen und setzt auf eine ausgewogene und informative Diskussionsrunde. „Wir wollen keinen Krawall inszenieren“, so Caren Miosga.

Dass Caren Miosga das Politik-Talk-Format neu gestalten möchte, hatte sie bereits im Dezember 2023 angekündigt. Im Interview mit dem Spiegel wurde sie nun konkreter.

Die erste Ausgabe von „Caren Miosga“ ist am 21. Januar um 21:45 Uhr im Ersten zu sehen und anschließend in der ARD Mediathek verfügbar. Caren Miosga tritt mit der Moderation der Sendung nach dem Abschied von Anne Will in ihre Fußstapfen.

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