Ein Ehepaar hat sich in der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ bei einem Gemälde-Verkauf eines Malers der Düsseldorfer Schule taktisch unklug verhalten.
Köln - In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ von Montag, 27. Mai, mit Moderator Horst Lichter bringt das Ehepaar Renate und Harald Eickhoff aus Neubruchhausen bei Bremen ein Gemälde (Öl auf Leinwand) von Bengt Nordenberg zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.
Ehepaar bei Bares für Rares verhält sich bei Gemälde-Verkauf unklug
Doch zurück zu dem Bild von Bengt Nordenberg, das zuletzt jahrelang im Kleiderschrank aufbewahrt worden war: Ende der 1990er Jahre hatte es Renate Eickhoff von ihrer Tante geschenkt bekommen. „Es handelt sich um ein sehr schönes Bild vom einem schwedischen Künstler“, sagt Kunsthistorikerin Friederike Werner.
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Der 1822 geborene Bengt Nordenberg - oder auch Benedict Nordenberg - wurde in Stockholm ausbildet. Er war ein schwedischer Genremaler der Düsseldorfer Schule. In Düsseldorf starb er auch 1902. Das nun angebotene Bild malte er 1885, wie der Signatur zu entnehmen ist.
1856 erhielt Nordenberg ein Stipendium des schwedischen Staats, das es ihm ermöglichte, für anderthalb Jahre bei Thomas Couture in Paris zu studieren. Auf dem kleinen Bild („ein intimes Bildnis“), das nun bei „Bares für Rares angeboten wird, sieht man eine junge Dame, die bei Näharbeiten in einer Stube sitzt.
„Wenn man genau hinschaut, hat der Raum eine sehr schöne große Tiefe“, bemerkt Friederike Werner. „Ich glaube, wenn man dieses Bild reinigt, kommt dort noch einiges zutage.“ Die Expertin kommt dann auf das Craquelé zu sprechen - das Sprung- oder Rissnetz, das in der Regel auf jedem älteren Gemälde bemerkbar ist.
„Da hat jemand das Stück retten wollen“, vermutet sie eine Restaurierung Anfang oder Mitte des 20. Jahrhunderts. Jeder Riss sei mit Farbe aufgefüllt worden. Frederike Werner spricht von einer „Malerei von einer außergewöhnlichen Qualität“, ergänzt aber noch zum Zustand des Bildes: „Es braucht Liebe.“
Wenn das Bild in einem guten Zustand wäre, würde es 1000 bis 1200 Euro wert sein, schätzt die Expertin, die den Wert in seinem jetzigen Zustand aber dennoch auf 800 bis 1000 Euro schätzt. Im Händlerraum, in dem Susanne Steiger aus Köln und Fabian Kahl aus Thüringen nicht dabei sind, dafür aber Elisabeth Nüdling aus Fulda, geben die Verkäufer dann wohl zu schnell den Zuschlag und bringen sich - taktisch unklug - vermutlich selbst um eine höhere Summe.
Julian Schmitz-Avila steigt mit einem Erstgebot von nur 300 Euro ein. Nur langsam kommen weitere Gebote. Der Bonner Händler scherzt halb, dass sein Kollege Christian Vechtel gerne noch 600 Euro geben würde. Ohne dass überhaupt auf den Maler oder die Expertise eingegangen wird, will Verkäufer Harald Eickhoff Nägel mit Köpfen machen.
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„Ich würde sagen, kommen wir uns entgegen - 550 Euro“, sagt er zu Christian Vechtel. Die Händlerinnen und Händler scheinen überrascht. „Das ist super. Aber weil Julian schon die 600 Euro gesagt hat, bin ich auch bereit die 600 Euro zu geben“, sagt Christian Vechtel und legt von sich aus noch 50 Euro drauf.
„Da gibt man doch gerne mehr“, bemerkt Händlerin Esther Ollick, nachdem sich das Verkäufer-Ehepaar verabschiedet hat. Ganze 80 Sekunden hat die Verhandlung gedauert, die das ZDF ausstrahlt. Dennoch freut sich Renate Eickhoff am Ende: „Das ist super. Unsere Erwartungen wurden zwar nicht ganz erfüllt, aber wir sind trotzdem zufrieden.“